Hungerkrise in Malawi

Malawi erlebt derzeit die schlimmste Hungerkrise seit über einem Jahrzehnt. Dürreperioden und Überschwemmungen vernichten Ernten und treiben die Menschen in die Flucht. Zehntausende von Kindern leiden an schwerer akuter Mangelernährung.

Malawi 2016
© UNICEF/UN022636/Chikondi

Die Situation

Malawi erlebt derzeit die schlimmste Nahrungsmittelkrise seit über einem Jahrzehnt. Bereits 2014 behinderten lange Trockenperioden und späte Regenfälle die Maisproduktion. Anfang 2015 überfluteten extreme Niederschläge das Land, rissen Häuser, Ernten und Vieh mit sich und zwangen über 230 000 Menschen zur Flucht. Eine Besserung ist nicht in Sicht: Das Wetterphänomen El Niño dürfte weiter für unregelmässige Regenfälle sorgen und die Bevölkerung gefährden. Die Regierung hat den Notstand ausgerufen.

Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt. Über 40 Prozent aller Kinder sind wegen chronischer Mangelernährung in ihrer Entwicklung behindert. Zurzeit leiden schätzungsweise 76 000 Kinder unter fünf Jahren an schwerer akuter Mangelernährung – was nichts anderes bedeutet, als dass sie unmittelbar vom Tod bedroht sind. Insgesamt sind 3,5 Millionen Kinder von der aktuellen Krise betroffen.

So hilft UNICEF

UNICEF setzt einerseits auf die unmittelbare Behandlung von mangelernährten Kindern und anderseits auf präventive Massnahmen: Nur wenn Mütter und andere Betreuungspersonen Anzeichen von Mangelernährung früh genug erkennen, können sie rechtzeitig Hilfe suchen.

Kinder, die als Folge der Mangelernährung bereits ernsthaft erkrankt sind, werden in Gesundheitseinrichtungen rund um die Uhr betreut und nach einem strengen Plan mit therapeutischer Spezialmilch versorgt. Bei den weniger schwerwiegenden Fällen reicht es im Normalfall, den Müttern eiweissreiche Fertignahrung abzugeben, mit denen die Kinder sechs bis acht Wochen lang behandelt werden.

Im Einzelnen leistet UNICEF folgende Unterstützung:

  • Spitäler, regionale Gesundheitszentren und Gemeinden werden über die Lieferkette des malawischen Gesundheitsministeriums mit therapeutischen Lebensmitteln versorgt.
  • Mütter und andere Betreuungspersonen werden angeleitet, wie sie ihre Kinder optimal versorgen und Anzeichen von Mangelernährung frühzeitig erkennen.
  • Die Verteilung und Anwendung der Nahrungsmittelhilfe wird überwacht, um ihre Wirksamkeit sicherzustellen.

UNICEF hat sich zum Ziel gesetzt, sämtliche akut mangelernährten Kinder in Malawi aufzuspüren und sie mit den nötigen Nährstoffen zu versorgen. Jedes Jahr werden 20 Prozent der Produkte im Lager zurückbehalten, um rasch auf neue Fälle reagieren zu können.


Helfen auch Sie!

Mit Ihrer Spende tragen Sie dazu bei, dass akut mangelernährte Kinder in Malawi gerettet werden können. Wir danken Ihnen von Herzen.

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