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2,1 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser

Zürich/New York/Genf, 12. Juli 2017 – Gemäss dem neuen gemeinsamen Monitoringbericht von UNICEF und der WHO über den Fortschritt im Bereich Wasserversorgung, sanitäre Einrichtungen und Hygiene haben weltweit 3 von 10 Menschen – oder 2,1 Milliarden – zu Hause keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. 6 von 10 Menschen – oder 4,4 Milliarden – mangelt es an angemessenen sanitären Einrichtungen.

Der gemeinsame Bericht «Joint Monitoring Programme Report: Progress on Drinking Water, Sanitation and Hygiene: 2017 Update and Sustainable Development Goal Baselines» präsentiert erstmals eine globale Auswertung der sicheren Trinkwasserversorgung und sanitären Einrichtungen in Bezug auf die Nachhaltigen und sozialen Entwicklungsziele SDGs. Das übergeordnete Fazit, welches man aus dem Bericht ziehen kann ist, dass zu viele Menschen noch immer keinen Zugang haben, insbesondere in ländlichen Gegenden.

361 000 Kinder sterben jährlich an Durchfallerkrankungen
Seit dem Jahr 2000 haben Milliarden von Menschen Zugang zu elementarer Trinkwasserversorgung und sanitären Einrichtungen bekommen, aber sie finden dort nicht zwingend sicheres Trinkwasser und angemessene sanitäre Einrichtungen vor. In vielen Häusern, Gesundheitszentren und Schulen fehlt es noch immer an Seife und Wasser zum Händewaschen. Dies setzt insbesondere kleine Kinder dem Risiko von Krankheiten wie Durchfall aus. Als Konsequenz sterben jedes Jahr 361 000 Kinder unter 5 Jahren an Durchfallerkrankungen. Schlechte sanitäre Einrichtungen und verunreinigtes Wasser hängen mit der Übertragung von Krankheiten wie Cholera, Dysenterie, Hepatitis A und Typhus zusammen.

«Sicheres Trinkwasser, angemessene sanitäre Einrichtungen und Hygiene sind entscheidend für die Gesundheit jedes Kindes und jeder Gemeinschaft. Somit sind sie auch unentbehrlich für den Aufbau von stärkeren, gesünderen und gerechteren Gesellschaften», so UNICEF Direktor Anthony Lake. «Wenn wir diese Leistungen in den am stärksten benachteiligten Gemeinschaften und für die am stärksten benachteiligten Kinder verbessern, geben wir ihnen eine gerechtere Chance für ein besseres Morgen.»

Bedeutende Ungerechtigkeiten bleiben bestehen
Um globale Ungerechtigkeiten zu verringern, fordern die Nachhaltigen und sozialen Entwicklungsziele (SDGs), dass bis zum Jahr 2030 weltweit der Zugang zu elementaren Einrichtungen gewährleistet ist und dass Menschen nicht mehr ihre Notdurft im Freien verrichten müssen.

Zahlen und Fakten zur Trinkwasserversorgung:

  • Von den 2.1 Milliarden Menschen, die kein sicheres Trinkwasser haben, haben 844 Millionen nicht einmal Zugang zu elementarer Wasserversorgung.
  • 263 Millionen Menschen müssen mehr als eine halbe Stunde pro Weg in Kauf nehmen, um zu einer Wasserquelle zu gelangen.
  • 159 Millionen Menschen trinken noch immer unbehandeltes Wasser von Oberflächengewässern wie Flüssen, Bächen oder Seen.

Zahlen und Fakten zu sanitären Einrichtungen:

  • In 90 Ländern ist der Fortschritt in Richtung Zugang zu elementaren sanitären Einrichtungen zu langsam, so dass sie eine weltweite flächendeckende Versorgung bis 2030 nicht erreicht werden wird.
  • Von den 4,4 Milliarden Menschen, die keinen Zugang zu sicheren sanitären Einrichtungen haben, verfügen 2,3 Milliarden Menschen noch nicht einmal über elementare Einrichtungen.
  • 600 Millionen Menschen teilen eine Toilette oder Latrine mit anderen Haushalten und 892 Millionen Menschen – vor allem in ländlichen Gebieten – verrichten ihre Notdurft im Freien. Aufgrund des Bevölkerungswachstums nimmt dieses Phänomen in Afrika südlich der Sahara und Ozeanien sogar zu.

Zahlen und Fakten zu Hygiene:

  • Gute Hygiene ist eine der einfachsten und effektivsten Massnahmen, um die Ausbreitung von Krankheiten zu vermeiden. Zum ersten Mal messen nun die Nachhaltigen und sozialen Entwicklungsziele SDGs den Prozentsatz an Menschen, die Zugang zu Einrichtungen haben, um sich die Hände zu waschen.
  • Laut dem neuen Bericht sind in den 70 Ländern, in denen Daten verfügbar sind, die Unterschiede im Zugang zu Wasser und Seife immens – von 15 Prozent der Bevölkerung in Afrika südlich der Sahara bis zu 76 Prozent in Westasien und Nordafrika.

