Statement von Edouard Beigbeder, UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika.
«Die anhaltende Eskalation der Feindseligkeiten im Libanon und die verheerenden Auswirkungen, die sie auf Kinder hat, geben Anlass zu grosser Sorge.
Den jüngsten Berichten zufolge wurden seit dem 2. März mindestens 83 Kinder getötet und 254 verletzt, da sich die Feindseligkeiten weiter verschärft haben. Im Durchschnitt wurden in der vergangenen Woche im gesamten Libanon jeden Tag mehr als 10 Kinder getötet, während täglich etwa 36 Kinder verletzt wurden.
In den letzten 28 Monaten wurden im Libanon Berichten zufolge 329 Kinder getötet und 1 632 verletzt. Allein in den letzten sechs Tagen ist die Zahl der getöteten Kinder um 25 Prozent gestiegen, auf die erschütternde Zahl von 412 getöteten Kindern.
Diese Zahlen sind erschütternd. Sie sind ein eindringliches Zeugnis dafür, welchen Tribut der Konflikt von Kindern fordert. Während militärische Angriffe im ganzen Land andauern, werden Kinder in erschreckendem Ausmass getötet und verletzt, Familien fliehen aus Angst aus ihren Häusern, und Tausende Kinder schlafen inzwischen in kalten und überfüllten Unterkünften.
Die massenhafte Vertreibung im gesamten Libanon hat nahezu 700 000 Menschen – darunter rund 200 000 Kinder – gezwungen, ihre Häuser zu verlassen, zusätzlich zu den Zehntausenden, die bereits durch frühere Eskalationen vertrieben wurden.
UNICEF fordert alle Konfliktparteien auf, Zivilpersonen und zivile Infrastruktur – einschliesslich Schulen und Unterkünfte – zu schützen und ihren Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht nachzukommen.
UNICEF ruft zu sofortigen Bemühungen auf, die Situation zu deeskalieren und weiteren Schaden für Kinder zu verhindern.»