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Globaler Hunger verdoppelt - Finanzierung auf dem Stand von 2016

Akute Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung bleiben alarmierend hoch, während sich Krisen verschärfen, warnen UN, EU und Partner in neuem Bericht. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der akut Hungernden verdoppelt, während die Finanzierung auf das Niveau von 2016 zurückgeht.
 

Yemen, 2023
Die Hebamme Ulfat Saeed Ahmed Saleh misst den Oberarmumfang eines Kindes mit schwerer akuter Mangelernährung im Jemen.

Das Ausmass akuter Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung bleibt alarmierend hoch. Gleichzeitig konzentrieren sich Krisen zunehmend auf eine Kerngruppe von Ländern. Dies geht aus dem Global Report on Food Crises (GRFC) 2026 hervor, der heute von einer internationalen Allianz veröffentlicht wurde. In seiner zehnten Ausgabe zeigt der Bericht, dass sich der akute Hunger in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt hat.

Der Bericht des «Global Network Against Food Crises» zeigt, dass akute Ernährungsunsicherheit stark konzentriert ist. Zehn Länder – Afghanistan, Bangladesch, Demokratische Republik Kongo, Myanmar, Nigeria, Pakistan, Südsudan, Sudan, Syrien und Jemen – vereinen zwei Drittel aller Menschen, die von schwerem akutem Hunger betroffen sind. Afghanistan, Südsudan, Sudan und Jemen verzeichneten dabei die grössten Ernährungskrisen, sowohl gemessen am Anteil als auch an der absoluten Zahl der Betroffenen.

Im Jahr 2025 wurde in Gaza sowie in Teilen des Sudan eine Hungersnot festgestellt – gemäss dem IPC-System («Integrated Food Security Phase Classification»). Dies ist das erste Mal seit Beginn der Berichterstattung des GRFC, dass in zwei unterschiedlichen Kontexten im selben Jahr Hungersnöte bestätigt wurden. Dies signalisiert eine deutliche Eskalation der extremsten Formen von Hunger und Mangelernährung, die vor allem durch Konflikte und eingeschränkten humanitären Zugang verursacht und durch Vertreibung zusätzlich verschärft werden.

Insgesamt waren im Jahr 2025 rund 266 Millionen Menschen in 47 Ländern von hoher akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. Das entspricht fast 23 Prozent der analysierten Bevölkerung – ein leicht höherer Anteil als 2024 und nahezu doppelt so hoch wie 2016. Die Schwere der akuten Ernährungsunsicherheit war 2025 die zweithöchste jemals gemessene. Der Anteil der Menschen mit extremem Hunger blieb auf einem der kritischsten Niveaus der letzten zwei Jahrzehnte. Die Zahl der Menschen in katastrophaler Hungersituation (IPC Phase 5) ist neunmal so hoch wie 2016.

Gleichzeitig bleibt akute Mangelernährung ein zentrales und wachsendes Problem. Allein im Jahr 2025 waren 35,5 Millionen Kinder akut mangelernährt, darunter fast 10 Millionen schwer. In fast der Hälfte der Länder mit Ernährungskrisen gehen Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung Hand in Hand. Dies zeigt die kombinierten Auswirkungen unzureichender Ernährung, hoher Krankheitslast und zusammenbrechender grundlegender Dienstleistungen. In besonders schweren Kontexten wie Gaza, Myanmar, Südsudan und Sudan führen diese Faktoren zu extremen Mangelernährungsraten und erhöhten Sterberisiken.

«Millionen von Kindern am Rande des Verhungerns müssen ein Weckruf für die Welt sein», sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell. «Dabei geht es nicht um einen Mangel an Nahrungsmitteln, sondern um fehlenden politischen Willen, sicherzustellen, dass alle Kinder Zugang zu grundlegender Ernährung, sauberem Wasser und lebenswichtigen Dienstleistungen haben. In einer Welt des Überflusses gibt es keinen Grund, warum ein Kind aufgrund von Mangelernährung leiden oder sterben sollte.»

Zudem verschärfte Zwangsvertreibung weiterhin die Ernährungsunsicherheit. Mehr als 85 Millionen Menschen waren 2025 in von Ernährungskrisen betroffenen Kontexten auf der Flucht, darunter Binnenvertriebene, Asylsuchende und Flüchtlinge. Vertriebene Menschen leiden häufiger unter akutem Hunger als die Menschen in den Regionen, die sie aufnehmen.

«Konflikte bleiben der Haupttreiber akuter Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung für Millionen von Menschen weltweit. Dass im selben Jahr in zwei konfliktbetroffenen Regionen Hungersnöte auftreten, ist eine beispiellose Entwicklung», sagte UN-Generalsekretär António Guterres im Vorwort des Berichts. «Dieser Bericht ist ein Weckruf und fordert die Staats- und Regierungschefs weltweit auf, den politischen Willen aufzubringen, lebensrettende Hilfe rasch auszuweiten und Konflikte zu beenden, die so viel Leid verursachen.»