Eine soziale Norm, die sich überwinden lässt
Alle 10 Sekunden erleidet ein Mädchen unter zwölf Jahren die Schmerzen einer Genitalverstümmelung – dies entspricht drei Millionen Mädchen pro Jahr. Weltweit sind schätzungsweise 130 Millionen Mädchen und Frauen zwischen 15 und 49 Jahren von der schmerzvollen Praktik betroffen. Die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung ist in zahlreichen Ländern Afrikas weit verbreitet, durch Migration gelangt die Praktik auch nach Europa und in die Schweiz.
Die Situation
Mädchen und Frauen genital zu verstümmeln, ist seit 1993 offiziell eine Menschenrechtsverletzung. Es ist ein diskriminierender Akt, mit lebenslangen körperlichen und seelischen Auswirkungen für die Betroffenen. Weltweit leben rund 130 Millionen verstümmelte Mädchen und Frauen. Jedes Jahr trifft es weitere 3 Millionen Mädchen.
In vielen Ländern Zentral- und Westafrikas, im Mittleren Osten und Ostasien ist die weibliche Genitalverstümmelung immer noch weitverbreitet.
Denn Eltern, die ihre Mädchen unversehrt lassen, riskieren, dass sie ihre Töchter nicht verheiraten können. Die weibliche Genitalverstümmelung ist eine soziale Norm, die von der betroffenen Gesellschaft akzeptiert und gefordert wird.
So hilft UNICEF
Ausgangspunkt der Arbeit von UNICEF ist, die weibliche Genitalverstümmelung als soziale Norm zu erkennen und ihr in allen relevanten Bereichen der Gesellschaft zu begegnen.
UNICEF Schweiz setzt sich seit über zehn Jahren in Herkunfts- und Einwanderungsländern, so auch in der Schweiz, für die Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung ein. Um diese soziale Norm zu verändern, arbeitet UNICEF eng zusammen mit Entscheidungsträgern wie Regierungsverantwortlichen, Imamen und lokalen Netzwerken.
Ziel ist es, mittels Informations- und Sensibilisierungskampagnen Gemeinschaften zur Veränderung der sozialen Norm zu bewegen, damit diese auf die Verstümmelung ihrer Mädchen verzichten und auch unbeschnittene Mädchen verheiratbar werden. Die Heiratschancen unbeschnittener Mädchen steigen, je mehr Familien sich diesem Prozess anschliessen.
Zentrale Elemente, die zur Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung beitragen sind:
- Klare Gesetzesvorlagen
- Information, Sensibilisierung und Prävention
- Stärkung und Schutz der Mädchen
- Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch zwischen Herkunfts- und Einwanderungsländern
UNICEF ist überzeugt, dass sich mit einheitlichen Gesetzen, gezielten Informations- und Sensibilisierungskampagnen, Einbezug von Entscheidungsträgern und einem steten Erfahrungsaustausch zwischen Herkunfts- und Einwanderungsländern, die weibliche Genitalverstümmelung innerhalb einer Generation überwinden lässt.
UNICEF Schweiz unterstützt und begleitet Regierungen und Organisationen bei der Umsetzung dieser Zielsetzungen.
Helfen auch Sie!
Mit einer Spende leisten Sie einen aktiven Beitrag zur Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung und zum Schutz der Mädchen. Sie unterstützen damit das Engagement von UNICEF Schweiz in den Ursprungsländern und in der Schweiz.