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Stopp Mädchenbeschneidung

Weltweit sind die Genitalien von rund 125 Millionen Mädchen und Frauen verstümmelt, und noch immer wird alle 10 Sekunden ein Mädchen beschnitten. Mit grosser Wirksamkeit setzt sich UNICEF Schweiz gegen die schädliche Praxis ein – auch in der Schweiz.

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Porträt eines etwa achtjährigen Mädchens. Auf beiden Backen sind Narben zu sehen. Diese traditionellen Zeichen weisen auf ihre Stammeszugehörigkeit hin.

Mädchenbeschneidung bedeutet, dass die Vorhaut der Klitoris eingestochen, geritzt oder weggeschnitten wird oder die grossen und kleinen Schamlippen ganz oder teilweise entfernt werden –  mit scharfen, häufig unreinen Gegenständen und oftmals ohne Anästhesie. Der Eingriff zieht lebenslange körperliche und seelische Konsequenzen nach sich.

Auch hierzulande werden Mädchen beschnitten
Mädchenbeschneidung ist in vielen Regionen der Welt eine soziale Norm; oft gelten überdies religiöse Motive als Rechtfertigung. Die grosse Mehrheit der betroffenen Mädchen und Frauen lebt im westlichen und nordöstlichen Afrika, wo vielerorts über 90 Prozent der weiblichen Bevölkerung beschnitten sind, doch auch im Mittleren Osten werden Mädchen beschnitten. Migrationsströme trugen die schädliche Praxis in den letzten Jahrzehnten in nahezu alle Teile der Welt, auch in die Schweiz.

Dank UNICEF Schweiz: Verbot der Mädchenbeschneidung in der Schweiz
UNICEF Schweiz setzt sich seit über 10 Jahren intensiv für die Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung ein. 2001 untersuchte das Kinderhilfswerk das Vorkommen weiblicher Genitalverstümmelung erstmals mit einer Umfrage unter Gynäkologen und zeigte auf, dass die schmerzvolle Praxis auch in der Schweiz vorkommt. Mit zwei Rechtsgutachten machte UNICEF sodann aufmerksam auf die uneindeutige Gesetzeslage in der Schweiz. Im Frühjahr 2010 folgten mehr als 20'000 Personen dem Aufruf von UNICEF Schweiz, mit ihrer Stimme für eine einheitliche Strafnorm einzutreten. Mit Erfolg: Seit dem 1. Juli 2012 ist in der Schweiz ein explizites Verbot der Mädchenbeschneidung in Kraft: Es untersagt jegliche Form der Mädchenbeschneidung –  auch wenn sie in einem Land vorgenommen wird, in dem diese Menschenrechtsverletzung gesetzlich nicht verboten ist. Damit sollen Mädchen vor einer Genitalverstümmelung während einem Ferienaufenthalt im Herkunftsland geschützt werden.

Unverzichtbare Sensibilisierung und Prävention
Ein Verbot allein vermag die Mädchen aber noch nicht umfassend zu schützen, Sensibilisierungs- und Präventionsarbeit ist weiterhin notwendig. Das Kinderhilfswerk ist Mitglied der nationalen Arbeitsgruppe gegen weibliche Genitalverstümmelung in der Schweiz (AG FGM) und unterstützt Organisationen und Fachleute mit Wissen und Erfahrung aus internationalen Programmen. Über Studien und Expertentreffen trägt UNICEF Schweiz zur Entwicklung gezielter Massnahmen zur Prävention, Sensibilisierung und Versorgung bei.

Weitere Informationen und die Möglichkeit, für Programme gegen Mädchenbeschneidung zu spenden, finden Sie hier.

Möchten Sie UNICEF mit einer Projektpatenschaft zur Überwindung der Mädchenbeschneidung unterstützen? Weitere Informationen finden Sie hier.
 

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Anhang
Fact Sheet: Mädchenbeschneidung in der Schweiz (2016)
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