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Partizipation von Kindern bei Planungs- und Bauvorhaben noch nicht systematisch verankert

Zürich, 13. April 2026 – Eine neue Studie von UNICEF Schweiz und Liechtenstein und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zeigt: Ob Kinder und Jugendliche bei Bauprojekten mitreden können, ist in vielen Gemeinden nicht verbindlich geregelt. Häufig hängt dies vom Engagement einzelner Personen ab.

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Kinder und Jugendliche sind direkt von der Gestaltung des öffentlichen Raums betroffen, etwa bei der Verkehrsplanung, bei Grün- und Freiflächen oder Quartieren. In Planungs- und Bauprozessen werden sie jedoch meist nur punktuell einbezogen.

Die Studie zeigt, dass Partizipation in zwei weitgehend getrennten Bereichen stattfindet. Einerseits gibt es formelle Mitwirkungsverfahren im Rahmen von Planungs- und Bauprojekten. Andererseits bestehen alltagsnahe Beteiligungsformen, zum Beispiel in Schulen oder in der Jugendarbeit. Diese beiden Bereiche sind jedoch selten miteinander verknüpft.

«Viele Gemeinden wollen Kinder und Jugendliche einbeziehen. In der Praxis fehlt es aber an Wissen und Erfahrung, wie die Mitwirkung wirkungsvoll umzusetzen ist.», sagt Nadine Junghanns, Spezialistin Kinderfreundliche Lebensräume bei UNICEF Schweiz und Liechtenstein.

Fehlende Verankerung als zentrales Problem

Partizipation hängt häufig vom Engagement einzelner Personen ab. Ohne klare Zuständigkeiten, politische Mandate und ausreichende Ressourcen bleibt sie fragil und kann bei personellen oder politischen Veränderungen schnell wegfallen.

Zudem zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Gemeinden: Grössere Gemeinden verfügen häufiger über etablierte Strukturen, stehen jedoch vor Koordinations- und Abstimmungsproblemen. Kleinere Gemeinden profitieren von Nähe und kurzen Wegen, sind aber oft stärker von knappen Ressourcen und personeller Abhängigkeit geprägt.

Partizipation verbessert die Qualität von Projekten

Gleichzeitig zeigt die Studie, dass Partizipation konkrete Vorteile bringt: Wo Kinder und Jugendliche in die Planung und Umsetzung einbezogen werden, entstehen Orte, die besser auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind und eine höhere Akzeptanz finden – auch bei älteren Generationen. Gemeinden mit bereits gemachten Erfahrungen berichten von Lernprozessen, wachsender Routine und einer zunehmend partizipationsfreundlichen Verwaltungskultur.

«Wenn Kinder und Jugendliche aktiv in Planungs- und Bauprozesse einbezogen werden, entstehen Räume, die nicht nur funktional, sondern lebendig und vielfältig sind. Partizipation ist damit ein Bestandteil guter Gemeindekultur und eine Chance, Planungsprozesse qualitativ weiterzuentwickeln», sagt Nadine Junghanns.

 

Was es für Gemeinden und Kantone braucht

Damit Partizipation nachhaltig gelingt, braucht es insbesondere:

  • eine klare politische Verankerung und verbindliche Zuständigkeiten
  • ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen
  • eine institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Verwaltungsabteilungen
  • eine frühzeitige Beteiligung über alle Projektphasen hinweg
  • kontinuierliche Rückmeldungen an die Kinder und Jugendlichen, ob und wie ihre Anliegen in das Vorhaben integriert werden. 
     

Die Studie sowie die Empfehlungen (Zusammenfassung) stehen zum Download bereit.