Brand Flüchtlingscamp Moria

Flüchtlingskinder auf Lesbos

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Flüchtlingskinder auf Lesbos

In den frühen Morgenstunden des 9. September 2020 brannte ein Feuer das Flüchtlingslager Moria auf Lesbos, Griechenland komplett nieder. Die Bilder davon haben sich in unser kollektives Gedächtnis eingraviert. Durch den Grossbrand wurden 12 000 Flüchtlinge über Nacht obdachlos. Für die 4 200 unbegleiteten Kinder war diese Tragödie besonders dramatisch.

Schon vor dem zerstörerischen Brand war die Situation für die Flüchtlinge auf Lesbos kaum zu ertragen: Das temporäre Camp Moria war für 3 000 Menschen konzipiert, aber mit 12 000 Bewohnerinnen und Bewohnern seit Jahren restlos überfüllt. Zu der besorgniserregenden Überbelegung, den unhygienischen Bedingungen und fehlenden Dienstleistungen, kam am 2. September aufgrund eines Covid-19-Falls eine Ausgangssperre hinzu. Unter den Flüchtlingen auf Lesbos sind besonders viele Frauen (rund 21%) und Kinder (rund 27%). Über 70% der Kinder sind jünger als 12 Jahre.  

© UNICEF/UNI368533/Christophilopoulos/AFP-Services

«Wir sind einfach nur gerannt, um dem Feuer zu entkommen. Niemand hat mir geholfen. Ich konnte auch niemandem helfen, denn ich bekam keine Luft und dachte, ich würde verbrennen. Ich fühlte mich schrecklich, und ich habe immer noch Angst. Wohin werde ich gehen, was soll ich tun?»

Asadi, 17, Flüchtling aus Afghanistan, lebte zehn Monate im Camp Moria

Nach dem Brand mussten viele der Flüchtlinge tagelang schutzlos im Freien ausharren. Das als Provisorium errichtete Camp Kara Tepe bietet mittlerweile eine notdürftige Unterkunft für rund 7 500 Menschen. Mehrere hundert unbegleitete Kinder und Jugendliche konnten auf das Festland und teils auch in andere EU-Staaten gebracht werden.

Lebensbedingungen bleiben herausfordernd

Doch auch dort fehlt es an allem. Sauberes Trinkwasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene sind aufgrund des vorübergehenden Charakters des Standorts nach wie vor äusserst problematisch. Auch der Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung, angemessene Ernährungs-, Schutz-, und Bildungsdienste bleibt kritisch. Die Flüchtlinge brauchen dringend sauberes Wasser, Lebensmittel, Seife und Betten.

UNICEF hat direkt nach dem Brand zusammen mit Partnern das bestehende Tapuat Kinder- und Familienzentrum nahe Moria zur Notunterkunft für gefährdete Frauen und Kinder umgewandelt. Über 400 unbegleitete Kinder wurden sofort in dieser Einrichtung betreut, bevor sie auf das Festland gebracht wurden. Ausserdem halfen wir beim Aufbau des neuen provisorischen Camps. Von UNICEF und seinen Partnern beauftragte mobile Teams identifizierten im neu errichteten Gelände unbegleitete und besonders gefährdete Kinder und Familien, um sie an spezialisierte Dienste zu verweisen.

UNICEF beteiligt sich weiterhin aktiv an den nationalen und regionalen Bemühungen, unbegleitete Kinder aus Griechenland in andere EU-Mitgliedstaaten umzusiedeln. Während der Bau von speziell für Kinder eingerichteten Räumen im neuen Camp im Gange ist, bietet UNICEF strukturierte Freizeitaktivtäten durch «mobile» kinderfreundliche Räume an. UNICEF unterstützt zusammen mit anderen UN-Organisationen und der Europäischen Kommission die nationalen Bemühungen, unbegleitete Kinder, die in vorübergehenden Unterkünften untergebracht wurden, sicher auf das Festland umzusiedeln.

Weitere Hilfsmassnahmen sind:

  • Kleidung und andere Hilfsgüter: Die Kinder und Familien bekommen zum Beispiel Decken und Kleidung für die nahende kältere Jahreszeit.
  • Bildung: Wir stellen im neuen Übergangslager grosse Zelte auf, in denen möglichst viele Kinder unterrichtet werden.
  • Wasser: Wir versorgen die Menschen auf Lesbos mit Wasser und auch mit Hygieneartikeln, die sie gegen Corona und andere Krankheiten schützen.
  • Psychosoziale Unterstützung: Nach den traumatisierenden Ereignissen in Moria sind unsere Sozialarbeiter für die Kinder mit ihren Ängsten und Sorgen da.
  • Spielangebote: Wir halten auch Spielmaterialien für die Kinder bereit. So können sie nach der Katastrophe wieder ein Stück Normalität erfahren.

Alle Nothilfemassnahmen werden unter der Berücksichtigung der Covid-19-Schutzmassnahmen implementiert. 

Sie können uns unterstützen!

UNICEF setzt alles daran, den betroffenen Flüchtlingskindern Schutz und Sicherheit zu geben. Wir lassen die geflüchteten Kinder in Griechenland nicht im Stich. Lassen Sie uns gemeinsam den Kindern und ihren Familien auf Lesbos helfen. Danke für Ihre dringend benötigte Unterstützung!

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