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Programme gegen Kinderehen

Jahr für Jahr werden für Millionen Mädchen Ehen arrangiert: Statt zur Schule zu gehen, müssen sie fortan einen Haushalt führen und ihrem Mann zur Verfügung stehen. Kinderehen verstossen gegen die Menschenrechte. UNICEF engagiert sich in über 50 Ländern gegen die Verheiratung von Minderjährigen und setzt dabei insbesondere auf Sensibilisierungskampagnen und den Zugang der Mädchen zum Schulunterricht.

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Programme gegen Kinderehen
Die Situation

Weltweit werden jedes Jahr geschätzte 15 Millionen Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Manche von ihnen sind noch keine 10 Jahre alt, wenn sie einem Mann übergeben werden, den sie in vielen Fällen nicht kennen und der fortan ihr Ehemann sein wird. Statt zur Schule zu gehen, müssen sie nun einen Haushalt führen, kochen, ihrem Mann und dessen Familie zu Diensten stehen. Häufig erleben sie häusliche Gewalt oder werden schwanger, bevor ihr Körper dafür bereit ist.

Kinderehen sind ein geschlechterspezifisches Phänomen – in fast allen Fällen ist der Bräutigam viele Jahre älter als die Braut. Am weitesten verbreitet sind Frühehen in Afrika und im südlichen Asien. In Bangladesh beispielsweise wurden fast 40 Prozent aller Frauen vor ihrem 15. Geburtstag verheiratet, und 76 Prozent der Frauen in Niger hatten mit 18 Jahren bereits einen Ehemann. Vielerorts sind Hochzeiten von Minderjährigen zwar gesetzlich verboten, werden aber gleichwohl rege praktiziert. Die Gründe sind komplex und teilweise mit tief verankerten sozialen Normen verbunden. In den meisten Fällen kommen jedoch finanzielle Nöte hinzu: Erstens möchten Eltern ihre Töchter versorgt wissen, und zweitens steigt mit zunehmendem Alter der Braut die Mitgift, die der Familie des Bräutigams geschuldet ist.

Die Zahl der Kinderehen ist leicht rückläufig, doch der Fortschritt ist ungleich verteilt. Für Mädchen aus ländlichen Gebieten und aus armen Familien hat sich noch nicht viel zum Besseren gewendet. Bewaffnete Konflikte oder Naturkatastrophen führen überdies immer wieder zu einem Anstieg der Kinderehen.

Kinderehen verstossen gegen die Menschenrechte. Sie zerstören überdies nicht nur die Träume der betroffenen Mädchen, sondern entziehen der Gesellschaft ein enormes Potenzial. Eine der wichtigsten Massnahmen zur Bekämpfung von Frühehen ist denn auch der Zugang zum Schulunterricht. Ausgebildete Mädchen heiraten später, haben weniger und gesündere Kinder und sorgen dafür, dass ihre Töchter ebenfalls wieder zur Schule gehen.

So hilft UNICEF

UNICEF engagiert sich heute in 52 Ländern gegen die Kinderehe und arbeitet dabei eng mit lokalen Stellen und Nichtregierungsorganisationen zusammen.

  • Schulen: UNICEF baut kinderfreundliche Schulen, unterstützt Mädchenbildungsprogramme, betreibt Lernzentren und bildet Lehrpersonen aus. In den Schulen wird für sauberes Wasser und geschlechtergetrennte Toiletten gesorgt.
  • Gesundheit: Frühe Schwangerschaften gefährden das Leben der Mädchen. UNICEF unterstützt daher Projekte für eine gute Schwangerschaftsvor- und -nachsorge, bildet Hebammen aus und hilft mit, Beratungsstellen und Auffangnetze aufzubauen.
  • Armutsbekämpfung: UNICEF führt Projekte durch, um den Familien ein existenzsicherndes Einkommen zu ermöglichen und dadurch den Druck zu reduzieren, Töchter aus finanziellen Gründen zu verheiraten.
  • Stärkung des Kinderschutzsystems: UNICEF beobachtet die Entwicklung der Kinderehen, führt Studien durch und setzt die gewonnenen Erkenntnisse in Projekte um. Das Wissen und die Erfahrung werden Regierungen und Organisationen zur Verfügung gestellt, um die nationalen Kinderschutzsysteme zu stärken. Informations- und Sensibilisierungskampagnen stellen die Rechte der betroffenen Mädchen ins Zentrum und richten sich an Eltern, Lehrpersonen und andere Entscheidungsträger.
Fact Sheet: Frühehen (2017)
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Bericht UNFPA: Marrying too young (2012)
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