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Nothilfe in Jemen

Seit über zwei Jahren herrscht in Jemen Bürgerkrieg. Die staatlichen Infrastrukturen stehen am Rand des Zusammenbruchs, rund zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht, und alle zehn Minuten stirbt ein kleines Kind aus vermeidbaren Gründen. Nun ist überdies eine gefährliche Cholera-Epidemie ausgebrochen.

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Ein kleiner Bub wird auf Mangelernährung untersucht
Die Situation

Von der Weltöffentlichkeit nahezu ignoriert, herrscht in Jemen seit über zwei Jahren Bürgerkrieg. Täglich werden Luftangriffe auf Wohnhäuser oder zivile Einrichtungen wie Schulen und Spitäler gemeldet. Tausende Zivilisten wurden getötet, Millionen sind auf der Flucht. Die Versorgungslage ist katastrophal, staatliche Infrastrukturen wie das Gesundheitswesen stehen am Rand des Zusammenbruchs.

Seit April 2017 breitet sich in Jemen eine gefährliche Cholera-Epidemie aus. Über 600 000 Menschen haben sich bereits infiziert, und die Zahl dürfte noch deutlich ansteigen. Spitäler und Gesundheitszentren sind hoffnungslos überfüllt, in der Hauptstadt Sanaa gilt seit Mai der Ausnahmezustand.

Mittlerweile sind nahezu 20 Millionen Menschen in Jemen auf humanitäre Hilfe angewiesen – das sind über 70 Prozent der Bevölkerung. 2 Millionen leben als Vertriebene im eigenen Land. Die Ernährungssituation verschlechtert sich laufend: Bald eine halbe Million Kinder unter fünf Jahren sind schwer akut mangelernährt und kämpfen ums Überleben. Luft- und Seeblockaden erschweren Hilfslieferungen, Kampfhandlungen behindern die Verteilung der Güter.

Jemen ist das ärmste Land des Nahen Ostens. Schon bevor der Konflikt im März 2015 eskalierte, litt ein Grossteil der Bevölkerung unter Armut, Ernährungsunsicherheit und ungenügender medizinischer Versorgung. Heute stirbt in Jemen alle zehn Minuten ein Kind aus vermeidbaren Gründen – an Unterernährung, Durchfallerkrankungen oder Atemwegsinfekten.

So hilft UNICEF

Im Kampf gegen die aktuelle Cholera-Epidemie hat UNICEF bereits Dutzende von Tonnen mit lebensrettenden Hilfsgütern wie Medikamenten und Tabletten zur Wasserreinigung in die betroffenen Gebiete geflogen. Weitere Lieferungen werden laufend vorbereitet.

Trotz Finanzierungslücken und extrem schwierigen Bedingungen gelingt es UNICEF, Hunderttausenden Kindern in Jemen entscheidend zu helfen:

  • UNICEF stellt Benzin für öffentliche Wasserpumpen zur Verfügung und sorgt für sanitäre Einrichtungen.
  • Mangelernährte Kinder werden mit therapeutischer Nahrung und Vitaminen versorgt.
  • Mobile Teams bringen Nahrungsmittel, Medikamente und Hygieneartikel in schwer zugängliche Regionen.
  • UNICEF unterstützt die Aufklärung der Bevölkerung über Blindgänger. Besonders Kinder sind gefährdet, sich beim Spielen zu verletzen.
  • Gemeinsam mit dem Bildungsministerium versucht UNICEF möglichst vielen Kindern den Zugang zum Schulunterricht zu ermöglichen.
  • Um Krankheiten und Seuchen vorzubeugen, unterstützt UNICEF die Müllentsorgung in der Hauptstadt Sanaa.

 

» UNICEF Report «The children of Yemen – Falling through the Cracks» (2017)

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