Kampf gegen Mädchenbeschneidung in Guinea

In Guinea sind rund 95 Prozent der Mädchen und Frauen zwischen 15 und 49 Jahren beschnitten. Damit ist fast die gesamte weibliche Bevölkerung von der schädlichen Praxis betroffen. Diese Tatsache zu ändern, ist eines der Hauptanliegen von UNICEF in Guinea.

Guinea 2015
© UNICEF/UNI183224/Bindra

Die Situation

Guinea hat das höchste Vorkommen von Mädchenbeschneidung in der ganzen westafrikanischen Region. Die nicht medizinisch begründeten Schnitte verursachen Schmerzen, ziehen häufig Infektionen, Unfruchtbarkeit und Inkontinenz nach sich, führen zu Komplikationen beim Geschlechtsverkehr, erhöhen das HIV-Risiko und enden immer wieder tödlich.

Obwohl die Praxis in Guinea seit 2000 gesetzlich verboten ist, wird sie immer noch weitergeführt. Die Angst vor dem sozialen Ausschluss ist oft zu gross, als dass sich Eltern gegen die Beschneidung ihrer Töchter entscheiden würden. Dazu kommt, dass ein Grossteil der Kinder in Armut lebt und somit besonders gefährdet ist, nicht genügend Schutz und Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen zu erhalten.

Kampf gegen Mädchenbeschneidung in Guinea

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So hilft UNICEF

Die Komplexität der Praxis erfordert einen umfassenden Ansatz auf vielen Ebenen, wobei Programme zur Überwindung von sozialen Verhaltensnormen im Vordergrund stehen. Dadurch kann eine langfristige Bekämpfung der Mädchenbeschneidung gewährleistet werden. UNICEF setzt dabei auf folgende Massnahmen:

  • Informations- und Sensibilisierungskampagnen in Schulen und Medien
  • Einbezug von religiösen Entscheidungsträgern, Dorfältesten und Bürgermeistern
  • Ausbildung und Training von Gesundheitspersonal
  • Aufklärung über die Kinderrechte
  • Schulung des Personals des Strafjustizsystems zur verbesserten Strafverfolgung von Mädchenbeschneidungen