Kinder im Krieg

Millionen Kinder sind von Kriegen und bewaffneten Konflikten betroffen. Sie werden verletzt oder getötet, von ihren Familien getrennt und Zeugen von brutalster Gewalt. Auch Entführung, Vergewaltigung und der Missbrauch von Kindern als Soldaten gehören zu den grauenhaften Begleiterscheinungen der meisten Kriege.

Yemen 2015
© UNICEF/UNI184988/Hamoud

Die Situation

Der Krieg macht Kinder zu menschlichem Treibgut. Er vertreibt sie von ihrem Zuhause, zerstört Schulen und Gesundheitszentren, entreisst ihnen die schützende Umgebung. Peiniger haben dadurch ein leichtes Spiel, und viele Kinder sind brutaler Ausbeutung, systematischem Missbrauch und Gewalt ausgeliefert. Auch nach dem Ende eines Konflikts leiden Kinder noch jahrelang unter den seelischen Wunden, der schlechten Versorgung, fehlenden Perspektiven oder unter den Gefahren von Landminen und nicht explodierter Streumunition.

  • Kindersoldaten: Zwangsrekrutiert oder mit leeren Versprechungen gelockt, werden Zehntausende Kinder weltweit als Soldaten missbraucht und müssen oft selbst töten. Vielen Kindern fehlt über Jahre jeglicher Kontakt mit ihrer Familie. Sie sind traumatisiert und fassen später nur schwer wieder Fuss in einem normalen Lebensalltag. Bei der Rückkehr in ihre Dörfer suchen viele vergebens nach ihren Angehörigen. Weil sie als Mörder gelten, werden die Kinder überdies oft verstossen. Viele lassen sich aus Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und Angst erneut rekrutieren oder landen auf der Strasse.
  • Sexuelle Gewalt: In bewaffneten Konflikten werden bereits sehr junge Mädchen systematisch vergewaltigt oder absichtlich mit dem HI-Virus angesteckt – häufig vor den Augen ihrer Angehörigen. Kriegsführende können dadurch Familien und ganze Dorfgemeinschaften demoralisieren oder auseinanderreissen. Immer wieder werden Mädchen und Frauen verschleppt und über lange Zeit als Sklavinnen missbraucht. Viele kehren nie zurück.
  • Unbegleitete Kinder und Waisen: Im Krieg werden immer wieder Kinder von ihren Familien getrennt, etliche werden zu Waisen. Ohne den Schutz erwachsener Angehöriger sind sie Gewalt und Missbrauch oft hilflos ausgeliefert. Viele Kriegswaisen, vor allem Mädchen, müssen Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister übernehmen und haben keine Chance auf eine Schulbildung.
  • Landminen und Streumunition: Auch viele Jahre nach einem bewaffneten Konflikt sind Landminen und nicht detonierte Streubomben eine tägliche Gefahr für Kinder. Unter diesem explosiven Erbe des Krieges leidet die Entwicklung des gesamten Landes.
  • Fehlende Schulbildung: Die anhaltende Gewalt führt dazu, dass Schulen geschlossen bleiben, Lehrer fehlen oder Eltern ihre Kinder aus Angst zu Hause behalten. Schulgebäude werden zudem oft als Unterkünfte für Soldaten oder intern Vertriebene zweckentfremdet. Auch nach einem Friedensschluss dauert es häufig Jahre, bis ein normaler Schulbetrieb wieder möglich ist.

So hilft UNICEF

So vielfältig die Folgen der Kriege für die Kinder sind, so breit ist der Ansatz von UNICEF.

  • UNICEF setzt sich für die Befreiung der Kindersoldaten aus dem Kriegsdienst und ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft ein. Betreuung und Bildung sollen diesen Kindern einen Neuanfang ermöglichen.
  • Die Buben und Mädchen werden zunächst in Übergangszentren oder Pflegefamilien untergebracht. Gleichzeitig schult UNICEF Personal lokaler Hilfsorganisationen, die Kinder zu identifizieren und nach überlebenden Angehörigen zu suchen.
  • UNICEF verhilft Jugendlichen dazu, ein Handwerk zu lernen, und stellt ihnen Startpakete mit der nötigen Ausrüstung zur Verfügung, damit sie sich eine Existenz aufbauen können.
  • UNICEF bietet vergewaltigten Mädchen medizinische und psychologische Betreuung, trägt die Kosten für Operationen, unterstützt die Weiterbildung des Arztpersonals und stellt Medikamente zur Verfügung. Mobile Teams helfen, auch Opfer in entlegenen Regionen zu erreichen.
  • UNICEF richtet in Flüchtlingslagern spezielle Anlaufstellen für unbegleitete Kinder ein. Zur Registrierung der Kinder werden Fotos, Videoaufnahmen, Plakate und eigene Datenbanken eingesetzt. Bei der Suche nach Angehörigen arbeiten die Helfer mit Dorfkomitees, der Polizei sowie lokalen Organisationen zusammen.
  • UNICEF finanziert Prothesen oder Rollstühle sowie Ausbildungsprogramme für Minenopfer.
  • In gefährdeten Gebieten fördert UNICEF Programme zur Räumung verminter Schulen, Brunnen und Wohngebiete und klärt die Kinder und Lehrkräfte mit Schulbüchern, Handzetteln, Puppentheaterstücken und Radiospots über die Gefahren von Landminen auf.

Weitere Schwerpunkte von UNICEF während Krisen und Konflikten sind die Bereiche Gesundheit und Ernährung, Wasser und Hygiene sowie Bildung.


Schenken Sie den von Kriegen betroffenen Kindern mit Ihrer Spende die Hoffnung auf ein besseres Leben. Wir danken Ihnen von Herzen.

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