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Nothilfe in Jemen

Seit über zweieinhalb Jahren herrscht in Jemen Bürgerkrieg. Die staatlichen Infrastrukturen sind weitgehend zusammengebrochen, rund zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht, und alle zehn Minuten stirbt ein kleines Kind aus vermeidbaren Gründen. Seit April 2017 breitet sich beinahe unkontrolliert die gefährlichste Cholera-Epidemie der Geschichte aus.

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Die Situation

Von der Weltöffentlichkeit nahezu ignoriert, herrscht in Jemen seit über zweieinhalb Jahren Bürgerkrieg. Täglich werden Luftangriffe auf Wohnhäuser oder zivile Einrichtungen wie Schulen und Spitäler gemeldet. Tausende Zivilisten wurden getötet, Millionen sind auf der Flucht. Staatliche Infrastrukturen wie das Gesundheitswesen sind kaum noch funktionsfähig, die Versorgungslage ist katastrophal.  

Mitten in diesem Chaos ist im April 2017 eine Cholera-Epidemie ausgebrochen. Über 900 000 Menschen haben sich bereits infiziert, Spitäler und Gesundheitszentren sind hoffnungslos überfüllt, in der Hauptstadt Sanaa gilt seit Mai der Ausnahmezustand.

Mittlerweile sind über 20 Millionen Menschen in Jemen auf humanitäre Hilfe angewiesen – das sind rund drei Viertel der Gesamtbevölkerung. 2 Millionen leben als Vertriebene im eigenen Land. Die Ernährungssituation verschlechtert sich laufend: Fast 400 000 Kinder unter fünf Jahren sind schwer akut mangelernährt und kämpfen ums Überleben. Luft- und Seeblockaden erschweren Hilfslieferungen, Kampfhandlungen behindern die Verteilung der Güter.

Jemen ist das ärmste Land des Nahen Ostens. Schon bevor der Konflikt im März 2015 eskalierte, litt ein Grossteil der Bevölkerung unter Armut, Ernährungsunsicherheit und ungenügender medizinischer Versorgung. Heute stirbt in Jemen alle zehn Minuten ein Kind aus vermeidbaren Gründen – an Unterernährung, Durchfallerkrankungen oder Atemwegsinfekten.

So hilft UNICEF

Im Kampf gegen die aktuelle Cholera-Epidemie hat UNICEF bereits Dutzende von Tonnen mit lebensrettenden Hilfsgütern wie Medikamenten und Tabletten zur Wasserreinigung in die betroffenen Gebiete geflogen. Weitere Lieferungen werden laufend vorbereitet.

Trotz Finanzierungslücken und extrem schwierigen Bedingungen gelingt es UNICEF, Hunderttausenden Kindern in Jemen entscheidend zu helfen:

  • UNICEF stellt Benzin für öffentliche Wasserpumpen zur Verfügung und sorgt für sanitäre Einrichtungen.
  • Mangelernährte Kinder werden mit therapeutischer Nahrung und Vitaminen versorgt.
  • Mobile Teams bringen Nahrungsmittel, Medikamente und Hygieneartikel in schwer zugängliche Regionen.
  • UNICEF unterstützt die Aufklärung der Bevölkerung über Blindgänger. Besonders Kinder sind gefährdet, sich beim Spielen zu verletzen.
  • Gemeinsam mit dem Bildungsministerium versucht UNICEF möglichst vielen Kindern den Zugang zum Schulunterricht zu ermöglichen.
  • Um Krankheiten und Seuchen vorzubeugen, unterstützt UNICEF die Müllentsorgung in der Hauptstadt Sanaa.

 

» UNICEF Report «The children of Yemen – Falling through the Cracks» (2017)

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