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Armeniens ungeborene Mädchen

In Armenien werden bis zum Jahr 2060 schätzungsweise 93 000 Mädchen fehlen – Mädchen, die nicht geboren werden durften, weil die Eltern lieber einen Sohn haben wollten. Mit einer umfassenden Studie will UNICEF das tatsächliche Ausmass der vorgeburtlichen Geschlechterselektion erfassen und mit einer breit angelegten Kampagne die öffentliche Wahrnehmung verändern.

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Bambina in Armenia
Die Situation

Knaben haben in Armenien einen höheren Stellenwert als Mädchen. Tief verankerte kulturelle Normen verleiten werdende Eltern dazu, so bald wie möglich das Geschlecht ihres Nachwuchses bestimmen zu lassen. Allzu oft ziehen sie eine Abtreibung in Betracht, wenn sich eine Tochter ankündigt.

Dass es häufig nicht beim Gedanken daran bleibt, zeigt sich insbesondere bei Dritt- und vor allem Viertgeburten: Familien, die bereits zwei Töchter haben und ein drittes Kind erwarten, möchten endlich einen Sohn. So kamen im Jahr 2000 auf 100 Mädchen 150 Knaben zur Welt. Bis 2010 erhöhte sich dieser Wert sogar auf 173 Knaben. Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) schätzt, dass bis 2060 93 000 Mädchen nicht geboren werden, nur weil sie Mädchen sind.

So hilft UNICEF

Im Kampf gegen die vorgeburtliche Geschlechterselektion setzt UNICEF bei den sozialen Normen an. In Zusammenarbeit mit der Universität Zürich, einer armenischen Frauenorganisation und dem nationalen statistischen Dienst wird eine breit angelegte Studie durchgeführt, die ein umfassendes Bild nicht nur der Anzahl Abtreibungen, sondern auch der Hintergründe und der Entscheidungsfindung liefern soll. Es handelt sich um die erste Studie dieser Art in der gesamten Region.

Im Zentrum der Studie steht die öffentliche Wahrnehmung von geschlechterspezifischen Abtreibungen. Untersucht werden einerseits der Wert von Mädchengeburten, andererseits die Entscheidungswege und -befugnisse innerhalb der Familie.

Die Publikation des abschliessenden Berichts, den die Universität Zürich verfasst, wird von einer breiten Kampagne begleitet. Überzeugungsarbeit ist auf allen Ebenen nötig: in den Familien, in Spitälern und Gesundheitshäusern, in der Politik. Soziale Normen ändern sich nur langsam und nur dann, wenn sich alle beteiligten Parteien der Notwendigkeit bewusst sind. Im Weiteren wird UNICEF die Arbeit an Gesetzesvorschlägen unterstützen und weitere Schritte planen, um die Abtreibung von weiblichen Embryos, aber auch Gewalt gegen Mädchen und die Ungleichbehandlung der Geschlechter einzudämmen.

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