Für Kinder bewegen wir Welten.

Baby Freundliches Spital

Eine hohe Pflege- und Betreuungsqualität in der Geburtshilfe und in der ambulanten Nachsorge trägt zu einem optimalen Lebensstart bei. Schweizer Spitälern, die den Qualitätskriterien der «Baby Freundlichen Spital Initiative» (BFHI) von UNICEF und WHO entsprechen, verleiht UNICEF Schweiz das Qualitätslabel «Baby Freundliches Spital».

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Eine Mutter stillt ihr Baby im Liegen.

Mutter-Kind-Beziehung stärken
Schwangerschaft und frühe Kindheit sind weichenstellende Phasen in der Entwicklung von Kindern. Eine qualitativ hochstehende Begleitung, Beratung und Betreuung rund um die Geburt fördert eine tragende Mutter-Kind-Beziehung und stärkt die physische und psychische Gesundheit von Mutter, Neugeborenem und ihren Familien. Beispielsweise sind der sofortige Hautkontakt zwischen Mutter und Baby nach der Geburt, die Unterstützung der Mutter beim Stillen sowie die kontinuierliche Beratung in Entwicklungsfragen zentral für die Bindung zwischen Mutter und Kind. Besondere Bedeutung haben darüber hinaus die Übergänge von der Geburtsklinik in die ambulante Nachsorge bis ins Vorschulalter.

Gesundheitliche Vorteile des Stillens
Stillen fördert die Gesundheit des Kindes und wirkt sich bis ins Erwachsenenalter aus. Gestillte Kinder weisen insbesondere ein geringeres Risiko für Übergewicht und seine Folgekrankheiten, für Infektionskrankheiten, insbesondere Mittelohrentzündung und Magen-Darm-Infektionen, für den plötzlichen Kindstod sowie für allergische Erkrankungen auf. Stillen ist auch für die Mutter gesundheitsfördernd und senkt das Risiko für Brustkrebs, Ovarialkrebs und Zuckerkrankheit.

Was will die weltweite «Baby-Friendly Hospital Initiative»?
Gestützt auf die Kinderrechtskonvention haben UNICEF und WHO sich zum Ziel gesetzt, die erste Lebensphase eines Neugeborenen ganz besonders zu schützen, und deshalb 1992 die «Baby-Friendly Hospital Initiative» lanciert.

In Entwicklungsländern sterben laut dem Child Mortality Report von 2011 jedes Jahr rund 2,5 Millionen Kinder zwischen 1 Monat und 5 Jahren an Mangelernährung und seinen Folgen. In diesen von grosser Armut und Hunger betroffenen Regionen kann Stillen über Leben und Tod entscheiden. Ausschliessliches Stillen über sechs Monate und eine zusätzlich ausgewogene Beikost in den Monaten danach können rund einer Million Kindern das Leben retten (WHO 2012). Die Senkung der hohen Kindersterblichkeitsrate – jährlich sterben rund 6,9 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag – gehört zu den dringlichsten Aufgaben der Entwicklungszusammenarbeit. Die Stillförderung hat in den letzten 30 Jahren massgeblich zum kontinuierlichen Rückgang der Kindersterblichkeit in den Entwicklungsländern beigetragen.

Qualitätskriterien der «Baby Freundlichen Spital Initiative» 
Grundlage der BFHI sind die «Zehn Schritte zum erfolgreichen Stillen».

Die zentralen Kriterien sind:

  • die Mutter-Kind-Beziehung zu stärken
  • das Stillen zu fördern
  • das Gesundheitspersonal laufend aus- und weiterzubilden

Spitäler, die diesen Kriterien entsprechen und sich zertifizieren lassen, erhalten von UNICEF Schweiz für drei Jahre das Qualitätslabel «Baby Freundliches Spital». Zertifizierte Spitäler werden regelmässig auf die Einhaltung des Standards hin überprüft.

Die BFHI-zertifizierten Spitäler sind verpflichtet, zu jedem Mutter-Kind-Paar eine Statistik zu führen, welche sowohl ein klinikspezifisches Monitoring als auch einen Spital-übergreifenden Vergleich erlaubt (Querschnitt). Zudem kann dadurch die Entwicklung der Rahmenbedingungen und des Stillens über die Zeit beobachtet werden (Längsschnitt).

In der Schweiz ist Stillen nicht eine Frage von Leben und Tod. Gestillte Kinder haben jedoch auch hierzulande bedeutsame gesundheitliche Vorteile. Zudem tragen industrialisierte Länder eine doppelte Verantwortung:

  1. Mit der Verpflichtung der Nahrungsmittelindustrie auf den internationalen Codex über die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten verzichten die Unternehmen auf die Bewerbung von Muttermilchersatzprodukten.
  2. Mit ihrer Vorbildfunktion helfen sie mit, Stillen auch in den entwickelten Ländern als soziale Norm zu etablieren.

 

Kontakt

Für allgemeine Fragen und Informationen zum Thema Stillen:
Schweizerische Stiftung zur Förderung des Stillens

Für Administration & Koordination:

Hülya Coban-Karatay
Schweizerisches Komitee für UNICEF
Pfingstweidstrasse 10
8005 Zürich
044 317 22 71
h.coban(at)unicef.ch

Liste der Baby Freundlichen Spitäler (2016)
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Fact Sheet: Baby Freundliche Spitäler (2016)
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Fact Sheet: Zehn Schritte zum erfolgreichen Stillen (2012)
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Verhaltenscodex der Hersteller für die Vermarktung von Säuglingsanfangsnahrung (2010)
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Ratgeber: Nähren mit der Babyflasche
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Advice: Feeding Babies with the Bottle
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