Bolivia 2012

Die UN-Kinderrechtskonvention

Um für alle Kinder der Welt eine Basis für gleiche Rechte zu schaffen, wurde 1989 die UN-Kinderrechtskonvention verabschiedet. Sie umfasst 54 Artikel zu Überleben, Schutz und Entwicklung und basiert auf den Prinzipien der Nichtdiskriminierung, des Kindeswohls sowie der Anhörung von Kindern.

Alle Mitgliedsstaaten der Uno ausser den USA ratifizierten die Konvention. Als völkerrechtliches Übereinkommen verpflichtet sie die Staaten, zum Schutz der Kinderrechte gesetzliche Massnahmen zu treffen.

Eine neue Sicht auf die Kinder

Die Konvention hat die Sicht auf die Kinder weltweit verändert: Erstmals wurde Kindheit als geschützter Lebensabschnitt definiert. Kinder werden seither als eigenständige Individuen angesehen, die eine eigene Meinung haben und diese auch äussern dürfen. Wenn es um Entscheidungen geht, die ihre Zukunft betreffen (z.B. Scheidung der Eltern), haben Kinder ein ihrem Alter angemessenes Anhörungs- und Mitspracherecht.

Überleben und Entwicklung

Global gesehen wurden im Bereich Überleben und Entwicklung in Afrika und Asien die grössten Fortschritte erzielt.

  • Die Sterblichkeit bei Kindern unter fünf Jahren sank von 12,5 Millionen auf 5,6 Millionen pro Jahr (1990–2016).
  • Die Mangelernährung bei Kindern unter fünf Jahren ging seit 1990 in allen Entwicklungsländern markant zurück.
  • HIV-Neuinfektionen bei Kindern haben seit 2001 um rund 70 Prozent abgenommen – primär durch verstärkte Anstrengungen zur Vermeidung der Mutter-Kind-Übertragung.  
  • An Masern sterben heute dank Impfungen fast 80 Prozent weniger Kinder als noch im Jahr 2000.
  • 91 Prozent aller Kinder besuchen heute die Primarschule, und zwar fast gleich viele Mädchen wie Buben.

Kindesschutz

Hunderte Millionen Kinder leiden unter Gewalt, Missbrauch, Ausbeutung, Vernachlässigung oder Diskriminierung. Die Dunkelziffer ist hoch und der Fortschritt schleppend.

  • Über 150 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren verrichten sogenannte Kinderarbeit – das heisst Arbeit, die ihre Entwicklung gefährdet.
  • Weltweit sind schätzungsweise 200 Millionen Mädchen und Frauen beschnitten.
  • Mehr als ein Viertel aller Kinder unter 5 Jahren sind in keinem Geburtenregister eingetragen.
  • Jedes Jahr werden geschätzte 15 Millionen Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet.
  • Konflikte und humanitäre Krisen gefährden das Leben und die Entwicklung von 48 Millionen Kindern in 51 Ländern.