UNICEF ist eine dezentralisierte Organisation, die auf der ganzen Welt in über 190 Ländern tätig ist. Durch unsere enge Zusammenarbeit mit Regierungen und unsere lokale Präsenz können wir langfristige Programme umsetzen, und in humanitären Krisen schnelle und gezielte Nothilfe leisten.
UNICEFs Aufbau
UNICEFs Präsenz in über 190 Ländern und Territorien macht die Organisation einzigartig – denn es ist die einzige Agentur, die sowohl in den Hauptstädten der Länder als auch auf kommunaler Ebene in diesem Umfang präsent ist. UNICEF setzt sich für langfristige Ergebnisse und Skalierbarkeit auf der ganzen Welt ein. Als eine dezentralisierte Organisation sind über 85 Prozent der Mitarbeitenden in Regional-, Länder- und Aussenbüros auf der ganzen Welt tätig.
Ausgehend von UNICEFs globalen Zielen und den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) arbeitet UNICEF in sieben Regionen der Welt.
Alle Regionen arbeiten in allen UNICEF-Programmbereichen, u. a. Gesundheit, Bildung, Kinderschutz, und tragen zum UNICEF-Strategieplan (2026–2029) und den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) bei.
Das Regionalbüro ist eine Drehscheibe für Informationen, technisches Fachwissen, Aufsicht und Koordination für die UNICEF-Länderbüros. Es unterstützt diese Büros bei ihren Bemühungen, die für die Programmumsetzung benötigten finanziellen Mittel und Ressourcen zu beschaffen. Insgesamt gibt es sieben UNICEF-Regionalbüros, und zwar Europa und Zentralasien, Lateinamerika und Karibik, Mittlerer Osten und Nordafrika, Ost-Asien und Pazifik, Ost- und südliches Afrika, Süd-Asien und West- und Zentralafrika.
Von den Regionen aus dezentralisiert UNICEF ihre Arbeit weiter auf die Länderebene. Weltweit gibt es 150 Länderbüros in sogenannten Programmländern, meist in den Hauptstädten. In diesen Ländern setzt UNICEF Länderprogramme um, die gemeinsam mit den Regierungen entwickelt werden und für bis zu fünf Jahre gelten. Insgesamt ist UNICEF in über 190 Ländern und Territorien tätig. Nicht in allen Ländern gibt es ein Länderbüro. Auch dort arbeitet UNICEF mit Strategie- und Aktionsplänen, zum Beispiel über Regionalbüros oder Partnerorganisationen.
Aber UNICEF ist nicht auf die nationalen Hauptstädte beschränkt. UNICEF arbeitet auch auf Provinz- oder Gemeindeebene mit der Regierung zusammen, um sicherzustellen, dass die lokalen Bedürfnisse und Nuancen gemeinsam erkannt und in die Programmplanung einbezogen werden.
Und schliesslich arbeitet UNICEF auf Gemeindeebene, wo die praktische Durchführung von Programmen stattfindet. Das Wissen und die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung sind ausschlaggebend für die Durchführung, weshalb UNICEF bei der Entscheidungsfindung Gemeindeleiterinnen und Gemeindeleiter und andere wichtige Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger eng miteinbezieht.
Ganz zentral bei UNICEFs Arbeit ist die Stärkung der Zivilgesellschaft und der Nichtregierungsorganisationen, die vor Ort tätig sind. UNICEF arbeitet eng mit internationalen und lokalen NGOs – den sogenannten Durchführungspartnern – zusammen.
Aufgrund ihres Fachwissens sowie ihrer lokalen Präsenz in den Gemeinden kann UNICEF gemeinsam mit NGOs am besten und nachhaltigsten die Programme umsetzen. Grundsätzlich will UNICEF sicherstellen, dass die Bedürfnisse der Kinder so effektiv wie möglich abgedeckt und unterstützt werden. Deshalb wählt UNICEF die bestmöglichen Partner aus, sodass diese von Land zu Land unterschiedlich sein können.
Nothilfe von UNICEF
Kinder weltweit sind mit einer nie dagewesenen Häufung von Krisen konfrontiert – bewaffnete Konflikte, Vertreibung, Naturkatastrophen und Krankheitsausbrüche bedrohen ihr Leben und ihre Zukunft. Der Klimawandel verschärft diese Notlagen zusätzlich.
