Immer mehr Waisenkinder wegen Ebola

Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo hat bereits über 1300 Kinder zu Waisen gemacht und viele weitere für Wochen von ihren Eltern getrennt. UNICEF setzt sich dafür ein, dass diese Kinder identifiziert und betreut werden.

DRC 2019
Die 19-jährige Ruth überlebte Ebola und ist dadurch praktisch immun gegen die Krankheit. Sie betreut heute im Ebola-Behandlungszentrum Kinder von Patienten, darunter die 7 Monate alte Christ-Vie, deren Mutter wenige Tage zuvor an Ebola starb.

© UNICEF/UN0311514/Tremeau

In der Demokratischen Republik Kongo breitet sich das Ebola-Virus weiter aus. Anders als bei früheren Epidemien sind diesmal auch Kinder stark betroffen: Fast ein Drittel der bestätigten Fälle sind Minderjährige, viele von ihnen nur wenige Monate oder Jahre alt. Insgesamt sind laut offiziellen Angaben bisher fast 1800 Menschen an der hoch ansteckenden Krankheit gestorben.

Parallel zum Anstieg der Infektionen wächst auch die Zahl der Kinder, die durch Ebola ihre Eltern verloren haben oder von ihnen getrennt wurden. Seit Beginn des Ausbruchs vor etwas mehr als einem Jahr haben UNICEF und ihre Partner 1380 Waisenkinder registriert. Fast 2500 Kinder wurden isoliert, weil sie Kontakt zu einer infizierten Person hatten, oder von erkrankten Eltern allein gelassen.

«Für die Kinder ist diese Krankheit besonders erschütternd», sagt Pierre Ferry, Leiter der UNICEF Kinderschutzprogramme in der Demokratischen Republik Kongo. «Sie beobachten, wie Eltern vor ihren Augen sterben oder wie ihre Angehörigen in Ebola-Behandlungszentren gebracht werden, ohne zu wissen, wann oder ob sie je zurückkehren werden. Sie kämpfen mit Trauer und Angst, während sie jüngere Geschwister trösten und betreuen müssen. Viele sind Diskriminierungen, Stigmatisierung und Isolation ausgesetzt.»

UNICEF arbeitet eng mit Partnern und Gemeinden zusammen, um betroffene Kinder schnell zu identifizieren und sie ihren Bedürfnissen entsprechend zu betreuen. Bis heute hat UNICEF zu diesem Zweck über 900 lokale Helferinnen und Helfer ausgebildet. Zudem betreibt das Kinderhilfswerk neben den grössten Behandlungszentren drei Kindertagesstätten, in denen sich Ebola-Überlebende – die gegen die Krankheit immun sind – um Säuglinge und Kleinkinder der Patienten kümmern.


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