Pfadi-Bundeslager im Wallis – und UNICEF Schweiz und Liechtenstein mittendrin

Sybille Gloor
Sybille Gloor

Während zwei Wochen besiedelten rund 30 000 Kinder und Jugendliche der Pfadibewegung Schweiz das Goms im Kanton Wallis. Auch UNICEF Schweiz und Liechtenstein durfte am Bundeslager dabei sein und die Pfadis über Kinderrechte aufklären. 

Pfadi-Bundeslager 2022

Vom 23. Juli bis 6. August 2022 verwandelte sich das Goms zum grössten Pfadilager, das es in der Schweiz je gegeben hat. Unter dem Motto «mova» fand nach 14 Jahren endlich wieder ein Bundeslager – kurz BuLa – statt. Pfadis aus dem ganzen Land aber auch internationale Gäste errichteten eine 120 Hektar grosse Zeltstadt voller Abenteuer, Spiel und Spass. Ermöglicht wurde dies durch viele Partnerinnen und Partner, private und institutionelle Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Firmen und Organisationen. In einem BuLa dabei sein zu können ist ein Höhepunkt in jeder Pfadi-Karriere. Auch für UNICEF Schweiz und Liechtenstein war dies ein besonderer Moment und eine einzigartige Möglichkeit, um über Kinderrechte aufzuklären und den Pfadis ihre Rechte näher zu bringen. 

Über zwei Wochen hinweg wurden täglich mehrere zweistündige Kinderrechte-Workshops für die sechs- bis zehnjährigen Wölflis und elf- bis vierzehnjährigen Pfadis angeboten und die Kinder wurden mittels Diskussion, Rätsel, Spiel, Theater und kreativem Arbeiten für ihre Rechte sensibilisiert. Da es aus zeitlichen Gründen nicht möglich war, alle in der UN-Kinderrechtskonvention (KRK) festgehaltenen 54 Artikel – eine Zahl, über die die Wölflis und Pfadis übrigens positiv überrascht waren – durchzugehen, so wurden jeweils zehn wichtige Rechte anhand von Bildern und Icons im Kreis diskutiert und deren Umsetzung im Alltag debattiert.

Pfadi-Bundeslager 2022
Pfadi-Bundeslager 2022

Mit dem Wissen über diese zehn Rechte, namentlich das Recht auf Nicht-Diskriminierung, Name und Staatszugehörigkeit, Einheit der Familie, Partizipation, Privatsphäre, Schutz vor Gewalt, adäquate Betreuung, Gesundheit, Bildung sowie Freizeit, folgten für die Wölflis und Pfadis spielerische Aktivitäten. Anhand eines Theaters und Rollenspiels versetzten sich die Wölflis in verschiedene Lebenssituationen von Kindern auf der ganzen Welt und erlebten für einen kurzen Moment, was es bedeutet, wenn die eigenen Rechte bewahrt oder eben verletzt werden. Die Pfadis zeigten anhand von kreativen, realitätsnahen Rollenspielen, wie ihre partizipatorischen Rechte (insbesondere Art. 12 KRK) im Alltag umgesetzt werden können. Mit der Aufgabe, sich für ein persönliches Anliegen einzusetzen und dieses bei der verantwortlichen erwachsenen Person zu platzieren, nahmen die Pfadis verschiedene Rollen ein und erkannten sehr schnell das Prinzip der Gruppendynamik. Je mehr sich für das gleiche Anliegen einsetzten und nacheinander die eigene Stimme erhoben, desto eher wurde die Autoritätsperson im Rollenspiel überzeugt. Das Ziel dieser Aktivität war, Pfadis über ihr Mitwirkungs- und Beteiligungsrecht zu informieren und sie dazu zu befähigen, dieses auch einzufordern – nicht nur im BuLa, sondern auch in all ihren Lebensfeldern.

Pfadi-Bundeslager 2022
Pfadi-Bundeslager 2022

Als krönender Abschluss des Kinderrechte-Workshops durften beide Altersgruppen jeweils eigene Buttons gestalten. So zeichneten oder schrieben die Wölflis und Pfadis ihr Lieblingsrecht oder dasjenige Recht, welches sie als besonders wichtig empfanden, auf eine vorgestanzte kreisförmige Papiervorlage. Mit Hilfe der UNICEF-Workshopleitenden wurden diese anhand der Buttonmaschine zu farbigen Buttons zusammengepresst und mit viel Freude gleich an das eigene BuLa-Foulard geheftet. 

Pfadi-Bundeslager 2022
Pfadi-Bundeslager 2022

Nach zwei Wochen im BuLa blickt auch UNICEF Schweiz und Liechtenstein mit vielen bereichernden Erfahrungen auf eine intensive, einzigartige Zeit zurück, in der nicht nur hunderte von Kindern und Jugendlichen direkt erreicht und sensibilisiert werden konnten, sondern auch das Team von UNICEF Schweiz und Liechtenstein selbst viel von den engagierten und interessierten jungen Menschen lernen und sich intern weiterentwickeln durfte. Vor allem eindrücklich zu sehen, war die Wahl des für die Wölflis und Pfadis jeweiligen wichtigsten Rechtes. Während die Wölflis während den zwei Wochen sehr oft das Recht auf Schutz vor Gewalt (Art. 19 KRK) für sich als besonders wichtig bezeichneten, so entschieden sich die Pfadis meist für das Recht auf Gesundheit (Art. 24 KRK). Und wenn sie gefragt wurden weshalb, so antworteten sie: «Weil es die Basis für das gesamte Leben ist.»

Pfadi-Bundeslager 2022


Bleiben Sie dran. 
Erfahren Sie immer das Neueste von UNICEF.