Gewalt an Mädchen eindämmen in Liberia

In Liberia ist das Risiko für Mädchen, sexuelle Gewalt zu erleiden, extrem hoch. Teenagerschwangerschaften und Kinderehen sind an der Tagesordnung. Gefragt sind Sensibilisierungsarbeit im Bereich Kinderrechte und konkrete Schutzmassnahmen für Betroffene.

Liberia 2015
© UNICEF/UNI180866/Grile

Die Situation

Gewalt und sexueller Missbrauch von Kindern in der Schule und zu Hause sind in Liberia weit verbreitet. Beides sind gesellschaftlich akzeptierte Normen, und wer Kinder und Jugendliche missbraucht, kommt oft straffrei davon. Vor allem Mädchen werden Opfer von Gewalt. Die Bandbreite ist gross: Sie reicht von Erniedrigung und Ausgrenzung über physischen und emotionalen Missbrauch bis zu sexueller Ausbeutung. Immer wieder werden Kinderehen arrangiert, obwohl das Gesetz sie verbietet, und in einer nationalen Befragung gaben 53 Prozent der Frauen an, beschnitten zu sein.

Die Zukunft von Liberia liegt in den Kindern und Jugendlichen, denn von den gut 4 Millionen Einwohnern sind 47 Prozent unter 15 Jahre alt. Diese Mädchen und Buben sind diejenigen, die am meisten anfällig für Gewalt, Ausbeutung und Missbrauch sind. Die verfügbaren Zahlen sind alarmierend, und die Dunkelziffer ist hoch. So gaben bei einer Umfrage 13,6 Prozent der sexuell aktiven Mädchen unter 15 Jahren an, dass ihre ersten sexuellen Erfahrungen gegen ihren Willen stattfanden. Bei der Hälfte aller gemeldeten Vergewaltigungen waren die Leidtragenden Mädchen im Alter zwischen 10 und 15 Jahren. Die Mehrheit der liberianischen Frauen ist vor ihrem 18. Geburtstag bereits Mutter. Die Analphabetenrate ist extrem hoch, da die Mädchen bei ihrer Verheiratung oder ihrer Mutterschaft die Schule abbrechen.

So hilft UNICEF

UNICEF hat sich gemeinsam mit der Regierung und Partnerorganisationen zum Ziel gesetzt, Mädchen einen positiven Start in das Erwachsenenleben zu ermöglichen. Um dies zu erreichen, werden Programme mit folgenden Zielen umgesetzt:

  • Reduktion von Kinderehen und Teenagerschwangerschaften
  • Reduktion von Mädchenbeschneidung
  • Verbesserung des Zugangs zum Bildungssystem
  • Reduktion von Kinderprostitution als Folge der Armut von Strassenkindern
  • Reduktion der Ansteckung mit HIV/AIDS

Konkret heisst das:

  • UNICEF ruft Kinderwohlfahrts-Komitees ins Leben und schult deren Leiter in Kinderrechtsfragen bezüglich geschlechtsspezifischer Gewalt.
  • UNICEF bildet Arbeitskräfte im Gesundheitswesen aus, damit diese ihre Patienten über Familienplanung, sexuelle Gesundheit und Gewaltprävention aufklären.
  • Comics, Poster, Filme und Videos helfen, den Kindern und Jugendlichen zu Fragen wie sexueller Missbrauch, frühe Schwangerschaft oder Mädchenbeschneidung eine kritische Denk- und Entscheidungshaltung nahezubringen.
  • Opfer sexueller Gewalt erhalten psychologische, medizinische und rechtliche Unterstützung sowie Hilfe bei der Wiedereingliederung in Schule und Beruf.
  • An öffentlichen Veranstaltungen und Kundgebungen wird die Bevölkerung für den Schutz von Kindern und Jugendlichen sensibilisiert.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Das Projekt ist vollständig finanziert und wird derzeit umgesetzt. Wir danken Ihnen von Herzen für Ihre Unterstützung.