Kampf gegen Mädchenbeschneidung

Weltweit sind schätzungsweise 200 Millionen Mädchen und Frauen beschnitten. In den meisten Ländern ist die schmerzhafte und gefährliche Praxis heute verboten, doch soziale Normen und Traditionen sitzen tief. Seit einigen Jahren ist immerhin ein Bewusstseinswandel auszumachen, den es zu nutzen und zu unterstützen gilt.

Ethiopia 2017
© UNICEF/UN0140826/Mersha

Die Situation

Mädchenbeschneidung bedeutet, dass die Vorhaut der Klitoris eingestochen, geritzt oder weggeschnitten wird oder die grossen und kleinen Schamlippen ganz oder teilweise entfernt werden – mit Messern, Rasierklingen, Scherben und anderen scharfen, häufig unreinen Gegenständen und oftmals ohne Anästhesie. Unzureichende Hygiene und ungeeignete Technik führen immer wieder dazu, dass Mädchen verbluten oder an Infektionen sterben. Andere leiden ein Leben lang an den Folgen der Beschneidung: unerträgliche Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und während der Menstruation, Unfruchtbarkeit und Komplikationen bei Geburten sind weit verbreitet – von seelischen Wunden ganz zu schweigen.

Die grosse Mehrheit der betroffenen Mädchen und Frauen lebt im westlichen und nordöstlichen Afrika, wo in manchen Gebieten über 90 Prozent der weiblichen Bevölkerung beschnitten sind. Doch auch im Nahen Osten ist die Praxis verbreitet, und über Migrationsströme wird sie in nahezu alle Teile der Welt getragen – auch in die Schweiz.

Die Verstümmelung der weiblichen Genitalien verstösst gegen die Menschenrechte und ist heute in den meisten Ländern verboten. Doch soziale Normen und jahrhundertealte Traditionen sind oft stärker als die Angst vor einer Verurteilung. Seit einigen Jahren ist allerdings ein Bewusstseinswandel im Gang, der sich auch in einem Rückgang der Beschneidungen niederschlägt.

So hilft UNICEF

UNICEF engagiert sich zurzeit in über zwanzig Ländern gegen die Mädchenbeschneidung. Das wichtigste Ziel ist eine Veränderung der Wahrnehmung: Umfragen zeigen, dass viele Mütter die Genitalverstümmelung ablehnen, ihre Töchter aber dennoch beschneiden lassen, um den sozialen Status der Familie nicht zu gefährden. Je mehr Mädchen aber die Verstümmelung erspart bleibt, desto mehr Familien werden sich anschliessen.

UNICEF unterstützt die Regierungen bei der Ausarbeitung von Gesetzesvorlagen und plant koordinierte Aktionen, damit Gemeinschaften sich öffentlich gegen die Genitalverstümmelung aussprechen. Gezielt werden Eltern, Lehrpersonen, Gesundheitsmitarbeitende sowie Dorfälteste und Geistliche informiert, sensibilisiert und mit einbezogen.


Mit Ihrer Spende helfen Sie mit, Mädchen vor der schmerzhaften und gefährlichen Beschneidung zu schützen. Wir danken Ihnen von Herzen.

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