Bildung und Schutz für Kinder in Brasilien

Das Recht auf Bildung gilt in Brasilien noch nicht für alle Kinder. Im grössten Land Lateinamerikas besuchten bereits vor der Covid-19-Pandemie 2,8 Millionen Kinder zwischen 4 und 17 Jahren keine Schule. UNICEF unterstützt das Auffinden dieser Kinder, sowie die Entwicklung von geeigneten Hilfestellungen zu ihrer Einschulung.

Brazil 2014
Die Plattform «Active Search» von UNICEF und Partnern unterstützt Gemeinden dabei, vergessene Kinder zu identifizieren und sie in die Schule zu integrieren.

© UNICEF/UNI166629/Fabres

In Brasilien besuchen 2,8 Millionen 4- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche keine Schule. Häufig wachsen sie in Familien auf, denen es an vielem mangelt. Sie haben kein sicheres Zuhause, werden nicht ausreichend versorgt, und für ihre Eltern steht die Schulbildung nicht an erster Stelle. Die Corona-Pandemie hat die Situation für diese Kinder noch verschlimmert.

Statt lesen, schreiben und rechnen zu lernen, werden diese Kinder oft gezwungen zu arbeiten. Davon sind 7 Prozent der Kinder Brasiliens betroffen, obwohl Gesetze Kinderarbeit in aller Deutlichkeit verbieten. Die 2016 veröffentlichte letzte nationale Haushaltsbefragung zeigt, dass 412 000 Kinder im Alter von 5 bis 13 Jahren arbeiten – 56 Prozent von ihnen in der Landwirtschaft.

Bildung und Schutz für Kinder in Brasilien

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In Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium und technisch versierten Partnern hat UNICEF vor knapp 10 Jahren das Projekt «School Active Search» entwickelt. Mittlerweile stellt die Strategie einen wichtigen Pfeiler mit grosser Ausstrahlungskraft für den Schutz und die Bildung der Kinder Brasiliens dar. «School Active Search» unterstützt Gemeinden dabei, Kinder zu identifizieren, die nicht in der Schule sind, mit ihnen in Kontakt zu treten, sie einzuschulen und auf ihrem weiteren Weg zu begleiten, damit sie die Schule nicht frühzeitig wieder verlassen. 

Bis 2023 wird ein auf der digitalen Plattform neu eingeführtes Modul zur Beobachtung der Schulanwesenheit weiter optimiert und ausgebaut. Dadurch kann jedes auf der Plattform registrierte Kind in seiner schulischen Entwicklung individuell begleitet werden. Des Weiteren wird das System der aktiven Schulsuche fortlaufend automatisiert, um national eine grössere Abdeckung der Plattform zu erreichen. Auch werden digitale Leitfäden und Handbücher ausgearbeitet und jährlich Seminare zum Thema schulische Ausgrenzung gehalten sowie der Austausch mit strategisch wichtigen Entscheidern gefördert.

Die Digitale Plattform Busco Activa Scholar

Bis Dezember 2020 haben sich bereits 3 214 Gemeinden der Strategie angeschlossen und 79 595 Mädchen und Buben konnten durch SAS aufgefunden und (wieder) in die Schule integriert werden.

Mit der Übernahme einer Projektpatenschaft helfen Sie mit, den Kindern und Jugendlichen in Brasilien eine Zukunft zu geben. Wir danken Ihnen von Herzen.