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Runder Tisch der «Kinderfreundlichen Gemeinden» in der Deutschschweiz

Beim diesjährigen Runden Tisch der Deutschschweizer «Kinderfreundlichen Gemeinden» standen Kindesanhörung sowie Schutz und Prävention auf kommunaler Ebene im Fokus – mit fachlichen Inputs und einem praxisnahen Erfahrungsaustausch unter den Gemeinden.

Kinderfreundliche Gemeinden Deutschschweiz

Am 28. Mai 2026 fand in Olten der diesjährige Deutschschweizer Runde Tisch der Initiative «Kinderfreundliche Gemeinde» statt. Vertreter:innen aus «Kinderfreundlichen Gemeinden» sowie Gemeinden im Prozess tauschten sich zum Thema «Sicher und geschützt aufwachsen – Kindesanhörung und Kinderschutz auf kommunaler Ebene» aus. Dabei stand insbesondere die Frage im Zentrum, was Gemeinden konkret tun können, um die Rechte von Kindern und Jugendlichen im Alltag zu stärken.

Zu Beginn beleuchtete Susanne Meier (Kinderanwaltschaft Schweiz) das Thema Kindesanhörung und zeigte auf, wie das Recht von Kindern auf Anhörung in der Praxis umgesetzt werden kann. Dabei wurde deutlich: Anhörung bedeutet mehr als Zuhören. Kinder müssen über ihre Rechte informiert sein, mit ihren Anliegen die zuständige Stelle finden und in Situationen, welche sie betreffen, ernsthaft berücksichtigt werden. Zudem ist Kindesanhörung nicht mit Partizipation in Projekten gleichzusetzen, sondern in unterschiedlichen Verfahren relevant – etwa im Bildungswesen, in der Sozialhilfe, bei Einbürgerungsverfahren sowie in zivil- und strafrechtlichen Verfahren.

Im zweiten Input ordnete Alissa Brenn (UNICEF Schweiz und Liechtenstein) Schutz und Prävention ausgehend von der Kinderrechtskonvention ein. Im Zentrum stand der Ansatz des Child Safeguarding: Gemeinden sind gefordert, Strukturen, Regeln und Abläufe so zu gestalten, dass Angebote, Prozesse und Kommunikation für Kinder sicher sind. Dabei wurde deutlich, dass Schutz nicht nur in direkten Kontakten mit Kindern relevant ist, etwa in Schule, Jugendarbeit oder Beratung, sondern auch über Daten, Bilder, Kommunikation, Räume und Partnerorganisationen wie Vereine oder externe Anbieter:innen. Dafür braucht es klare Standards, Zuständigkeiten und Meldewege, damit Risiken früh erkannt und Kinder verlässlich geschützt werden können.

In den anschliessenden Gruppendiskussionen tauschten sich die Teilnehmenden über Erfahrungen, Herausforderungen und gelingende Ansätze aus ihren Gemeinden aus. Dabei standen der Austausch zwischen relevanten Stellen, die Zusammenarbeit mit Vereinen, Schulen, Fachstellen und weiteren Akteur:innen sowie die Verankerung von Anhörung, Schutz und Prävention im kommunalen Alltag im Zentrum. Der Austausch machte sichtbar, wie wichtig gut abgestimmte Strukturen sind, damit Kinder und Jugendliche verlässlich Unterstützung finden und nicht durchs Netz fallen.