Arbeiten in Zeiten von Corona: Wie Homeoffice mit Kindern gelingt

Patricia Tomamichel
Patricia Tomamichel

Schweizer Schulen sind wegen des Ausbruchs von COVID-19 bis auf Weiteres geschlossen und viele Eltern möchten ihre Kleinkinder nicht mehr in die Kita schicken. Für die meisten Eltern bedeutet dies, dass sie im Homeoffice arbeiten – mit ihrem Nachwuchs unter dem gleichen Dach. Damit das klappt, ist viel Konzentration, Disziplin und Verständnis von allen Seiten nötig. Bedenken Sie, dass die gegenwärtige Situation auch für Ihr Kind nicht einfach ist. Haben Sie Verständnis dafür und schrauben Sie Ihre Erwartungen an ihren Output herunter. Damit Sie die wenige Zeit trotzdem möglichst produktiv nutzen können, haben wir einige Tipps zusammengestellt. 

1. Fixer Tagesablauf

  • Erklären Sie Ihrem Kind, dass Mama und Papa keine Ferien haben und arbeiten müssen. Je nach Alter des Kindes, erarbeiten Sie mit ihm zusammen einen Plan, wann Familienzeit und wann Arbeitszeit ist.
  • Halten Sie wenn möglich am gewohnten Rhythmus des Kindes fest. 
  • Legen Sie Arbeitsintervalle von rund 30 Minuten fest, in denen Sie konzentriert arbeiten können. Dann machen Sie 5 bis 10 Minuten Pause, in denen Sie sich mit ihrem Kind beschäftigen. 
Homeoffice mit Kindern - so klappt's!

2. Arbeitsplatz

  • Richten Sie sich einen Arbeitsplatz ein. Es sollte ein Ort sein, wo sie sich gut konzentrieren können und ihr Kind im Blickfeld haben. 
  • Kreieren Sie einen Arbeitsplatz für Ihr Kind. Da können Bastelutensilien bereit liegen (siehe Punkt 3), Malstifte, Snacks, etc. 
  • Schaffen Sie sich ein Headset oder Kopfhörer an. So können Sie auch mal während einer Telefonkonferenz einen Snack für Ihr Kind zubereiten oder Kaffee aufsetzen.
  • Manchen hilft es, sich auch im Homeoffice so zu kleiden, als ginge man zur Arbeit. Das motiviert und lässt Ihr Kind klar zwischen Arbeit und Freizeit unterscheiden. 
© UNICEF/UN042304/Pirozzi

3. Beschäftigungsideen für Ihr Kind

  • Wickeln Sie den Esstisch in Packpapier und lassen Sie Ihr Kind mit allen vorhandenen Stiften und Farben eine neue Tischdecke kreieren. 
  • Mehl und Salz hat man immer im Haus – mit ungiftigem Salzteig sind der Kreativität Ihres Nachwuchses keine Grenzen gesetzt. 
  • Oma und Opa vermissen ihre Enkel bestimmt. Sagen Sie Ihrem Kind, dass sich die Grosseltern über einen Brief, ein gemaltes Bild oder eine schöne Geschichte freuen würden. 
  • Fernsehen kann man nicht nur konsumieren, sondern auch selbst machen. Falls ihr Kind alt genug ist, könnte es mit dem Handy eine kleine Dokumentation über Ihren neuen Alltag filmen. Die wiederum schauen sich alle Verwandten, die nicht zu Besuch kommen können, sicher gerne an. 
  • Falls Sie sich gerade nicht voll konzentrieren müssen, darf es auch mal etwas wilder sein: Mit Malerklebeband Strassen durch die Wohnung kleben, Bobbycar raus – und dann soll sich Ihr Nachwuchs mal ordentlich austoben.
  • Wenn Sie wirklich absolute Ruhe brauchen, ist auch gegen einen kindgerechten Film oder ein Podcast nichts einzuwenden.
© UNICEF/UN0324666/Pirozzi
Die Grosseltern freuen sich über eine Zeichnung und Sie haben ein paar Minuten Zeit für konzentriertes Arbeiten.