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DR Kongo: Mehr als 300 Kinder an Ebola gestorben

Neue Gesundheitsdaten aus der Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo zeigen einen starken Rückgang bei der Inanspruchnahme grundlegender Gesundheitsdienste durch Kinder und Frauen. Dazu gehören Impfungen für Kinder und Geburten in Gesundheitseinrichtungen. Die Angst vor einer Ansteckung und die Unterbrechungen der Dienste halten Familien von der Gesundheitsversorgung fern.

Ebola DRC

Zwischen April und Juni 2026 ging die Nutzung grundlegender Gesundheitsdienste in den wichtigsten Ausbruchsgebieten Bunia, Mongbwalu, Nizi und Rwampara um 42 Prozent zurück. In der gesamten Provinz Ituri sank die Inanspruchnahme schätzungsweise um 13 Prozent.

«Die Daten zeigen, dass die Angst vor einer Ansteckung in Verbindung mit Unterbrechungen der Dienste viele Kinder und ihre Familien davon abhält, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen», sagte John Agbor, UNICEF-Vertreter in der DR Kongo. «Ein Arzt berichtete unserem Team, dass seine Einrichtung vor dem aktuellen Ausbruch durchschnittlich 500 Patientinnen und Patienten pro Monat behandelte. Heute sind es fast keine mehr.»

Weitere wichtige Auswirkungen auf Kinder und Frauen

  • Die routinemässige Impfung von Kindern ging in den besonders betroffenen Gebieten zwischen April und Juni um mehr als die Hälfte zurück. In Mongbwalu, dem Epizentrum des Ausbruchs, sank die Verabreichung der ersten Masernimpfdosis um 69 Prozent. Provinzweit gingen auch Folgeimpfungen zurück: die dritte um 22 Prozent und die zweite um 18 Prozent. Im Mai und Juni verabreichten Gesundheitseinrichtungen mehr als 23 000 routinemässige Impfdosen für Kinder weniger als im April.
  • Auch die Gesundheitsversorgung von Müttern war betroffen. Medizinisch begleitete Geburten in Gesundheitseinrichtungen gingen in der gesamten Provinz um 13 Prozent zurück; in Bunia, Rwampara und Nizi betrug der Rückgang 38, 30 beziehungsweise 70 Prozent. Die Zahl der ersten Schwangerschaftskontrollen sank in allen drei Ausbruchsgebieten um rund 28 Prozent.
  • Im selben Zeitraum des Jahres 2025 war kein vergleichbarer saisonaler Rückgang zu beobachten.

Die eingeschränkte Gesundheitsversorgung verschärft die Bedrohung, der Kinder bereits unmittelbar durch Ebola ausgesetzt sind. Bis zum 2. August 2026 wurden 743 bestätigte Fälle und 330 Todesfälle bei Kindern im Alter von 0 bis 17 Jahren registriert. Obwohl Kinder fast jeden vierten bestätigten Fall ausmachen, entfällt auf sie nahezu jeder dritte Todesfall. Besonders betroffen sind Kinder unter fünf Jahren: Ihre Sterblichkeitsrate ist mehr als doppelt so hoch wie jene der Erwachsenen. Über 60 Prozent der bestätigten Fälle in dieser Altersgruppe verlaufen tödlich, gegenüber weniger als 30 Prozent bei Erwachsenen ab 18 Jahren.

Dies ist inzwischen der schwerste Ebola-Ausbruch in der Geschichte des Landes und der sich am schnellsten ausbreitende Ebola-Ausbruch, der je verzeichnet wurde. Um die zunehmende Übertragung einzudämmen und das Vertrauen der Bevölkerung in grundlegende Gesundheitsdienste wiederherzustellen, haben UNICEF und seine Partner – in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium, der WHO und Africa CDC – rund 13 000 Mitarbeitende an vorderster Front in den Gemeinden sowie wichtige Multiplikatorinnen und Multiplikatoren geschult und eingesetzt. Sie erreichten mehr als 2,4 Millionen Menschen mit Informationen zur Ebola-Prävention und Früherkennung. Teams führten zudem mehr als 505 000 Hausbesuche durch, um Vertrauen aufzubauen, Fehlinformationen zu widerlegen und Verdachtsfälle zur Behandlung zu überweisen. 

UNICEF stellte auch acht Ebola-Behandlungszentren Material zur Infektionsprävention und -kontrolle zur Verfügung und stattete 45 Gesundheitseinrichtungen in Ituri mit entsprechenden Kits, Wasser-, Sanitär- und Hygieneartikeln sowie Material für Eingangsuntersuchungen aus. In prioritären Einrichtungen wurden Lieferketten für lebenswichtige Medikamente, Malaria-Kits und geburtshilfliche Materialien aufrechterhalten. Die gemeindenahe psychologische und psychosoziale Unterstützung erreichte mehr als 21 000 vom Ausbruch betroffene Menschen, darunter 5100 Kinder.

«Der Ebola-Ausbruch beeinträchtigt das gesamte Gesundheitssystem schwer. Das hat zwangsläufig Folgen für Fälle von Malaria, Durchfall und anderen behandelbaren Krankheiten, die zu den häufigsten Todesursachen bei Kindern gehören», ergänzte Agbor. «Es ist entscheidend, dass Gesundheitsposten geöffnet, sicher und vertrauenswürdig bleiben, um heute Leben zu retten und künftige Ausbrüche zu verhindern, während wir in ein widerstandsfähigeres Gesundheitssystem investieren.»

Um lebensrettende Massnahmen in den 21 betroffenen und Hochrisiko-Gesundheitszonen aufrechtzuerhalten und auf 51 Zonen auszuweiten, hat UNICEF seinen sechsmonatigen Finanzierungsaufruf auf 113,45 Millionen US-Dollar angepasst. Bis heute wurden 23,5 Millionen US-Dollar mobilisiert; damit verbleibt eine Finanzierungslücke von 89,9 Millionen US-Dollar. Flexible und dringend benötigte Unterstützung durch Geber ist erforderlich, um weitere Unterbrechungen grundlegender Dienste zu verhindern.

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