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Eine Geschichte kann helfen: Workshop an der Kinder-Uni

Wie eine Geschichte erzählt wird, entscheidet mit darüber, ob sie ankommt. Das erlebten 18 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren gestern an der Kinder-Uni Liechtenstein im Workshop «Eine Geschichte kann helfen» von UNICEF Schweiz und Liechtenstein.

Kinder Uni FL
Gabriel Grunsch von UNICEF Schweiz und Liechtenstein erzählt den Kindern an der Kinder-Uni Liechtenstein im Workshop «Eine Geschichte kann helfen» die Geschichte von Qamar.

Nach einer kurzen Aufwärmphase führte Molly Giminiani von UNICEF die 18 Kinder im Workshop an der Kinder-Uni Liechtenstein in die Geschichte von Ajmati ein, einem gehörlosen Mädchen aus Bihar in Indien. Ein Video zeigte, wie Ajmati lernt: Gebärdensprache, Bilder und visuelle Erklärungen machen Informationen für sie zugänglich.  

Wie gross der Unterschied ist, wenn Infos unterschiedlich vermittelt werden, probierten die Kinder selbst aus. Bei einer Zeichenaufgabe erhielten sie zunächst nur mündliche Anweisungen, danach sahen sie die Schritte zusätzlich auf einer Leinwand. Der Vergleich zeigte: Nicht ihre Fähigkeit zu zeichnen hatte sich verändert, sondern die Art, wie sie die Informationen erhielten.

Daraus entstand eine weitere Frage: Was können wir verändern, damit alle Kinder mitmachen können? Gemeinsam sammelten die Kinder Ideen für ein Klassenzimmer, in dem auch ein gehörloses Kind gut lernen kann. Das Ergebnis: Nicht das Kind muss sich anpassen, sondern Unterricht und Kommunikation können so gestaltet werden, dass Informationen für möglichst alle zugänglich sind.

«Mich hat besonders gefreut, wie offen und neugierig die Kinder auf die Geschichten reagiert haben. Sie haben sich sofort Gedanken darüber gemacht, was es braucht, damit alle Kinder mitmachen können. Genau das wollten wir mit dem Workshop erreichen», sagt Molly Giminiani von UNICEF Schweiz und Liechtenstein.

Nach einer Pause lernten die Kinder mit Gabriel Grunsch die Geschichte von Qamar aus Somalia kennen, die an lebensbedrohlicher Mangelernährung litt. In einem von UNICEF unterstützten Gesundheitszentrum erhielt sie therapeutische Spezialnahrung und medizinische Betreuung. Heute geht es Qamar besser. Ausgehend davon stellten die Kinder ihren eigenen «Hoffnungskoffer» zusammen und überlegten, welche Dinge ihnen persönlich Kraft und Hoffnung geben.

So näherten sich die Kinder der Frage, wie Geschichten wirken, aus unterschiedlichen Richtungen, ohne Kinder auf Schwierigkeiten oder Hilfsbedürftigkeit zu reduzieren.

Parallel ging Jürg Keim von UNICEF Schweiz und Liechtenstein mit den Begleitpersonen der Frage nach, wie eine Geschichte erzählt werden sollte: nicht mit Kindern als Opfern, sondern mit Fokus darauf, wie die Unterstützung von UNICEF ihnen konkret hilft. Anhand von Qamar und Ajmati zeigte sich, wie dieselbe Geschichte je nach Zielgruppe unterschiedliche Informationen in den Vordergrund stellt, und weshalb es für Medien zusätzlich Aktualität und Nachrichtenwert braucht.

Am Ende kamen Kinder und Erwachsene wieder zusammen. Ihre unterschiedlichen Zugänge machten sichtbar, was eine sorgfältig erzählte Geschichte bewirken kann: Sie kann informieren, Verständnis schaffen und Menschen bewegen, ohne die Würde der Menschen aus dem Blick zu verlieren.