Was Sie über Covid-19-Impfungen wissen müssen - Antworten auf die häufigsten Fragen

Patricia Tomamichel
Patricia Tomamichel

Impfstoffe retten jedes Jahr Millionen von Leben. Die Entwicklung von sicheren und wirksamen Covid-19-Impfstoffen ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Pandemie. 

Anlässlich der Weltimpfwoche haben wir die neuesten Experteninformationen zusammengetragen, um einige der häufigsten Fragen zur Covid-19-Impfung zu beantworten. Wir werden diesen Blogbeitrag weiter aktualisieren, sobald mehr Informationen verfügbar sind.


Wie funktionieren Covid-19-Impfungen?

Bei den bisher in der Schweiz zugelassenen und verfügbaren Impfstoffen (Pfizer/Biontech und Moderna) handelt es sich um mRNA-Impfstoffe. Diese wenden eine neuartige, aber über Jahre erforschte Technologie an. Anstatt wie üblich Krankheitserreger zu verimpfen, funktioniert die mRNA über eine Art Botenmolekül. Dieses gibt unserem Körper den genetischen Code, damit unser Immunsystem das Antigen selbst produzieren kann. mRNA-Impfstoffe enthalten kein lebendes Virus und greifen nicht in die menschliche DNA ein. 

© UNICEF/UN0436317/Cho Mayak
Eine Mitarbeiterin des Gesundheitswesens im Südsudan erhält ihr Covid-19-Impfung.

Sind Covid-19-Impfungen sicher?

Ja. Auch wenn die Impfstoffe sehr rasch entwickelt wurden, mussten sie die verschiedenen Phasen der Impfstoffentwicklung durchlaufen. Im Fall der Covid-19-Impfungen liefen diese parallel. Damit konnte Zeit gewonnen werden. Dank der beispiellosen Investitionen in Forschung und Entwicklung und der weltweiten Zusammenarbeit konnten die Wissenschaftler in Rekordzeit sichere und wirksame Impfstoffe gegen Covid-19 entwickeln.

Nur wenn die Impfstoffe die internationalen Standards für Sicherheit und Wirksamkeit erfüllen, werden sie von der WHO anerkannt. UNICEF verwendet ausschliesslich diese.

© UNICEF/UN0435514/Keïta
Die Covid-19-Impfkampagne startet am 31. März 2021 in Mali.

Verändern mRNA-Impfstoffe das Erbgut (DNA/Gene)?

Nein. Die mRNA kann nicht in den Zellkern eindringen und sich ins menschliche Erbgut einbauen. Mehr Infos dazu hier.


Welche Nebenwirkungen können nach der Impfung auftreten?

Die Impfstoffe sind sicher und wirksam. Wie bei allen Medikamenten können aber Nebenwirkungen auftreten. Zu den häufigsten gehören: Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskel-/Gelenkschmerzen, Schüttelfrost, Fiebergefühl oder leichtes Fieber. 

Zu schweren Nebenwirkungen kommt es sehr selten. Dazu zählen beispielsweise allergische Reaktionen. Diese treten meist unmittelbar nach der Impfung auf und können gut behandelt werden. Andere schwere Nebenwirkungen konnten bisher nicht mit der Impfung in Zusammenhang gebracht werden. Fachleute beobachten mögliche Hinweise genau. 

Schwere Nebenwirkungen sind meldepflichtig. Die Meldestelle bei Swissmedic prüft diese und leitet gegebenenfalls Untersuchungen ein. 

© UNICEF/UN0441769/
Benin, April 2021

Wirkt die Impfung auch gegen Mutationen?

Laut der WHO sollten die bisher zugelassenen Impfstoffe zumindest einen gewissen Schutz gegen neue Varianten bieten.

Sollte sich herausstellen, dass einer der Impfstoffe nicht genügend Schutz gegen eine Mutation bietet, kann er innert weniger Wochen umgestellt werden. 

© UNICEF/UN0433772/Vilca
In Lima, Peru warten im März 2021 ältere Menschen auf ihre Impfung.

Soll ich mich impfen, auch wenn ich bereits an Corona erkrankt bin? 

Ja. Genesene entwickeln zwar in der Regel auf natürliche Art Antikörper. Jedoch unterschiedlich viele. Es ist daher nicht klar, wie gut und für wie lange sie vor einer erneuten Ansteckung schützen. Impfungen bieten einen verlässlicheren Schutz. Das BAG empfiehlt eine einmalige Impfung sechs Monate nach der Erkrankung. Auf die zweite Dosis kann verzichtet werden. 

