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Wiederaufbau Haiti:
Millionen Kinder brauchen Hilfe

Haiti 2010, Jean Guerda stands with her grand-daughter outside their home, which was destroyed by the earthquake
 © UNICEF/NYHQ2010-0231/Shehzad Noorani
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Auch sechs Monate nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti vom 12. Januar 2010 ist die Situation im Katastrophengebiet bedrückend. UNICEF leistet umfassende Nothife, hat breits Hunderttausende Kinder erreicht und schafft die Grundlagen für den Neuanfang. Gegenwärtig gilt es, den Wiederaufbau voranzutreiben und bessere Bedingungen für die Kinder in Haiti und ihre Zukunft zu schaffen.


Die Situation

Haiti 2010:  Luizine, 3, Luvigina, 12, and Davidson, 5, sit outside their family’s makeshift shelter

Die Situation der Kinder in Haiti war schon vor dem Erdbeben prekär:

  • 1 von 13 Kindern starb vor dem 5. Altersjahr.
  • 30 Prozent der Kindern unter 5 Jahren waren unterernährt.
  • Die Impfrate lag unter 60%.
  • 55% der schulpflichtigen Kinder gingen nicht zur Schule.
  • Schätzungsweise 225 000 Kinder arbeiteten als Hausangestellte oder in anderen Dienstverhältnissen.
  • Jährlich wurden rund 2000 Mädchen und Buben illegal aus dem Land geschmuggelt.

 
Haiti 2010, 10-year-old Caleb Louis and another child sit outside his family’s makeshift shelter

Die aktuelle Situation der Kinder in Haiti

  • Rund 1,5 Millionen Kinder sind direkt vom Erdbeben betroffen.
  • Schätzungsweise 1.6 Millionen Menschen leben immer noch in über 1300 überfüllten Notlagern - fast die Hälfte davon sind Kinder.
  • Da die Schulen nach dem Erdbeben landesweit geschlossen wurden, erlitten 2,9 Millionen Kinder einen Schulunterbruch. Das Erdbeben hat 4228 Schulen zerstört und 1347 Lehrer/-innen getötet.

 

  • Rund 500'000 Kinder sind nach Schätzungen von UNICEF extrem verletzlich - sie sind besonders von Krankheiten, Mangelernährung, Ausschluss von Bildung sowie Missbrauch und Gewalt bedroht.
  • Meteorologen erwarten schwere Stürme in der bevorstehenden Hurrikan-Saison. Allein in der Hauptstadt Port-au-Princ sind 84 Notlager mit über 100'000 Bewohnern akut von Überschwemmungen bedroht.

Was hat UNICEF in den ersten sechs Monaten nach dem Erdbeben getan?

Haiti 2010: Kimberly walks with the aid of crutches to a portable latrine where her mother

Wasser, sanitäre Anlagen und Hygiene

  • UNICEF und ihre Partner verteilen täglich mit Tankwagen 1.66 Millionen Liter Trinkwasser an über 330'000 Menschen.
  • 9000 Latrinen wurden für rund 700 000 Menschen eingerichtet.
  • Über 210'000 Menschen haben von UNICEF Hygieneartikel erhalten.
  • 2200 Gesundheitshelfer wurden in Hygieneaufklärung ausgebildet.
  • UNICEF hilft den lokalen Wasserbehörden, die Wasserversorgung dauerhaft wieder aufzubauen.

 
UNICEF Child Protection Specialist Cecile Modvar, Haiti 2010

Kinderschutz

  • UNICEF hat geholfen 225 Kinderschutzzonen einzurichten. Täglich können hier 62'000 Kinder spielen und lernen.
  • 2047 unbegleitete Kinder wurden registriert.
  • 45 000 Kinder profitierten in 18 Gemeinden von organisierten Aktivitäten in kinderfreundlicher Umgebung.
  • UNICEF setzt sich dafür ein, die Standards in Kinderheimen und Krippen zu verbessern und die Risiken für illegale, ungeregelte, voreilige oder schlecht vorbereitete Adoptionen zu verringern.

 
School kids Haiti 2010

Bildung

  • UNICEF hat eine grosse Bildungskampagne gestartet und bisher 1297 Grosszelte für 225 Notschulen aufgebaut.
  • UNICEF verteilte 875 Schulen im Koffer und stellte Schulmaterial und Spielutensilien für 185’000 Kinder bereit.
  • UNICEF hilft, das Bildungsministerium wieder arbeitsfähig zu machen. So wurden acht Grosszelte und weitere Ausrüstung bereitgestellt.
  • Über 5'000 Lehrer und andere Mitarbeiter von Schulen haben Kurse besucht, um besser auf die Bedürfnisse traumatisierter Kinder einzugehen.

 
Children receive food aid at an orphanage in the Pétionville district of Port-au-Prince, Haiti.

Ernährung und Gesundheit

  • Über 500'000 Kinder und schwangere Frauen wurden mit Zusatznahrung versorgt. 187'000 Kleinkinder haben Vitamin-A-Tabletten erhalten.
  • UNICEF unterstützt derzeit 126 Ernährungszentren. Hier erhalten die Familien therapeutische Zusatznahrung für mangelernährte Kinder.

