Schulbildung in Ruanda

Ruanda hat es in den vergangenen Jahren geschafft, so gut wie alle Kinder einzuschulen. Nun zeigt sich aber, dass die Leistungen der Schülerinnen und Schüler zu wünschen übrig lassen. Die Unterrichtsqualität muss dringend verbessert werden.

Rwanda 2011
Ruanda hat erkannt, wie wichtig es ist, in qualitativ gute Bildung zu investieren. Der entsprechende Anteil des nationalen Bildungsbudgets wurde zwischen 2012/13 und 2017/18 von 15,8 Prozent auf 22,3 Prozent erhöht.

© UNICEF/UNI110430/Noorani

Die Situation

Ruanda, das der Welt vor allem durch den grausamen Völkermord von 1994 ein Begriff ist, gilt heute südlich der Sahara als eigentlicher Vorzeigestaat. Im humanitären wie auch im ökologischen Bereich setzte die Regierung in den letzten beiden Jahrzehnten wichtige Entwicklungen in Gang. So zählt Ruanda zu den wenigen Ländern, welche die Millenniums-Ziele erreichten.

Auch im Bildungsbereich kann Ruanda – zumindest quantitativ – beeindruckende Erfolge vorweisen: 98 Prozent der Kinder werden heute eingeschult. Grosser Nachholbedarf besteht jedoch bei der Unterrichtsqualität. Neue Auswertungen von landesweiten Daten zeigen, dass die Kinder beim Lesen, Schreiben und Rechnen grosse Defizite aufweisen. Gleichzeitig sinkt offenbar auch die Freude am Schulbesuch: Während im Jahr 2012 knapp 73 Prozent der Buben und Mädchen ihre Schulzeit beendeten, waren es 2016 nur noch 65 Prozent.

Ein Grund für die mangelhafte Qualität des Unterrichts ist die ungenügende Anzahl an Lehrkräften – in einem Klassenzimmer sitzen heute durchschnittlich 58 Kinder. Vor allem aber sind die Lehrerinnen und Lehrer häufig selbst nicht gut ausgebildet und haben keine Übung darin, auf die Bedürfnisse und den Wissensstand der einzelnen Kinder einzugehen.

So hilft UNICEF

Um die Bildungsqualität in Ruanda dauerhaft zu verbessern, hat UNICEF gemeinsam mit dem Bildungs- und Erziehungsministerium den Basislehrplan überarbeitet. Zur neuen nationalen Strategie gehört, Lehrkräfte laufend zu fördern, in ihre Ausbildung zu investieren und sie anzuleiten, vermehrt Kompetenzen und kritisches Denken statt reines Wissen zu vermitteln.

Das Programm, an dem sich UNICEF Schweiz und Liechtenstein massgeblich finanziell beteiligt, beruht auf einem landesweiten System von Mentoren, die täglich vier bis fünf Lehrpersonen bei der Auswahl der Unterrichtsmaterialien und der Vorbereitung der Schulstunden helfen. UNICEF unterstützt dabei die fortlaufende Aus- und Weiterbildung der Mentoren.

Mit einer Projektpatenschaft helfen Sie mit, dass die Mädchen und Buben in Ruanda wieder gern zur Schule gehen und dort die nötigen Kompetenzen fürs Leben erwerben. Wir danken Ihnen von Herzen.