In jeder humanitären Krise ist UNICEF eine der ersten Organisationen vor Ort. Unsere Präsenz in über 190 Ländern und Regionen ermöglicht es uns, schnell zu reagieren, gezielt zu helfen und langfristige Resilienz aufzubauen.
Wie sieht die Nothilfe von UNICEF konkret aus?
Die Nothilfe von UNICEF richtet sich nach den dringendsten Bedürfnissen der Kinder und konzentriert sich je nach Krise auf die Bereitstellung wesentlicher Güter und Dienstleistungen – darunter Ernährungsdienste, der Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäranlagen, Bildung, medizinische Versorgung sowie psychosoziale Unterstützung.
In humanitären Krisen arbeiten zahlreiche Organisationen gleichzeitig daran, Leben zu retten und Leid zu lindern. Damit diese Hilfe koordiniert, effizient und lückenlos erfolgt, wurde 2005 der Cluster-Ansatz eingeführt. Cluster sind Zusammenschlüsse humanitärer Organisationen – sowohl der Vereinten Nationen als auch von Nichtregierungsorganisationen – in zentralen Bereichen der humanitären Hilfe.
UNICEF leitet die Cluster WASH (Wassser und Hygiene), Ernährung sowie – gemeinsam mit Save the Children – Bildung . Zudem verantwortet UNICEF innerhalb des globalen Schutzclusters den Bereich Kinderschutz.
Als Cluster-Leitung sorgt UNICEF dafür, dass humanitäre Hilfe koordiniert, effektiv und bedarfsgerecht umgesetzt wird. Dazu gehören:
- Die Abstimmung und Priorisierung von Hilfsmassnahmen sowie die Vermeidung von Überschneidungen;
- die Entwicklung gemeinsamer Standards, Strategien und Finanzierungspläne;
- und das Schliessen kritischer Versorgungslücken – als «Provider of Last Resort»
Was zeichnet UNICEFs Nothilfe besonders aus?
Bei Eintritt einer Krise kann UNICEF innerhalb von maximal 72 Stunden lebensrettende Hilfsgüter in jeden Winkel der Erde liefern.
Die therapeutische Spezialnahrung auf Erdnussbasis enthält wertvolle Nährstoffe und ist einfach anzuwenden. Sie gilt als eines der wirksamsten Mittel zur Behandlung von schwer akut mangelernährten Kindern.
Neben akuter Nothilfe stärkt UNICEF langfristig die Resilienz von Gemeinschaften und verbindet humanitäre Hilfe mit Entwicklungszusammenarbeit.
UNICEF leitet mehrere globale Cluster und sorgt dafür, dass Massnahmen aufeinander abgestimmt sind und Kinder dabei konsequent im Zentrum stehen.
Durch die enge Zusammenarbeit mit Regierungen, Gemeinden und Partnerorganisationen entstehen nachhaltige, lokal getragene Lösungen.
Internationale Programmarbeit von UNICEF Schweiz und Liechtenstein
Als eines von insgesamt 32 nationalen Komitees unterstützen wir von UNICEF Schweiz und Liechtenstein Programme und Nothilfen in über 30 Ländern weltweit. Die Auswahl der unterstützten Länder und Programme orientiert sich sowohl an der Strategie von UNICEF Schweiz und Liechtenstein als auch am Strategieplan (2026–2029) von UNICEF International.
Die Internationale Programmarbeit unseres Nationalen Komitees findet in enger Zusammenarbeit mit den UNICEF-Länderbüros statt und umfasst folgende Aufgaben:
- Strategische Ausrichtung der Programmunterstützung des Nationalen Komitees;
- Erarbeitung von Programmvorschlägen und Programmberichten für Firmen, Stiftungen und Grossspender;
- Erarbeitung von Programmunterlagen in enger Zusammenarbeit mit Länderbüros;
- Monitoring der vom Nationalen Komitee unterstützten Programme;
- Sicherstellung der Geldflüsse für die Umsetzung der Programme in den unterstützten Ländern und deren Einsatz entsprechend dem Spenderwunsch;
- Einschätzung und Analysen zu globalen Entwicklungen und aktuellen humanitären Krisen und ihren Auswirkungen auf die Programmarbeit und Nothilfe von UNICEF.