 

  • In Zelten wurden 107 Beratungsstellen für junge Mütter eingerichtet. Sie erhalten Informationen, um ihre Neugeborenen und Kleinkinder richtig zu ernähren.
  • UNICEF hat 134 Nothilfe-Sets verteilt, um die minimale Gesundheitsversorgung von 1,34 Millionen während drei Monaten zu sichern.
  • UNICEF hat ein Impfprogramm gegen die gefährlichsten Infektionskrankheiten gestartet. Sechs Monate nach dem Erdbeben wurden 228'000 Kinder in 772 Lagern erreicht.
  • Medikamente wurden bereitgetellt, um 1.7 Millionen Menschen drei Monate lang zu versorgen..
Durch diese Massnahmen konnte ein Ausbruch von Epidemien und ein weiterer Anstieg der Mangelernährung bei Kindern verhindert werden.


Die langfristige Hilfe von UNICEF

Haiti 2010: rain season, children playing

Die langfristige Hilfe soll Haiti nicht nur wiederaufbauen, sondern in ein Land umwandeln, das die fundamentalen Rechte der Frauen, Männer und vor allem der Kinder gewährleistet: ein Haiti für alle Kinder.

Auch sechs Monate nach der Katastrophe bleibt auch im Hinblick auf die Hurrikan-Saison (Bild) die Unterbringung der Menschen, die durch das Erdbeben ihr Zuhause verloren haben, die Bereitstellung der Basis-Infrastruktur, die direkte Hilfe zur Grundversorgung der betroffenen Familien und der Kinderschutz Priortität.

Gleichzeitig setzt UNICEF alles daran, die Selbsthilfekräfte zu stärken. Es gilt jetzt, die Grundlagen für den langfristigen Wiederaufbau zu legen.

 

UNICEF koordiniert die Arbeit der UN-Partner und Nichtregierungsorganisationen in zentralen Bereichen: Wasserversorung und Hygiene, Bildung, Kinderernährung und Kinderschutz.
UNICEF baut auf die langjährige Präsenz vor Ort in Haiti vor dem Erdbeben und der bestehenden Zusammenarbeit mit der Regierung und Gemeinden. Durch enge Kooperation und Trainingsprogramme werden die Fähigkeiten und die Verantwortung der Regierung und der Behörden gestärkt. 

UNICEF arbeitet von der Hauptstadt Port-au-Prince aus und hat Unterbüros in Léogane und Jacmel. In den Orten Jérémie, Les Cayes, Gonaives und Hinche wurden mobile Aussenposten eingerichtet.

In Ihrer Arbeit fokussiert UNICEF auf einen 2-Jahres-Plan, welcher das Fundament für den längerfristigen Wiederaufbau und eine nachhaltige Entwicklung bildet.


Haiti 2010, school girls

Bildung
Im September 2010 wird das Bildungsprojekt "Movement for Learning" lanciert, das auf drei Säulen basiert:

  • Bildung für alle Kinder
  • Freier Zugang zu guter Bildung
  • Aufbau und Verbesserung des Schulsystems

 
Haiti 2010:  two children, supervised by a sports trainer/counsellor, participate in a recreation activity

Kinderschutz
Ein weitere, dringende Herausforderung mit Langzeit-Charakter ist der Schutz von Kindern vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung.

  • Es gilt, den Kinderschutz zu thematisieren und zu verstärken, kinderfreundliche Bereiche einzurichten sowie die Bevölkerung für dieses Thema zu sensibilisieren.

 
Haiti, pregnant woman

Ernährung
Oberste Priorität hat die Verhinderung von Mangelernährung durch Präventionsmassnahmen. Dazu gehören:

  • Zusätzliche Nährstoffe für Schwangere und Stillende
  • Stillen während der ersten 6 Monate fördern
  • Aufklärung über vermeidbare Krankheiten und die Präventionsmassnahmen (Impfen, Entwurmen usw.)
  • Zugang zu sauberem Wasser sichern

 
Haiti 2010, Dr. Ronain, a Haitian doctor from the United States of America, examines an infant boy

Gesundheit
Haiti hat die höchste Sterberate von Kindern unter fünf Jahren in der Region Lateinamerika / Karibik. 50 Prozent der Bevölkerung haben keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung. Nur 25 Prozent der Schwangeren können ihr Kind in einer Gesundheitseinrichtung zur Welt bringen.

  • Das Gesundheitsministerium soll unterstützt werden, ein nationales, dezentralisiertes Gesundheitssystem aufzubauen, um allen Menschen den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.

 
Haiti 2010, displaced girl

Wasser, sanitäre Anlagen und Hygiene
Bereits vor dem Erdbeben war die Wasserversorgung in Haiti sehr bedürftig. In städtischen Gegenden hatte nur jeder Fünfte Zugang zu Leitungswasser, in ländlichen Regionen sogar nur jeder Zwanzigste. 2,6 Millionen der Menschen auf dem Land benützen keine Toiletten.

UNICEF fördert folgende Massnahmen:

  • Aufbau der Wasserversorgung, auch in ländlichen Gegenden.
  • Aufklärung über die wichtigsten Hygiene-Massnahmen
  • Aufbau des Abwassersystems

 

Helfen auch Sie!

Haiti, 2010: a girl and a young woman sit on large stones in the centre of Port-au-Prince, the capital.



Für den Wiederaufbau von Haiti benötigt UNICEF in den nächsten zwei Jahren Mittel in der Höhe von 123 Millionen US Dollar.

Helfen Sie UNICEF, den Kindern in Haiti, dem ärmsten Land in der westlichen Hemisphäre, eine bessere Zukunft zu ermöglichen!


 
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