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Nothilfe für syrische Kinder

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Nothilfe für syrische Kinder

Das Leben fast aller syrischen Kinder, ob inner- oder ausserhalb des Landes, ist von Gewalt, Verlust und Vertreibung geprägt. UNICEF setzt alles daran, ihnen trotz allem eine Zukunft zu ermöglichen.

Der Krieg in Syrien jährt sich 2021 zum zehnten Mal in Folge. Fast 6 Millionen Kinder kennen nichts anderes als Krieg. In den vergangenen neun Jahren wurde im Durschnitt alle 10 Stunden ein Kind in Syrien getötet. Mehr als 1 000 Bildungs- und medizinische Einrichtungen wurden angegriffen. Rund 5 000 Kinder wurden in die Kämpfe rekrutiert - einige bereits im Alter von sieben Jahren, viele direkt an der Front. 

Ein Grossteil der Infrastruktur im Land ist zerstört, selbst Schulen und Spitäler wurden mit unvorstellbarer Grausamkeit gezielt angegriffen, um die Bevölkerung zu zermürben. Vielerorts fehlt es an Wasser, Lebensmitteln, Medikamenten und Strom. Auch wo die Kampfhandlungen nachgelassen haben, sterben die Kinder in aller Stille an Krankheiten, die sich unter normalen Umständen problemlos vermeiden oder behandeln liessen.

Die Folgen der Covid-19-Pandemie verschärfen die ohnehin bereits prekäre Situation: Abriegelungen, Ausgangssperren, Schulschliessungen und andere Massnahmen, die die Ausbreitung der Krankheit eindämmen sollen, bringen immer mehr Familien an den Rand des Abgrunds. Es ist zu befürchten, dass in der Folge viele Eltern auf negative Bewältigungsmechanismen wie Kinderarbeit und frühe Heirat zurückgreifen. Voraussichtlich werden zusätzliche acht Millionen Menschen in der Region durch die Covid-19-Krise arm werden. 

Ted Chaiban

«Der Krieg in Syrien ist noch lange nicht vorbei und es werden weiterhin Kinder getötet und verletzt. Es ist längst überfällig, dass dieser Konflikt ein Ende findet.»

Ted Chaiban, UNICEF-Regionaldirektor Mittlerer Osten und Nordafrika, November 2020

Der syrische Konflikt ist verantwortlich für die grösste Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Innerhalb Syriens benötigen vier von fünf Kindern humanitäre Hilfe. 2,6 Millionen Kinder sind intern Vertriebene, die ihre Heimat zum Teil mehrfach verlassen mussten. Weitere 2,5 Millionen Kinder flohen seit Beginn des Bürgerkriegs über die Grenzen Syriens in die Nachbarländer und leben nun als Flüchtlinge im Libanon, in Jordanien, im Irak und in der Türkei. Seit 2012 hat sich die Zahl der Flüchtlingskinder in den Nachbarländern mehr als verzehnfacht. Sie leben unter oft prekären Umständen in Auffanglagern, dürfen selten einer offiziellen Arbeit nachgehen und sind daher auf Hilfe angewiesen, die die Aufnahmeländer immer weniger leisten können.

Kinder

5 Mio.
in Syrien sind auf humanitäre Hilfe angewiesen

Kinder

2,8 Mio.
in Syrien gehen nicht zur Schule

Kinder

3,3 Mio.
sind der Gefahr von Minen ausgesetzt

Trotz der ständigen Gefahr ist UNICEF in Syrien pausenlos für die Kinder und ihre Familien im Einsatz. In enger Zusammenarbeit mit syrischen NGOs bemüht sich das Kinderhilfswerk, auch die schwer zugänglichen Regionen zu erreichen, wo die Not besonders gross ist.

Auch in den Flüchtlingslagern der Nachbarländer ist UNICEF präsent und versorgt die Familien mit dem Nötigsten. Dazu gehören unter anderem Kleider, Medikamente und Hygieneartikel, sauberes Wasser und sanitäre Anlagen oder Spezialnahrung für mangelernährte Kinder.

Ein besonderes Augenmerk richtet UNICEF auf die Schulbildung der Kinder, denn viele von ihnen haben seit Jahren keinen Unterricht mehr besucht oder wurden gar nicht erst eingeschult. Allein in Syrien gehen noch immer über 2,1 Millionen Mädchen und Buben nicht zur Schule. Um den Kindern inner- und ausserhalb des Landes eine Ausbildung und damit eine Zukunft zu ermöglichen, hat UNICEF zusammen mit einer Reihe von Partnern die Initiative «No Lost Generation» lanciert, die auch von der Schweizer Regierung unterstützt wird.