Kinderschutz in Brasilien

Das Recht auf Bildung gilt in Brasilien noch nicht für alle Kinder. 2,8 Millionen 4- bis 17-Jährige besuchen keine Schule – weil ihre Familien zu arm sind und weil sie oft schon früh mithelfen müssen, zum Familieneinkommen beizutragen.

Brazil 2014
© UNICEF/UNI166629/Fabres

Die Situation

Zwar hat es Brasilien geschafft, in den zurückliegenden 15 Jahren 26 Millionen Menschen aus grosser Armut zu befreien. Die politische und ökonomische Krise aber hat gerade im Bildungsbereich für grosse Lücken gesorgt. Die Schulpflicht gilt ab dem 4. Altersjahr, doch fast 3 Millionen Kinder und Jugendliche fallen heute durch die Maschen des Systems. Fast 16 Prozent der 4- bis 5-Jährigen gehen nicht in den Kindergarten, in der Amazonasregion sind es knapp 30 Prozent der Kinder. 1,6 Millionen 15- bis 17-Jährige sind statt in der Schule zu Hause oder gehen einer Erwerbsarbeit nach – mit zwei schwerwiegenden Konsequenzen.

Zum einen heiraten viele Mädchen früh und werden häufig Mütter, wenn sie selbst noch Kinder sind: 36 Prozent der jungen Frauen waren bereits vor dem 18. Lebensjahr verheiratet.

Zum anderen ist Kinderarbeit in Brasilien stark verbreitet. Dabei werden bereits die Kleinsten von nichts verschont. Die jüngste Haushaltsbefragung aus dem Jahr 2015 spricht von 412 000 Kindern im Alter von 5 bis 13 Jahren, die in den Arbeitsprozess involviert sind. Beruhigend ist, dass die Zahlen im Vergleich zu 2014 um 25 Prozent zurückgegangen sind. Doch noch immer sind über 400 000 Kinder auf Plantagen, Fabriken, in Heimarbeit oder im Sexgewerbe tätig, statt die Schule zu besuchen.

So hilft UNICEF

Gemeinsam mit der brasilianischen Regierung hat UNICEF die «Active Search»-Initiative ins Leben gerufen. Sie baut auf Studien auf, die UNICEF in Brasilien seit 2010 erstellt, um die Situation zu analysieren und die Gründe zu untersuchen, warum Kinder nicht in der Schule sind, und die entsprechenden Kinder zu identifizieren. 2014 schuf UNICEF gemeinsam mit lokalen Partnern eine Website und damit eine Plattform, um Daten zu Kindern zu sammeln, die nicht zur Schule gehen: nach Geschlecht, Alter, Abstammung, sozioökonomischer Situation der Familie und dem Bildungsstand der Eltern.

Seit mehr als 20 Jahren finanziert UNICEF Schweiz in Brasilien Programme, deren Massnahmen dafür sorgen, dass die Rechte besonders schutzbedürftiger Kinder wahrgenommen und eingehalten werden. Ein Fokus wird auf den Zugang zu qualitativ guter Bildung für Buben und Mädchen aus benachteiligten Familien gelegt.

Helfen auch Sie!

Mit der Übernahme einer Projektpatenschaft helfen Sie mit, den Kindern und Jugendlichen in Brasilien eine Zukunft zu geben. Wir danken Ihnen von Herzen.