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Statement

Weibliche Genitalverstümmelung beenden

Zum Internationalen Tag der Nulltoleranz gegen weibliche Genitalverstümmelung erinnert UNICEF an die Folgen dieser Praxis und an die wachsende Dringlichkeit, Kinder weltweit besser zu schützen. Ein Statement von Bettina Junker, CEO UNICEF Schweiz und Liechtenstein.

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Assan Sissoko (14) aus Dogoduma (Bamako), Vorsitzende eines von UNICEF und UNFPA unterstützten Schülerclubs, sensibilisiert ihre Mitschülerinnen und Mitschüler für die schädlichen Folgen der Beschneidung und andere Formen geschlechtsspezifischer Gewalt.

«Weibliche Genitalverstümmelung verletzt das Recht von Mädchen auf körperliche Unversehrtheit, Gesundheit und Selbstbestimmung. Sie verursacht schwere und lebenslange physische und psychische Schäden. Weltweit sind über 230 Millionen Frauen und Mädchen betroffen. Jedes einzelne Schicksal steht für Gewalt, die niemals relativiert oder kulturell gerechtfertigt werden darf.

Diese Praxis geht mit akuten medizinischen Komplikationen einher, darunter starke Blutungen, Infektionen oder Schockzustände. UN-Organisationen wie die WHO und UNICEF weisen seit Jahren darauf hin, dass diese Risiken in schweren Fällen lebensbedrohliche Folgen haben können. 

In den vergangenen Wochen hat ein Essay internationaler Wissenschaftler eine Debatte ausgelöst, in der weibliche Genitalverstümmelung teilweise verharmlost wird. Wissenschaftliche Diskussionen sind legitim. Sie dürfen jedoch nicht dazu führen, dass wir Gewalt gegen Kinder relativieren oder menschenrechtliche Standards aufweichen. UNICEF hat sich stets dafür eingesetzt, dass weibliche Genitalverstümmelung klar benannt wird als das, was sie ist: eine Form geschlechtsspezifischer Gewalt gegen Kinder.

Der heutige Tag macht deutlich, dass Gewalt gegen Mädchen in keiner Form hinnehmbar ist und dass Kinder ein Recht auf Schutz haben, unabhängig davon, wo sie geboren werden oder in welchem Kontext sie leben – auch in bewaffneten Konflikten.

Weltweit nehmen bewaffnete Konflikte zu. Über 473 Millionen Kinder leben in Konfliktgebieten. Sie werden getötet, verletzt, vertrieben, rekrutiert oder ihrer Bildung beraubt. Gesundheitssysteme brechen zusammen, Schutzmechanismen fallen weg, und das Risiko für Missbrauch und Ausbeutung steigt, insbesondere für Mädchen.

Diese Realität zeigt, wie dringend verlässliche rechtliche und institutionelle Strukturen, langfristige Prävention und politischer Wille notwendig sind, um wirksamen Schutz für Kinder zu gewährleisten. UNICEF appelliert an die internationale Gemeinschaft, das humanitäre Völkerrecht konsequent einzuhalten, Kinder wirksam zu schützen und den Zugang zu lebensrettender Hilfe sicherzustellen. Gewalt gegen Kinder ist niemals verhandelbar.

Nulltoleranz bedeutet, Haltung zu zeigen. Nie aufgeben, für jedes Mädchen, für jedes Kind, überall auf der Welt.»