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Gegen weibliche Genitalverstümmelung

Mädchen und Frauen genital zu verstümmeln, ist ein diskriminierender Akt. 
 © UNICEF/NYHQ2009-1475/Holt
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«Khaddy könnte heute noch am Leben sein»

Matou Jawara, Gambia

Mädchen und Frauen genital zu verstümmeln, ist ein diskriminierender Akt, mit lebenslangen körperlichen und seelischen Auswirkungen für die Betroffenen. Alle 10 Sekunden erleidet ein Mädchen die Verstümmelung ihrer Genitalien, viele sterben an den Folgen. Seit über zehn Jahren unterstützt UNICEF Schweiz Programme zur Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung.

Die Situation

Ethiopia

Weltweit leben rund 130 Millionen Mädchen und Frauen mit verstümmelten Genitalien. Jedes Jahr trifft es weitere 3 Millionen Mädchen. In vielen ist die schädliche Praktik immer noch weitverbreitet. Denn Eltern, die ihre Mädchen unversehrt lassen, riskieren, dass sie ihre Töchter nicht verheiraten können. So hat auch Matou Jawara ihre fünfjährige Tochter Khaddy ohne Bedenken beschneiden lassen. Erst nach dem Tod ihrer jüngsten Tochter, kamen Zweifel auf.

Die weibliche Genitalverstümmelung ist eine soziale Norm, die von der betroffenen Gesellschaft akzeptiert wird und den sozialen Status der Familie garantiert. In gewissen Teilen Nord- und Westafrikas sind bis zu 90% der zwischen 15- und 49-jährigen Frauen genital verstümmelt. In der Upper River Region in Gambia, der Heimat von Matou, sind es sogar 99%.

UNICEF ist überzeugt, dass sich mit gezielten Informations- und Sensibilisierungskampagnen die weibliche Genitalverstümmelung innerhalb einer Generation überwinden lässt. Neuste Erhebungen in der Upper River Region haben gezeigt, dass von den 99% Prozent beschnittenen Frauen nur noch 71% ihre Töchter beschneiden lassen würden.

 

Das Projekt

Ein wichtiges Element ist die Herstellung von Öffentlichkeit.

UNICEF Schweiz fördert seit über zehn Jahren Programme zur Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung. In allen Programmen, die UNICEF Schweiz unterstützt, stehen Menschenrechtsbildung und Informationskampagnen im Zentrum. Dabei müssen alle Entscheidungsträger/-innen einbezogen werden.

Zentrale Elemente, die zur Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung beitragen sind:

  • Klare Gesetzesvorlagen
  • Information und Sensibilisierung
  • Stärkung und Schutz der Mädchen
Im Wissen um die Hintergründe und die lokalen Gegebenheiten setzt UNICEF daher auf den Dialog mit Regierungen, der Bevölkerung, den Religionsführern sowie den Familien- und Clanvorstehern. So haben sich in Mauretanien 34 angesehene Imame mit einer Fatwa gegen die weibliche Genitalverstümmelung ausgesprochen.

 

Die Beendung der Praktik erfordert einen sozialen Umwandlungsprozess, der neue Erwartungen (soziale Normen) an das Verhalten der Familien hervorbringt. Ein wichtiges Element ist die Herstellung von Öffentlichkeit: In öffentlichen Deklarationen schwören Dorfgemeinschaften der Praktik ab. Entschliessen mehrere Familien auf die Genitalverstümmelung zu verzichten, sind die Heiratschancen ihrer Mädchen gesichert.

«Community Empowerment»-Projekte

UNICEF Schweiz arbeitet in Gambia deshalb seit vier Jahren mit der Non-Profit-Organisation Tostan zusammen. Ihr ganzheitlicher Ansatz zielt darauf ab, Dorfgemeinschaften zu informieren, zu sensibilisieren und schliesslich dazu zu bewegen, die schädliche Praktik aufzugeben.

«Seit ich im Kontakt mit dem UNICEF Projekt bin, ist mir einiges klar geworden», sagt Matou und ergänzt: «Könnte ich das Rad der Zeit zurück drehen, wäre keines meiner Mädchen beschnitten worden – zuallerletzt Khaddy.»

UNICEF Schweiz finanziert in Ägypten, Burkina Faso, Gambia, Guinea-Bissau, Jemen, Mauretanien und Somalia Projekte gegen weibliche Genitalverstümmelung.

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Die Beendung der Praktik erfordert einen sozialen Umwandlungsprozess.



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