© UNICEF/UN0420513/COVAX/Jordi Matas
In Spanien werden Spritzen für die Covid-19-Impfung zusammengebaut und abgepackt.

Wann sollte man sich nicht impfen lassen?

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie sich impfen lassen können, kontaktieren Sie Ihren Hausarzt oder die Nationale Infoline unter +41 58 377 88 92.

Folgende Personen sollen mit den zugelassenen Impfstoffen von Pfizer/Biontech und Moderna, nicht geimpft werden:

  • Personen mit einer schweren bestätigten Allergie auf einen Bestandteil des Impfstoffes.
  • Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. 

Folgenden Personen ist eine Covid-19-Impfung nicht empfohlen:

  • Schwangere Frauen. Eine Impfung von schwangeren Frauen ist derzeit nicht generell empfohlen. Bei bestimmten Formen von chronischen Krankheiten mit einem Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung oder bei einem erhöhten Ansteckungsrisiko (z.B. Gesundheitspersonal) kann eine Impfung dennoch sinnvoll sein. Wenn Sie schwanger sind und eine chronische Krankheit haben, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wenn Sie aktuell krank sind oder Symptome einer Covid-19-Infektion zeigen, sollten Sie Ihren Impftermin verschieben. 

© UNICEF/UNI316642/Mohamed
Kindergärtner in Südafrika, März 2020

Kann ich mein Kind gegen Covid-19 impfen lassen?

Nein. Das Immunsystem von Kindern unterscheidet sich von dem von Erwachsenen. Im Moment gibt es noch keine Covid-19-Impfstoffe, die für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren zugelassen wären. Für diese Altersgruppen fehlen noch die entsprechenden Studiendaten. 

© UNICEF/UN0353418/Wilander
Unterricht an einer Primarschule in Indonesien, unter Einhaltung der Hygieneregeln.

Muss ich mich nach einer Impfung weiterhin an die Schutzmassnahmen halten und Maske tragen?

Ja, sie müssen sich weiterhin an die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) verordneten Regeln halten. Sie schützen damit auch andere, die (noch) nicht geimpft sind. 


Muss ich immer noch in Quarantäne, wenn ich geimpft bin?

In der Schweiz gilt neu, dass vollständig mit mRNA-Impfstoffen geimpfte Personen ab 14 Tage nach der zweiten Impfung bei Kontakt mit einem bestätigten Fall für sechs Monate von der Quarantäne befreit sind. Geimpfte Personen müssen sich aber unbedingt weiterhin testen lassen, falls sie Symptome haben.

© UNICEF/UN0441768/
UN-Mitarbeiter in Benin erhalten die Covid-19-Impfung.

Wie lange schützt die Impfung?

Da Erfahrungswerte fehlen, gibt es darauf noch keine Antwort. Möglicherweise werden regelmässige Auffrisch-Impfungen nötig sein; auch um das Vakzin an neue Virusvarianten anzupassen. 

© UNICEF/UN0421059/COVAX/Shaarif Ali
COVAX-Lieferung auf den Malediven, 23. Februar 2021.

Was ist COVAX?

COVAX ist Teil einer globalen Anstrengung, die darauf abzielt, die Entwicklung und Herstellung von Covid-19-Impfstoffen zu beschleunigen und einen fairen und gerechten Zugang auf der ganzen Welt zu gewährleisten. Kein Land wird vor Covid-19 sicher sein, solange nicht alle Länder geschützt sind.

An COVAX sind 190 Länder beteiligt, die über 90 Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren. In Zusammenarbeit mit CEPI, GAVI, WHO und anderen Partnern ist UNICEF federführend bei der Beschaffung und Lieferung von Covid-19-Impfstoffen im Namen von COVAX.  

Erfahren Sie mehr über COVAX


UNICEF setzt alles daran, die Corona-Impfung auch für die ärmsten Länder zugänglich zu machen. Nur so kann das Virus weltweit zurückgedrängt und Kinder vor den Folgen der Pandemie geschützt werden. Unterstützen Sie unser Programm zur Sicherstellung einer gerechten Verteilung der Covid-19-Impfstoffe weltweit.