Kinderarbeit auf Kakaoplantagen in der Elfenbeinküste

Zur Erntezeit arbeiten in der Elfenbeinküste über eine Million Kinder auf Kakaoplantagen. Sie sind Pestiziden, Insektenstichen und Schlangenbissen ausgesetzt, verletzen sich mit den Macheten und haben Rückenschmerzen. Weil Arbeit auf Kosten der Schulbildung die Armut der Kinder zementiert, statt sie zu durchbrechen, setzt sich UNICEF in erster Linie für ihre Bildung ein.

Côte d'Ivoire 2012
© UNICEF/UNI129916/Asselin

Die Situation

Die Elfenbeinküste ist der weltweit wichtigste Kakaoproduzent. Auf den Plantagen kennen die Mädchen und Buben den Kakao jedoch nur von seiner bitteren Seite: Über eine Million Kinder arbeiten zur Erntezeit auf den Feldern und setzen dabei ihre Gesundheit aufs Spiel. Die schweren Säcke und Wasserbehälter machen den Rücken kaputt, Macheten und andere Geräte verursachen Verletzungen, Pestizide lassen die Gesichter aufquellen, Insekten und Schlangen sind allgegenwärtig und gefährlich.

Tausende Kinder wurden mit dem Versprechen auf ein besseres Leben aus Mali, Burkina Faso, Togo oder den zentralen und nördlichen Teilen der Elfenbeinküste auf die Felder verschleppt. So befördert die Kinderarbeit auf den Kakaoplantagen auch den nationalen und internationalen Kinderhandel.

Kinderarbeit ist in der Elfenbeinküste aber nicht nur ein saisonales Problem. Über ein Viertel der 5- bis 14-jährigen Kinder im Land arbeiten, um zum Familieneinkommen beizutragen. Die Hälfte von ihnen besucht keine Schule. Den meisten anderen fehlen sowohl Kraft wie auch Zeit, um vom oft nur gelegentlichen Unterricht wirklich zu profitieren.

So hilft UNICEF

Jedes Kind hat ein Recht auf Schutz und Bildung. Deshalb setzt sich UNICEF dafür ein, Kinder vor Arbeit und Ausbeutung zu schützen und ihnen den Zugang zur Schule zu ermöglichen.

  • UNICEF unterstützt Schulen mit Schulmaterial und bei der kontinuierlichen Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen. Stundenplan und Unterrichtsstoff werden den Bedürfnissen der Kinder angepasst. An Abendschulen können Kinderarbeiter den verpassten Stoff nachholen, um in die reguläre Schule überzutreten.
  • Im Kampf gegen die Armut unterstützt UNICEF Familien zum Beispiel mit Kleinkrediten für Mütter und Mahlzeiten für Schulkinder.
  • Um den Kinderschutz zu stärken, bietet UNICEF der Regierung der Elfenbeinküste technischen Support bei der Geburtenregistrierung und schult das Personal. Kinderschutzkomitees gehen die Missstände auf lokaler Ebene an.
  • UNICEF sensibilisiert Behörden und Bevölkerung für die Problematik der Kinderarbeit und die langfristigen Nachteile unzureichender Schulbildung.
  • Mit dem Ziel, der ausbeuterischen Kinderarbeit ein Ende zu setzen, engagiert sich UNICEF in der Gesundheits- und Bildungspolitik, unterstützt Reformen der Arbeitsgesetzgebung und berät Unternehmen der Schokoladeindustrie in Bezug auf Kinderrechtsfragen.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Das Projekt ist vollständig finanziert und wird derzeit umgesetzt. Wir danken Ihnen von Herzen für Ihre Unterstützung.