Rohingya

Zyklon und Covid-19 – Doppelte Bedrohung für Rohingya-Kinder

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Zyklon und Covid-19 – Doppelte Bedrohung für Rohingya-Kinder

Sie leben im grössten Flüchtlingslager der Welt in teils prekären Verhältnissen – die Rohingya-Kinder in Bangladesch. Nun zog inmitten der Corona-Pandemie ein Zyklon über das Lager.

Seit August 2017 leben Hunderttausende staatenlose Rohingya in provisorischen Lagern im Hinterland der Küstenstadt Cox’s Bazar in Bangladesch. Sie flohen vor Gewalt, Unterdrückung und politischen Spannungen aus ihren Heimatdörfern und leben seither im grössten Flüchtlingslager der Welt. Dicht an dicht gedrängt stehen die provisorischen Hütten. Die hygienischen Verhältnisse sind teils katastrophal, und es gibt derzeit keine ausreichende medizinische Versorgung. 

Nun traf am Mittwoch der tropische Wirbelsturm Amphan mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 185 Stundenkilometern und heftigen Regenfällen in Indien und Bangladesch auf Land. Er löste Überschwemmungen aus, entwurzelte Bäume und zerstörte Stromleitungen. Während das Ausmass der Zerstörungen noch nicht vollständig bekannt ist, schätzt UNICEF, dass mehr als 19 Millionen Kinder in Indien und Bangladesch betroffen sein könnten. 

UNICEF befürchtet, dass es für die Bewohner des überfüllten Flüchtlingslagers nun noch schwieriger wird, Abstand zu halten. Doch gerade jetzt wäre das wichtiger denn je. Vor wenigen Tagen wurden erste Rohingya-Flüchtlinge positiv auf Covid-19 getestet, die Fallzahlen steigen. Und mit ihnen die Gefahr, dass es zu einer unkontrollierten Ausbreitung des Coronavirus kommt.

Wir müssen jetzt alles tun, um die Kinder und ihre Familien vor dem Coronavirus zu schützen!

Rohingya 2017
© UNICEF/UN0144601/Brown

Wir von UNICEF helfen seit Beginn der Corona-Pandemie Kindern und Familien in einem weltweiten Nothilfe-Einsatz. Auch in Bangladesch haben sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf einen Ausbruch von Covid-19 in den Rohingya-Camps vorbereitet. Da es nun die ersten Fälle gibt, verstärken wir unsere Massnahmen so schnell wie möglich.

© UNICEF/UNI315489/Himu
Im grössten Flüchtlingscamp der Welt: Gründliches Händewaschen ist der beste Schutz vor Covid-19.

So helfen wir konkret:

  • Wir haben in den Camps Wasser- und Sanitäranlagen für Hunderttausende eingerichtet. Mittlerweile gibt es auch mehrere Tausend Handwaschstationen mit Seife und sauberem Wasser. 
  • Gemeinsam mit unseren Partnern bauen wir ein Behandlungszentrum für Covid-19-Patienten auf. Es soll auch 210 Betten für Intensivpatienten beinhalten.
  • Wir rüsten Gesundheitshelfer mit Schutzkleidung wie Masken, Einmalhandschuhen und Schutzanzügen aus.
  • Angesichts der Corona-Pandemie haben wir unsere Hygiene-Aufklärung in den Camps noch verstärkt: UNICEF-Helfer üben mit den Kindern, wie sie sich richtig die Hände waschen – und sie erklären ihnen, was sie sonst noch über Hygiene wissen müssen. 
  • Wir sorgen dafür, dass die grundlegende medizinische Versorgung von Kindern und Müttern weitergeht und etwa mangelernährte Kinder weiter behandelt werden.
  • Die Lernzentren sind als Vorsichtsmassnahme gegen die Verbreitung des Coronavirus vorübergehend geschlossen. Wir unterstützen Mädchen und Jungen aber dabei, von zuhause aus zu lernen – zum Beispiel indem wir ihnen Arbeitsbücher und Lernmaterial bereitstellen.  

Die Rohingya-Kinder in Bangladesh haben in ihrem kurzen Leben schon mehr Gewalt und Entbehrungen erlebt, als sich die meisten Menschen auch nur vorstellen können. Mit Ihrer Unterstützung können wir sie vor einer neuen Katastrohe bewahren. Wir danken Ihnen von Herzen.