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Tragödie in der zentralen Sahelzone

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Tragödie in der zentralen Sahelzone

Bewaffnete Konflikte, Naturkatastrophen infolge des Klimawandels und nun die Corona-Pandemie setzen den Ländern der zentralen Sahelzone massiv zu. In Burkina Faso, Mali und Niger werden im Jahr 2020 voraussichtlich mehr als 5,3 Millionen Mädchen und Buben auf humanitäre Hilfe angewiesen sein. 

Kinder in Mali

2,4 Mio.
sind auf humanitäre Hilfe angewiesen

Kinder in Burkina Faso

482 000
sind als Binnenvertriebene (IDPs) registriert

Kinder in Niger

400 000
sind schwer akut mangelernährt

Die zentrale Sahelzone, welche die drei afrikanischen Länder Burkina Faso, Mali und Niger umfasst, ist mit einer schweren humanitären Krise konfrontiert. In der Region werden seit Jahren bewaffnete Konflikte ausgetragen, aufgrund derer Millionen von Menschen aus ihren Dörfern fliehen mussten. Unter ihnen mehr als 900 000 Kinder.

© UNICEF/UN0274349/Ayene

«Das Ausmass an Gewalt, mit dem die Kinder in der zenralen Sahelzone konfrontiert sind, ist absolut erschreckend. Sie werden getötet, verstümmelt, sexuell missbraucht und Hunderttausende von ihnen haben traumatische Erfahrungen gemacht.» 

Marie-Pierre Poirier, UNICEF-Regionaldirektorin für West- und Zentralafrika

Neben Gewalt erlebt die Bevölkerung aber auch immer wieder verheerende Naturkatastrophen infolge der Klimaerwärmung. Hunger und Mangelernährung sind untrennbare Folgen von Katastrophen wie Überschwemmungen, Dürren oder Heuschreckenplagen. Über 721 000 Kinder unter 5 Jahren sind dem Risiko einer schweren akuten Unterernährung ausgesetzt und könnten verhungern.

Gleichzeitig zählt die zentrale Sahelzone zu der Region in Afrika, die am meisten von Covid-19 betroffen ist. Das Coronavirus verschlimmert die ohnehin schon kritische Situation vieler Kinder. In allen drei Ländern wurden die Schulen geschlossen, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Bereits vor der Pandemie besuchten rund 8 Millionen Mädchen und Buben zwischen 6 und 14 Jahren keinen Unterricht. Diese Zahl ist nun auf rund 12 Millionen gestiegen. Durch die Schulschliessungen steigt für sie das Risiko der Rekrutierung durch bewaffnete Gruppierungen, sexueller Ausbeutung, Kinderarbeit und anderer Formen von Ausbeutung oder Missbrauch. 

Weitere Auswirkungen der Pandemie sind, dass Massenimpfkampagnen gegen Krankheiten wie zum Beispiel Masern, Polio oder Diphterie von vielen Regierungen aus Sicherheitsgründen ausgesetzt wurden. Millionen von Kindern weltweit laufen nun Gefahr, an diesen vermeidbaren Krankheiten zu erkranken. Dies könnte in naher Zukunft zu verheerenden Ausbrüchen führen. 

Mit Ihrer Unterstützung kann UNICEF einen wichtigen Teil dazu beitragen, die Verbreitung des Coronavirus in der zentralen Sahelzone zu bremsen und dessen sozialpolitischen Auswirkungen abzufedern.

  • Wir stellen Hilfsgüter wie Seife und medizinische Artikel und Schutzausrüstung zur Verfügung.
  • Wir klären Kinder und ihre Familien darüber auf, wie wichtig einfache Hygieneregeln wie Händewaschen sind, um sich zu schützen.
  • Wir schulen junge Menschen darin, mit Unterstützung von Gesundheitsexperten Fragen zu Covid-19 zu beantworten, die von anderen jungen Menschen per SMS gesendet werden.
  • Wir verteilen solarbetriebene Radios, damit Kinder über ein Radioprogramm auch während den Schulschliessungen weiter am Unterricht teilnehmen können.
  • Wir arbeiten kontinuierlich daran, mehr Menschen Zugang zu Waschgelegenheiten zu ermöglichen.
  • Wir setzen uns dafür ein, dass es sichere Anlaufstellen für die Meldung von Missbrauch oder Vernachlässigung von Kindern gibt.