Für Kinder bewegen wir Welten.

Programme gegen Mädchenbeschneidung

Etwa alle 10 Sekunden werden die Genitalien eines Mädchens unter 12 Jahren verstümmelt. Weltweit sind schätzungsweise 200 Millionen Mädchen und Frauen beschnitten. Die schmerzhafte Praxis ist in zahlreichen Ländern Afrikas weit verbreitet und gelangt durch Migrationsströme auch in die Schweiz.

Die Situation

Mädchenbeschneidung bedeutet, dass die Vorhaut der Klitoris eingestochen, geritzt oder weggeschnitten wird oder die grossen und kleinen Schamlippen ganz oder teilweise entfernt werden – mit Messern, Rasierklingen, Scherben und anderen scharfen, häufig unreinen Gegenständen und oftmals ohne Anästhesie. Die grosse Mehrheit der betroffenen Mädchen und Frauen lebt im westlichen und nordöstlichen Afrika. In etlichen Gebieten sind dort weit über 90 Prozent der Mädchen und Frauen beschnitten. Doch auch im Nahen Osten werden Mädchen beschnitten, und über Migrationsströme wurde die schädliche Praxis nahezu alle Teile der Welt getragen, auch in die Schweiz.

Lebenslang körperliche und seelische Wunden
Mädchen und Frauen zu beschneiden ist seit 1993 offiziell eine Menschenrechtsverletzung. Das Verstümmeln der Genitalien ist ein diskriminierender Akt, der für die Betroffenen lebenslange körperliche und seelische Auswirkungen hat. Immer wieder verbluten Mädchen oder sterben an lebensbedrohlichen Infektionen, und oftmals ziehen Beschneidungen starke Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und während der Menstruation nach sich. Schwangerschaft und Geburt sind für beschnittene Frauen mit grossen Gefahren und einem erhöhten Sterberisiko verbunden – sowohl für die Mutter wie auch für das Kind.

Weitere Informationen sowie aktuelle Zahlen finden Sie auf http://data.unicef.org.

So hilft UNICEF

Ausgangspunkt der Arbeit von UNICEF ist das Erkennen der weiblichen Genitalverstümmelung als soziale Norm: Die Beschneidung wird in den betroffenen Gesellschaft akzeptiert, weil sie den sozialen Status der Familien garantiert. Dabei gibt es für die Mädchenbeschneidung keine religiösen Motive als Rechtfertigung; sie wird weder von der Thora noch vom Koran oder von der Bibel verlangt. UNICEF arbeitet deswegen eng mit Entscheidungsträgern wie Regierungsverantwortlichen, religiösen Autoritätspersonen und lokalen Netzwerken zusammen.

Ziel ist es, mittels Informations- und Sensibilisierungskampagnen Gemeinschaften dazu zu bewegen, die sozialen Normen zu verändern. Die Heiratschancen unbeschnittener Mädchen steigen, je mehr Familien auf die Beschneidung ihrer Töchter verzichten.

Zentrale Elemente, die zur Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung beitragen, sind:

  • Klare Gesetzesvorlagen
  • Information, Sensibilisierung und Prävention
  • Stärkung und Schutz der Mädchen
  • Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch zwischen Herkunfts- und Einwanderungsländern

UNICEF engagiert sich in 16 afrikanischen Ländern sowie in Jemen und Indonesien mit Programmen gegen Mädchenbeschneidung – auf nationaler wie auch auf Gemeindeebene. 2016 haben insgesamt 840 000 Personen an Veranstaltungen teilgenommen, in die wichtige Vertreter religiöser Gemeinschaften involviert waren. Im Zuge der Informationskampagnen hat auch die Medienberichterstattung zum Thema stark zulegen können. Neben Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit leistet UNICEF beschnittenen Mädchen und Frauen Hilfe beim Umgang mit gesundheitlichen Konsequenzen.

Die Massnahmen greifen
Jüngste Untersuchungen zeigen, dass heute die Gefahr, als Mädchen beschnitten zu werden, durchschnittlich um einen Drittel geringer ist als noch vor dreissig Jahren. In Liberia ist die Rate um die Hälfte gesunken, und in Tansania und Kenia wurden vor drei Jahrzehnten sogar dreimal so viele Mädchen beschnitten wie heute.

Fact Sheet: Mädchenbeschneidung - Eingriff mit lebenslangen Folgen (2016)
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Fact Sheet: Mädchenbeschneidung in der Schweiz (2016)
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UNICEF FGM Report (2015, in Englisch)
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Formular Projektpatenschaft übernehmen (LSV, DD)
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