Chad 2016

Nachhaltige Entwicklungsziele

Im September 2015 wurden die auslaufenden Milleniums-Entwicklungsziele der Uno von den Nachhaltigen Entwicklungszielen abgelöst. Damit sollte das Engagement von Regierungen, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft für eine sozial gerechtere Welt, die Durchsetzung der Menschenrechte und Förderung der ökologischen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit weiter gestärkt werden. Neu stehen auch Industriestaaten wie die Schweiz in der Pflicht.

Erfolge der Milleniums-Entwicklungsziele

Im September 2000 wurde ein Meilenstein in der Entwicklungszusammenarbeit gesetzt: Vertreterinnen und Vertreter von 189 Staaten einigten sich auf acht Milleniums-Entwicklungsziele, kurz MDGs. Erstmals wurde die weltweite Verbesserung der Lebensbedingungen aller Menschen als Grundbedingung für ein nachhaltiges weltwirtschaftliches Wachstum und die weltpolitische Stabilität angesehen. Klar definierte Indikatoren machten weltweite, regionale und länderspezifische Fort- wie auch Rückschritte in der Zeitspanne von 1990 und 2015 überprüfbar. Die wichtigsten Erfolge in Bezug auf Kinder sind:

  • Der Anteil der Bevölkerung, die in extremer Armut lebt, konnte von 47 auf 14 Prozent reduziert werden.
  • Statt 100 Millionen können heute 57 Millionen Kinder nicht in die Primarschule.
  • Deutlich mehr Mädchen können heute in die Schule. in Südasien beispielsweise stieg das Verhältnis von 74 Mädchen auf 100 Knaben auf 103 zu 100.
  • Die Kindersterblichkeitsrate konnte von 90 auf 43 Todesfälle pro 1000 Lebendgeburten reduziert werden.
  • 1.9 Milliarden Menschen erhielten Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Diese Erfolge weisen den Weg. Die Nachhaltigen Entwicklungsziele schliessen die unerfüllten Forderungen der Millenniums-Entwicklungsziele ein und fokussieren auf eine langfristige und nachhaltige Entwicklung.

Nachhaltige Entwicklungsziele

Am Freitag, 25. September 2015 verabschiedeten Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen den Aktionsplan der nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, kurz SDG oder SDGs), auf die bis 2030 intensiv hingearbeitet werden soll. Mit dieser Aktion wird eine historische Chance aufgegriffen, denn erstmals werden nicht nur Entwicklungs- und Schwellenländer, sondern auch Industriestaaten in die Pflicht genommen.

Die Nachhaltigen Entwicklungsziele bestehen aus 17 hochgesteckten Zielen und haben folgende Schwerpunkte:

  • Würde: Armut besiegen und Geschlechtergleichheit erreichen
  • Gesundheit und Wohlergehen: Gesundes und selbstbestimmtes Leben ermöglichen
  • Bildung und Arbeitswelt
  • Umwelt: Ökosysteme für die folgenden Generationen erhalten und schützen
  • Gerechtigkeit: Sicherheit, Frieden und gerechte Strukturen stärken
  • Wohlstand: Nachhaltige und integrative Wirtschaft fördern

Eine genauere Beschreibung der 17 Nachhaltigen Entwicklungsziele finden Sie hier oder im rechts als Download verfügbaren Factsheet.

Die grösste Schulstunde der Welt

Die Ziele sind ehrgeizig und umfassend, jedoch mit gemeinsamen Anstrengungen erreichbar. Sie sollen deshalb nicht nur auf die politische Agenda gesetzt werden, sondern auch die allgemeine Öffentlichkeit erreichen. Ein Startschuss dafür wird mit der weltweit grössten Schulstunde gesetzt. Zusammen mit Partnerorganisationen bietet UNICEF Unterrichtsmaterial an, das von Lehrpersonen weltweit benutzt werden kann.