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Nothilfe im Jemen

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Nothilfe im Jemen

Der Bürgerkrieg im Jemen zählt zu den grössten humanitären Katastrophen weltweit. Die staatliche Infrastruktur ist weitgehend zusammengebrochen, die Versorgungslage verschlechtert sich laufend. Das Land steht vor einer akuten Hungersnot. Inmitten dieses Chaos wütet das Coronavirus.  

Kinder

12,4 Mio.
sind auf humanitäre Hilfe angewiesen

Kinder

2,1 Mio.
sind akut mangelernährt

Menschen

3,6 Mio.
sind innerhalb des Landes auf der Flucht

Seit über fünf Jahren herrscht im Jemen ein Bürgerkrieg, der sich zu einer der grössten humanitären Krisen weltweit entwickelt hat. Rund 80 Prozent der Bevölkerung, davon über 12 Millionen Kinder und 6 Millionen Frauen im gebärfähigen Alter, sind mittlerweile auf humanitäre Hilfe angewiesen. Über 2 Millionen Kinder mussten innerhalb des Landes vor dem Krieg fliehen. In den vergangenen fünf Jahren wurden 3 600 Kinder im Krieg getötet, 5 700 verletzt und mindestens 3 500 Kinder zwangsrekrutiert.

Staatliche Infrastrukturen sind weitgehend zusammengebrochen, weniger als die Hälfte aller Gesundheitseinrichtungen sind funktionsfähig. Mehr als 325 000 Kinder unter fünf Jahren sind schwer akut mangelernährt und kämpfen ums Überleben. Die Cholera-Epidemie, die im ersten Jahr des Krieges ausbrach, hat bis heute weit über 2 Millionen Menschen erfasst, ein Viertel davon sind Kinder.

Die Corona-Pandemie trifft die ohnehin bereits verletzliche Bevölkerung mit voller Wucht. So hat der Jemen bei Covid-19-Infektionen eine der höchsten Sterblichkeitsraten der Welt. Sie ist fünfmal so hoch wie der globale Durchschnitt. Über 20 Millionen Menschen sind dringend auf sauberes Wasser und Seife angewiesen. Die Pandemie belastet das fragile Gesundheitssystem weiter und verschlimmert die zugrundeliegende Schutzbedürftigkeit und geschlechtsspezifische Verwundbarkeit von Kindern, Jugendlichen und Frauen. So haben mindestens 7,8 Millionen Kinder im Schulalter keinen Zugang zu Bildung. Sie sind Gewalt, Frühehen, Kinderarbeit und Zwangsrekrutierungen schutzlos ausgeliefert. Durch die Ausbreitung des Coronavirus könnten in den nächsten Monaten Zehntausende weitere Kinder eine lebensbedrohliche schwere akute Unterernährung entwickeln, während die Gesamtzahl der unterernährten Kinder unter fünf Jahren auf insgesamt 2,4 Millionen ansteigen könnte.

Henrietta Fore, UNICEF Executive Director

«Der Jemen ist der wohl gefährlichste Ort der Welt, um ein Kind zu sein.»

Henrietta Fore, UNICEF-Exekutivdirektorin

Die Bedingungen für humanitäre Organisationen sind im Jemen denkbar schlecht. Luft- und Seeblockaden erschweren Hilfslieferungen, Kampfhandlungen behindern die Verteilung der Güter. Hinzu kommen Finanzierungslücken. Dennoch gelingt es UNICEF, Hunderttausenden Kindern entscheidend zu helfen:

  • Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, verschifft UNICEF Covid-19-Tests und Schutzmaterial in den Jemen und leistet vor Ort Aufklärungsarbeit.
  • Im Kampf gegen die Cholera und andere Infektionskrankheiten fliegt das Kinderhilfswerk Dutzende Tonnen Impfstoffe, Medikamente und Tabletten zur Wasserreinigung in die betroffenen Gebiete.
  • UNICEF stellt sauberes Trinkwasser bereit, besorgt Benzin für öffentliche Wasserpumpen und richtet sanitäre Anlagen ein.
  • Mangelernährte Kinder werden mit therapeutischer Nahrung und Vitaminen versorgt.
  • Mobile Teams bringen Nahrungsmittel, Medikamente und Hygieneartikel in schwer zugängliche Regionen.
  • UNICEF unterstützt die Aufklärung der Bevölkerung über Blindgänger. Besonders Kinder sind gefährdet, sich beim Spielen zu verletzen.
  • Gemeinsam mit dem Bildungsministerium versucht UNICEF möglichst vielen Kindern den Zugang zum Schulunterricht zu ermöglichen.