Programme gegen Mädchenbeschneidung

Verletzt an einer besonders sensiblen Körperstelle: Mit diesem Schicksal leben weltweit mehr als 200 Millionen beschnittene Mädchen und Frauen. Doch es hat ein Wandel begonnen. Die langjährige Sensibilisierungsarbeit von UNICEF zeigt Wirkung.

Burkina Faso 2012
Unversehrt Mädchen sein dürfen: Schritt für Schritt findet ein Umdenken statt.

© UNICEF/UNI127791/Asselin

Die Situation

Bei der weiblichen Genitalverstümmelung klaffen Recht und Realität oft weit auseinander. Bis heute umgeht die Praxis in vielen Ländern die geltenden Gesetze. Die nicht medizinisch begründeten Schnitte verursachen Schmerzen, ziehen häufig Infektionen, Unfruchtbarkeit und Inkontinenz nach sich, führen zu Komplikationen beim Geschlechtsverkehr, erhöhen das
HIV-Risiko und enden immer wieder tödlich.

Weltweit sind die Genitalien von 200 Millionen Mädchen und Frauen verstümmelt. Ein Grossteil von ihnen lebt in Afrika. Vor allem in ländlichen Gebieten zählen Kinder, die nicht beschnitten sind, zur stigmatisierten Gruppe der «ghalfaa». Das Wort steht für Unreinheit und Unanständigkeit. In den zurückliegenden Jahren hat UNICEF deshalb einen Gegenbegriff geprägt, der sich inzwischen weit verbreitet hat, «saleema». Auf Arabisch stehen die sieben Buchstaben für «vollkommen, gesund, unversehrt».

Die 2008 lancierte «Saleema»-Kampagne, die UNICEF gemeinsam mit der sudanesischen Regierung umsetzt, führt Schritt für Schritt zu einem Umdenken innerhalb der Gesellschaft. Das Logo der Kampagne ist an Hochzeiten, in Büros von Familienberatungen, in Cafés oder auf Picknickplätzen zu sehen und regt dazu an, über das Thema Beschneidung nachzudenken.

Mit Erfolg: In öffentlichen Stellungnahmen haben sich im Sudan, aber auch in anderen Ländern Hunderte von Dorfgemeinschaften gegen die weibliche Genitalverstümmelung ausgesprochen, ebenso Regierungsvertreter, Personen öffentlichen Interesses sowie religiöse Vordenker. Neue Daten zeigen, dass der Anteil beschnittener Mädchen unter 14 Jahren im Sudan um 25 Prozent tiefer liegt als jener der Frauen im Alter von 30 bis 34 Jahren.

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