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Webinar «Studie zur Partizipation bei Planungs- und Bauvorhaben»

Kinder und Jugendliche erleben ihr Lebensumfeld aus einer eigenen, oft unterschätzten Perspektive. Sie wissen, welche Wege sich sicher anfühlen, wo sie sich gerne aufhalten und was einen Platz attraktiv und sicher macht. Dieses Wissen ist wertvoll für die Planung öffentlicher Freiräume, Schul- und Freizeitwege sowie Spielplätze.

Illustration von Kindern

Im Zentrum des Webinars stand die Studie «Partizipation von Kindern und Jugendlichen bei Planungs- und Bauvorhaben», die UNICEF Schweiz und Liechtenstein in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) durchgeführt hat. Die Studie zeigt, dass der Einbezug von Kindern und Jugendlichen in der Schweiz und in Liechtenstein noch nicht selbstverständlich ist. Partizipation findet häufig punktuell und projektbezogen statt – vor allem bei konkreten Vorhaben wie Spielplätzen, Schularealen oder sonstigen Freiflächen, die speziell für Kinder und Jugendliche gestaltet werden. In strategischen Planungen sowie in späteren Projektphasen von Planungs- und Bauprozessen werden sie deutlich seltener einbezogen. Die Studie macht damit deutlich: Es gibt bereits gute Beispiele, aber noch keine flächendeckende und verbindliche Praxis. Damit Kinder- und Jugendpartizipation nachhaltig wirkt, muss sie politisch legitimiert, institutionell verankert und mit klaren Zuständigkeiten sowie ausreichenden Ressourcen ausgestattet werden.

Im Webinar präsentierte im Anschluss Tobias Nägeli, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der ZHAW, Empfehlungen für eine jugendgerechte Stadtentwicklung aus dem Projekt «Jugend und Raum». Danach stellte Carmela Janach, Projektleiterin beim Kinderbüro Basel, das Projekt der Gemeinde Rünenberg zur Kinder- und Jugendpartizipation im räumlichen Entwicklungskonzept vor. Dabei wurde deutlich, wie Perspektiven aus dem Kinder- und Jugendblickwinkel die Gemeindeentwicklung bereichern können, wenn Kinder und Jugendliche in einem auf sie ausgerichteten Verfahren beteiligt werden. Kevin Hutmacher, Stadtplaner der Gemeinde Yverdon-les-Bains, zeigte den Teilnehmenden schliesslich, welche Rolle die Schüler:innenpartizipation bei der Planung und Gestaltung qualitativ hochwertiger Schulhöfe spielt, die als öffentliche Quartierräume genutzt werden können. Aus dem Beitrag ging insbesondere auch hervor, wie das Projekt geplant wurde und mit welchem Vorgehen politische und administrative Hürden genommen wurden.

Am Webinar nahmen rund 130 Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden und Kantonen sowie weitere Akteur:innen aus Fachstellen, der Jugendarbeit und Schulen teil. Diese breite Zusammensetzung der Teilnehmenden unterstreicht die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit, um die Partizipation von Kindern und Jugendlichen bei Planungs- und Bauvorhaben wirksam und nachhaltig zu verankern.

Publikationen zum Thema:

Studie: Partizipation bei Planungs- und Bauvorhaben
Download Studienbericht
Download Kurzfassung

Handbuch

Planung und Gestaltung von kinderfreundlichen Lebensräumen
Download Handbuch

Fokuspublikation

Kinderfreundlicher Verkehrsraum - Anforderungen an eine kindgerechte  Verkehrsraumgestaltung und Handlungsempfehlungen für die Praxis
Download Fokuspublikation

Fallbeispielsammlung

Good Practice-Beispiele aus Städten und Gemeinden
Link Online-Sammlung

Ihre Kontaktpersonen zum Thema

Nadine Junghanns
Kinderfreundliche Lebensräume
[email protected]