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Flüchtlingskrise in Bangladesh

Innerhalb weniger Wochen flohen ab August 2017 Hunderttausende Angehörige der burmesischen Rohingya vor der Gewalt in ihrem Heimatland. In Bangladesh, einem der ärmsten und am dichtesten besiedelten Länder der Welt, fanden sie Zuflucht. Doch die Verhältnisse in den provisorischen Auffanglagern sind prekär. Durch die Regenzeit zeichnet sich eine neue Tragödie ab.

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Die Situation

Es war eine Flüchtlingswelle, die ihresgleichen sucht: Hunderttausende Angehörige der burmesischen Rohingya überquerten ab August 2017 innert wenigen Wochen die Grenze zu Bangladesh. In Panik flohen sie vor der beispiellosen Gewalt, mit der burmesische Sicherheitskräfte ihre Heimatdörfer überzogen. Jeden Tag kamen Zehntausende mehr, verstört, erschöpft, mit leeren Händen.

Praktisch über Nacht entstand in Bangladesh das grösste Flüchtlingslager der Welt. Rund 700 000 Rohingya haben seit dem Herbst 2017 in provisorischen Lagern im Hinterland der Küstenstadt Cox’s Bazar Zuflucht gefunden, etwa 80 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder. Die Situation bleibt äusserst prekär. Die Lager sind überfüllt, die Infrastrukturen überlastet – und die Zukunft dieser staatenlosen muslimischen Minderheit ist völlig ungewiss.

Nun zeichnet sich durch die Monsunzeit eine neue Tragödie ab. Bereits die ersten Regenfälle haben Hänge ins Rutschen gebracht, Stürme beschädigen die behelfsmässigen Hütten aus Bambusrohr und Plastikplanen. Tausende Flüchtlinge mussten in Sicherheit gebracht werden. Und das ist erst ein Hinweis darauf, was die Menschen in den kommenden Wochen und Monaten erwartet: Der Monsun erreicht normalerweise im August seinen Höhepunkt.

So hilft UNICEF

UNICEF war bereits vor der jüngsten Flüchtlingswelle in Bangladesh stationiert und konnte die Nothilfe vor Ort sofort ausweiten. Seit August 2017 hat das Kinderhilfswerk Hunderte von Bohrlöchern für Trinkwasser gegraben und Tausende von Latrinen installiert. Kinder wurden auf Anzeichen von Mangelernährung untersucht und wenn nötig behandelt. Impf- und Informationskampagnen zum Schutz vor Cholera, Diphterie und Masern zeigten Resultate. Schulunterricht und geschützte Zonen geben den traumatisierten Kindern die Möglichkeit, Abstand zu den schrecklichen Erlebnissen zu gewinnen.

Im Hinblick auf die Monsunzeit hat UNICEF zusammen mit Partnerorganisationen bereits vor Monaten damit begonnen, Unterkünfte und Infrastrukturen vor Überschwemmungen zu schützen und die Hygienebedingungen zu verbessern, um Seuchen vorzubeugen. Mit Notfallplänen bereiten sich die Helfer auf verschiedene Katastrophenszenarien vor – grossflächige Erdrutsche, eine Cholera-Epidemie oder auch eine neue Fluchtwelle. Doch es sind dringend weitere Anstrengungen nötig, um eine Katastrophe abzuwenden, und die Zeit läuft davon.
 

» Factsheet: Hilfe für geflüchtete Rohingya-Kinder (Dezember 2017)
» UNICEF Report: «Lives in Limbo» (Februar 2018)

Helfen auch Sie!

Die 400 000 Rohingya-Kinder in Bangladesh haben in ihrem kurzen Leben schon mehr Gewalt und Entbehrungen erlebt, als sich die meisten Menschen auch nur vorstellen können. Mit Ihrer Unterstützung können wir sie vor einer neuen Katastrohe bewahren. Wir danken Ihnen von Herzen.

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