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Ausrottung von Polio

2015 hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Nigeria von der Liste der letzten drei Länder gestrichen, in denen Polio endemisch vorkommt. Umso bitterer die Meldung im August 2016: Im krisengeschüttelten Nordosten Nigerias war es zu zwei Neuansteckungen gekommen. UNICEF reagierte umgehend mit flächendeckenden Impfkampagnen im Land selbst wie in den Nachbarländern.

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Polio-Impfung in Nigeria
Die Situation

Wie unumgänglich es ist, dass alle Kinder unter fünf Jahren geimpft sind, zeigt Nigerias jüngste Entwicklung eindrücklich. Das Land war im Herbst 2015 als eines der letzten drei Länder mit endemischem Polio-Vorkommen von der WHO als frei von Kinderlähmung deklariert worden. Polio schien aus Afrika verbannt. Doch Mitte August 2016 wurden im Konfliktgebiet des Nordostens zwei neue Fälle registriert. Ein herber Rückschlag, der zum sofortigen Ausrufen des nationalen Gesundheitsnotstands führte.

Vor der Meldung aus Nigeria war das Ziel einer Polio-freien Welt so greifbar nahe wie nie zuvor. 1988, als UNICEF und die WHO die «Global Polio Eradication Initiative» lancierten, waren in 125 Ländern 350 000 Fälle von Neuansteckungen verzeichnet worden; 2016 waren es noch 37 Fälle in 3 Ländern.

Die erzielten Erfolge und die herben Rückschläge machen deutlich: Der Ausbruch von Polio und anderen Infektionserkrankungen ist heute vor allem dort eine Gefahr, wo Konflikte Gesundheitssysteme kollabieren lassen, Menschen medizinisch unterversorgt sind, sich auf der Flucht befinden, Kontrollen fehlen, die nötige Infrastruktur zerstört ist.

Endemisch kommt Polio neben Nigeria heute noch in Afghanistan und Pakistan vor. In beiden Ländern konnten aber gerade in letzter Zeit grosse Fortschritte erzielt werden.

So hilft UNICEF

20 Millionen freiwillige Helfer haben in den zurückliegenden drei Jahrzehnten ihren Weg durch Kriegsgebiete, Dschungel, Slums und zu entfernten Dörfern gesucht. Sie gingen von Haus zu Haus, um das Virus zu besiegen – und erzielten Erfolge, die zeitweise unerreichbar schienen. Beispielsweise waren 2009 die Hälfte aller weltweiten Polio-Fälle in Indien verzeichnet worden. Der letzte Ausbruch im Land wurde im Januar 2011 registriert, seither ist Indien frei von Kinderlähmung.

UNICEF wird in Ländern mit endemischem Vorkommen und in den grössten Risikogebieten gegen einen Neuausbruch von Polio engagiert bleiben, bis das letzte Kind erreicht und der Impfschutz lückenlos ist. Zu den Risikogebieten gehören neben Nigeria und den umliegenden Ländern unter anderem auch Madagaskar, Guinea, Äquatorialguinea, Äthiopien, Irak, Somalia, Syrien und die Ukraine. Denn jedes ungeimpfte Kind bedeutet eine Gefahr für alle Kinder dieser Welt – umso mehr in einer Zeit, in der so viele Menschen auf der Flucht sind wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr.

Gegenwärtig richtet sich der Fokus von UNICEF auf Nigeria und die umliegenden Länder: 41 Millionen Kinder werden geimpft, knapp 39 000 Gesundheitsmitarbeitende engagieren sich im Land selbst sowie im angrenzenden Tschad, in Niger, Kamerun und der Zentralafrikanischen Republik. Insgesamt finden fünf grosse Impfrunden statt. UNICEF stellt Schluckimpfungen zur Verfügung, sorgt für lückenlose Impfketten, sensibilisiert, klärt auf, informiert und bildet Tausende freiwillige Mitarbeitende aus.

 

» Factsheet Polio (2017)

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