Tausende Rohingya-Flüchtlingskinder in Gefahr

In Bangladesh hat die Monsunzeit begonnen. Tagelange Regenfälle haben in den Flüchtlingslagern der Rohingya bereits zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt, Stürme richteten schwere Schäden an.

Bangladesh 2019
© UNICEF/UN0325315/Brown

Zum zweiten Mal seit der grossen Fluchtwelle im Herbst 2017 setzt die Monsunzeit die Flüchtlingslager der Rohingya in Bangladesh unter Wasser. Tausende Kinder sind nach den schweren Regenfällen der letzten Tage von Überschwemmungen und Erdrutschen bedroht; viele hundert Familien mussten bereits in sichere Gebiete umgesiedelt werden.

Mindestens ein Bub ertrank in den Fluten, zwei weitere Kinder wurden verletzt. Besorgniserregend sind aber auch die Schäden an den Infrastrukturen: Knapp 50 Wasserleitungen und Verteilpunkte sowie über 600 Latrinen sind betroffen, wodurch sich insbesondere für die kleineren Kinder das Risiko von lebensgefährlichen Durchfallerkrankungen erhöht.

Darüber hinaus wurden über 750 von UNICEF unterstützte Lernzentren teilweise beschädigt, 5 von ihnen schwer. Mehr als 60 000 Kinder erhalten dadurch vorübergehend keinen Unterricht. Auch 12 Kinderschutzzentren und ein Spielplatz sind vorläufig nicht mehr benutzbar.

«Die Bedingungen in den Auffanglagern verschlechtern sich rapide», sagt Alain Balandi Domsam, der stellvertretende Repräsentant von UNICEF in Bangladesh. «Der Bedarf an humanitärer Hilfe wird weiter zunehmen.» Denn für die kommenden Tage sind weitere Regenfälle angekündigt. Die Monsunzeit erreicht normalerweise im August ihren Höhepunkt und dauert bis Oktober an.

UNICEF arbeitet gemeinsam mit Partnerorganisationen unter Hochdruck daran, die Infrastrukturen zu reparieren und lebenswichtige Hilfsgüter wie Wasserreinigungstabletten und Plastikfolien zu verteilen. Mobile Gesundheitsteams werden eingesetzt, um den Zustand der Kinder und Mütter in den Lagern zu beobachten und wenn nötig einzugreifen.

Mehr als 500 000 Rohingya-Kinder sind in Cox’s Bazar auf humanitäre Hilfe angewiesen. UNICEF hat für das laufende Jahr Hilfsgelder in Höhe von 152,5 Millionen US-Dollar beantragt. Zurzeit besteht eine Finanzierungslücke von 68,7 Millionen Dollar.


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