Kampf gegen Mädchenbeschneidung im Sudan

87 Prozent der 15- bis 49-jährigen Mädchen und Frauen im Sudan sind beschnitten. Unbeschnittene Frauen werden als unrein angesehen und vielerorts ausgeschlossen. Umso wichtiger ist, dass Schritt für Schritt ein Umdenken stattfindet und jedes Mädchen von Geburt an als vollkommen gilt.

Sudan 2014
© UNICEF/UNI165990/Noorani

Die Situation

Der Sudan zählt zu jenen Ländern Afrikas, in denen die Beschneidung noch besonders tief in den Traditionen und der Kultur verankert und stark mit der Erfüllung sozialer Normen verbunden ist. 87 Prozent der 15- bis 49-jährigen Frauen sind beschnitten, bei den meisten von ihnen wurde der Eingriff vor ihrem 11. Geburtstag durchgeführt. Unbeschnittene Frauen gelten als «qulfa» – ein Begriff, der «Scham» und «gesellschaftlicher Ausschluss» ausdrückt.

Als Gegenbegriff hat UNICEF das Wort «saleema» eingeführt: Der arabische Begriff steht für «vollkommen, intakt, gesund, unversehrt» und ist inzwischen zu einem weit verbreiteten Synonym für unbeschnittene Frauen geworden. Denn jedes Mädchen kommt vollkommen zur Welt.

So hilft UNICEF

Die «Saleema»-Kampagne führt zu einem Umdenken innerhalb der sudanesischen Gesellschaft. Inzwischen haben Dutzende von Dörfern öffentlich von der Beschneidung Abstand genommen. Die soziale Norm, dass nur beschnittene Mädchen schön sind und sich verheiraten lassen, wird Schritt für Schritt transformiert in eine neue Norm der Unversehrtheit und Vollkommenheit bei der Geburt. Die konkreten Massnahmen von UNICEF umfassen:

  • Sensibilisierungsprogramme in Radio und TV
  • Öffentliche Stellungnahmen von Regierungsvertretern
  • Statements von bekannten Sängerinnen, Schriftstellern, Schauspielerinnen
  • Deklarationen von religiösen Vordenkern

Helfen Sie mit, die weibliche Genitalverstümmelung im Sudan zu bekämpfen. Wir danken Ihnen von Herzen.

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