Verbesserung der Unterrichtsqualität in Bhutan

Die meisten der 8000 Kinder, die in Bhutans Klosterschulen aufwachsen, stammen aus schwierigen Familiensituationen. Umso wichtiger ist, dass die Kinderrechte auch für sie gelten. UNICEF sorgt seit Jahren nicht nur für bessere sanitäre Bedingungen, sondern auch für einen umfassenderen Schulunterricht. Gegenwärtig befasst sich einer der Programmschwerpunkte gezielt mit dem Bereich Kinderschutz.

Bhutan 2012
© UNICEF/UNI202391/Lopez

Die Situation

Strikte Disziplin und harte Strafen prägen den Alltag in den oft einsamen und abgelegenen Klöstern, in denen die Winter lang und eiskalt sind. Offiziell liegt das Eintrittsalter bei sieben Jahren, tatsächlich nehmen die Klosterschulen aber bereits fünfjährige Buben und Mädchen auf. Ihre Familien sehen die Mönche und Nonnen über Monate oder Jahre nicht mehr. Die Wege sind zu weit, das Reisen ist zu teuer.

Einige der wichtigsten Kinderrechte dringen bis heute nicht ins Innere der Klosterschulen vor. Der Alltag der Kindermönche und -nonnen besteht vorwiegend aus stundenlangem Auswendiglernen von Gebetstexten; den Schülerinnen und Schülern fehlen säkulare Bildungsinhalte ebenso wie Bewegung oder gesunde Ernährung. Erst in 14 der 400 Schulen wird Englisch unterrichtet – an den öffentlichen Sekundarschulen Bhutans längst eines der Pflichtfächer. Und gerade auch Fertigkeiten, die zur Meisterung des Lebens zentral sind und welche die Kinder an den öffentlichen Schulen Bhutans lernen, werden in den meisten Klosterschulen noch nicht vermittelt. Beispielsweise, die eigene Meinung zu äussern oder für sich selbst einzustehen.

So hilft UNICEF

Seit rund 20 Jahren unterstützt UNICEF Schweiz Bildungsprogramme in Bhutan. Ein Grossteil der Programmarbeit widmet sich seit Jahren Massnahmen, welche die Lebensbedingungen der Kindermönche und Nonnen verbessern. In enger Zusammenarbeit mit der Kommission für klösterliche Angelegenheiten sensibilisiert das Kinderhilfswerk auf achtsame Weise dafür, die zentralen Kinderrechte auch in Bhutans Klosterschulen einzuhalten. Im letzten Jahr wurde gemeinsam mit der Regierung ein neuer Aktionsplan ausgearbeitet. Er definiert konkrete Schritte, wie in Klosterschulen für die Einhaltung der Kinderrechte gesorgt werden soll und wie zu handeln ist, wenn Verletzungen vorliegen und erkannt sind. Ausserdem wird grosses Gewicht darauf gelegt, dass die jungen Mönche und Nonnen lernen, für sich selbst einzustehen.

Helfen auch Sie!

Bildung ist der Schlüssel zum Fortschritt. Mit einer Projektpatenschaft tragen Sie dazu bei, dass auch die Kindermönche und -nonnen in den Klosterschulen Bhutans eine Zukunftsperspektive erhalten. Wir danken Ihnen von Herzen.