Weitere Schlüsselerkenntnisse des Berichts:

  • In vielen Ländern fehlen Daten über die Qualität des Wassers und der sanitären Einrichtungen. Der Bericht enthält Schätzungen zu sicherem Trinkwasser für 96 Länder und zu angemessenen sanitären Einrichtungen für 84 Länder.
  • In Ländern, die von Konflikten und Unruhen betroffen sind, haben Kinder eine viermal kleinere Chance, elementare Wassereinrichtungen zu haben, und eine zweimal kleinere Chance, sanitäre Einrichtungen nutzen zu können, wie Kinder in anderen Ländern.
  • Es besteht eine grosse Kluft zwischen den städtischen und ländlichen Gebieten. Zwei von drei Menschen mit sicherem Trinkwasser und drei von fünf Menschen mit angemessenen sanitären Einrichtungen leben in städtischen Gebieten. Von den 161 Millionen Menschen, die unbehandeltes Oberflächenwasser von Seen, Flüssen oder Bewässerungskanälen trinken, leben 150 Millionen in ländlichen Gebieten.

Erklärungen und Definitionen:

Zugang zu sicherem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen bedeutet, Zuhause sauberes Trinkwasser zu haben, welches frei von Verunreinigungen und bei Bedarf frei zugänglich ist und Toiletten, wo die Exkremente sicher aufbereitet und entsorgt werden.

Elementare Einrichtungen bedeutet eine geschützte Trinkwasserquelle zu haben, die weniger als eine halbe Stunde entfernt ist und eine Toilette oder Latrine zu benutzen, die nicht mit anderen Haushalten geteilt werden muss und die Möglichkeit zu haben, Zuhause die Hände mit Seife zu waschen.

Das Nachhaltige Entwicklungsziel 6 bedeutet, die Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle zu gewährleisten. Das gemeinsame Monitoring JMP überprüft den Fortschritt in den folgenden zwei Punkten:

Ziel 6.1.: Bis 2030 den allgemeinen und gerechten Zugang zu einwandfreiem und bezahlbarem Trinkwasser für alle erreichen.

Ziel 6.2.: Bis 2030 den Zugang zu einer angemessenen und gerechten Sanitärversorgung und Hygiene für alle zu erreichen und der Notdurftverrichtung im Freien ein Ende setzen, unter besonderer Beachtung der Bedürfnisse von Frauen und Mädchen und von Menschen in prekären Situationen.

» Vollständiger UNICEF Bericht «Joint Monitoring Programme Report: Progress on Drinking Water, Sanitation and Hygiene: 2017 Update and Sustainable Development Goal Baselines»

Für Medienschaffende können Interviews mit Fachpersonen in englischer Sprache vermittelt werden.

Kontakt für Medien:
Charlotte Schweizer
Mediensprecherin
UNICEF Schweiz
Tel. 044 317 22 41
E-Mail: media@unicef.ch

Über das Joint Monitoring Programme (JMP)
Das gemeinsame Monitoring Programme (JMP) von UNICEF und der WHO für Versorgung mit Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene ist das offizielle Instrument der Vereinten Nationen, um den Fortschritt weltweit, in den Ländern und in den Regionen zu überprüfen – insbesondere in Bezug auf die Nachhaltigen Entwicklungsziele, die den weltweiten und gerechten Zugang zu Trinkwasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene betreffen. Dank den weltweit unterstützten Haushaltserhebungen, trägt die JMP Analyse dazu bei, Zusammenhänge zu ziehen zwischen dem Zugang zu elementaren sanitären- und Trinkwasser-Einrichtungen und der Lebensqualität. Sie dient auch als massgebliche Referenz, um strategische Entscheidungen zu treffen und Mittel zu sprechen – insbesondere auf internationalem Level.

Über UNICEF
UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, hat 70 Jahre Erfahrung in Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe. UNICEF setzt sich weltweit für das Überleben und das Wohlergehen von Kindern ein. Zu den zentralen Aufgaben gehören die Umsetzung von Programmen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Bildung, Wasser und Hygiene sowie der Schutz der Kinder vor Missbrauch, Ausbeutung, Gewalt und HIV/Aids. UNICEF finanziert sich ausschliesslich durch freiwillige Beiträge und wird in der Schweiz durch das Schweizerische Komitee für UNICEF vertreten. Seit mehr als 50 Jahren setzt sich UNICEF Schweiz für Kinder ein – im Ausland wie im Inland.

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