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Programme gegen Mädchenbeschneidung

Die Genitalverstümmelung ist eine äusserst sensible Thematik: Für die weltweit mehr als 200 Millionen beschnittenen Mädchen und Frauen ist sie mit körperlichen und seelischen Schmerzen verbunden, und vielerorts sind die schädlichen Eingriffe tabuisiert. UNICEF Schweiz unterstützt zurzeit ein Programm in Burkina Faso, das 1,5 Millionen Kinder erreichen wird. Der Boden dazu ist bereit: Die meisten Menschen dort sind sich der negativen Folgen der Praxis bewusst und möchten diese abschaffen.

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Die Situation

Weltweit sind schätzungsweise 200 Millionen Mädchen und Frauen beschnitten. Sie alle sind Opfer fundamentaler Menschen- und Kinderrechtsverletzungen, durchleben häufig furchtbare Schmerzen und haben vielfach mit lebenslangen gesundheitlichen und seelischen Folgen zu kämpfen. Der grösste Teil unter ihnen war zum Zeitpunkt der Beschneidung im Kleinkindalter.

Das Beschneiden von Mädchen ist ein in jeder Hinsicht hochsensibles Thema. Bis heute ist es praktisch überall mit alten Traditionen verbunden. Eltern entscheiden sich zu diesem oft von Ritualen umgebenen Schritt, weil sie davon ausgehen, dass er das Erwachsenwerden ihrer Töchter erleichtert, dass sie sich als beschnittene Frauen besser verheiraten lassen und der Familie Ehre machen. Bei vielen sitzt auch die Überzeugung tief, ihre Religion schreibe vor, Mädchen zu beschneiden – ein nach wie vor weit verbreitetes Missverständnis.

Heute werden immerhin ein Drittel weniger Mädchen beschnitten als noch vor dreissig Jahren. Jüngste Daten zeigen, dass sich die Mehrheit der Menschen ein Ende der Praxis wünscht, aber nach wie vor dem sozialen Druck nachgibt.

Dies ist genau die Situation in Burkina Faso, das vor grossen Herausforderungen steht: Die Kindersterblichkeit ist mit 89 pro 1000 Lebendgeburten sehr hoch, 52 Prozent der 18-jährigen Mädchen sind bereits verheiratet, 76 Prozent der Mädchen und Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren sind beschnitten. Dennoch war Burkina Faso das dritte afrikanische Land, das die Mädchenbeschneidung 1996 mit einem Gesetz verbot. Zentral ist, dass die Praxis heute kein Tabuthema mehr ist: 99,6 Prozent der Frauen und 98 Prozent der Männer im Alter von 15 bis 49 Jahren wissen um die schädlichen Folgen und sind informiert, dass Mädchenbeschneidung gesetzlich verboten ist. Nur 9,3 Prozent der Frauen und 10,1 Prozent der Männer sprechen sich noch für eine Fortsetzung der Praxis aus.

So hilft UNICEF

UNICEF Schweiz unterstützt ein Programm in Burkina Faso, das 1,5 Millionen Kinder erreichen wird. Das Ziel des neuen Programms ist es, bis zum Jahr 2020 1,5 Millionen verletzliche Kinder zu erreichen und 200 000 unter ihnen konkret vor gefährlichen Praktiken wie der Mädchenbeschneidung zu bewahren.

In fünf besonders betroffenen Regionen des Landes sollen die unter 15-jährigen Mädchen von Gesundheits- und Familienhelferinnen und Sozialarbeiterinnen der Gemeinde begleitet werden. Grundsätzlich ist geplant, die Hälfte der 18 000 Gesundheitsfachleute des Landes in Bezug auf die Einhaltung der Kinderrechte und die schädliche Beschneidungspraxis zu sensibilisieren, ebenso 80 Prozent der Geistlichen, Gelehrten und lokalen Autoritäten. 108 000 Mädchen im Alter zwischen 10 und 19 Jahren sollen in Bezug auf ihre sexuelle Gesundheit geschult und von Mentoren begleitet werden.

 

» Fact Sheet: Mädchenbeschneidung - Eingriff mit lebenslangen Folgen (2016)
» Fact Sheet: Mädchenbeschneidung in der Schweiz (2016)
» UNICEF Broschüre: «Female genital mutilation/cutting: A global concern» (2016)
» Formular Projektpatenschaft übernehmen (LSV, DD)

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