Statement von Sanjay Wijesekera, UNICEF-Regionaldirektor für Südasien, zu den Auswirkungen der erneuten grenzüberschreitenden Kampfhandlungen auf Kinder in Afghanistan und Pakistan
«UNICEF ist zutiefst besorgt über Berichte, wonach Kinder bei der jüngsten Eskalation der Kampfhandlungen zwischen Afghanistan und Pakistan getötet und verletzt wurden.
Während wir gemeinsam mit der Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UNAMA) und weiteren UN-Partnern daran arbeiten, diese Berichte zu überprüfen, ist bereits jetzt klar, dass Kinder einen hohen Preis zahlen.
Nach intensiven Gefechten werden Familien, die das verheerende Erdbeben im vergangenen Jahr im Osten Afghanistans überlebt haben, nun aus Sicherheitsgründen aufgefordert, die nahe der Grenze gelegenen Camps für Vertriebene zu verlassen. Diese Camps wurden eingerichtet, um 17 000 Überlebende – etwa die Hälfte von ihnen Kinder – mit lebenswichtiger Unterstützung zu versorgen, darunter Unterkünfte, Nahrungsmittel, Gesundheitsversorgung, sicheres Trinkwasser und Sanitäranlagen, kinderfreundliche Räume sowie Notfallbildung.
Für Familien, die bereits so viel verloren haben, bedeutet diese erneute Vertreibung eine weitere Verschärfung ihres Leids. Wieder einmal werden Kinder aus der mühsam zurückgewonnenen Stabilität gerissen und erhöhten Risiken von Krankheiten, Mangelernährung, Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt.
Auch in Pakistan sind Kinder und Familien in den Grenzgebieten der Provinz Khyber Pakhtunkhwa von den zunehmenden Spannungen betroffen. Berichten zufolge haben die Behörden vorsorglich 138 staatliche Schulen geschlossen, nachdem es zuletzt Angriffe auf Schulen gegeben hatte, darunter ein Drohnenangriff in Ghalanai. Tausende Kinder können dadurch nicht am Unterricht teilnehmen. Auch Routineimpfungen sind beeinträchtigt. Vertreibung und Unsicherheit haben die Gefährdung von Kindern weiter verschärft, darunter das Risiko von Verletzungen und Todesfällen sowie die Bedrohung durch nicht explodierte Kampfmittel in den betroffenen Gemeinden.
UNICEF fordert alle Konfliktparteien auf, äusserste Zurückhaltung zu üben, das Leben von Zivilistinnen und Zivilisten zu schützen und ihren Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht sowie den internationalen Menschenrecht nachzukommen. Kinder müssen zu jedem Zeitpunkt geschützt werden.»