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Austausch der Kinderfreundlichen Gemeinden in Liechtenstein

Am Dienstagvormittag fand im Gemeindesaal Triesen der jährliche Runde Tisch «Kinderfreundliche Gemeinden» für die Liechtensteiner Gemeinden statt. Dazu lud UNICEF Schweiz und Liechtenstein Vertreter:innen der Kinderfreundlichen Gemeinden in Liechtenstein ein. Insgesamt nahmen zehn Personen am Austausch teil.

Austausch der Kinderfreundlichen Gemeinden in Liechtenstein
Teilnehmende des Runden Tisches «Kinderfreundliche Gemeinde»

Mit dem Runden Tisch unterstützt UNICEF Schweiz und Liechtenstein die Vernetzung der Gemeinden und fördert den Austausch von Erfahrungen und Praxisbeispielen. Die Gemeinden erhalten dadurch Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen zu teilen, gemeinsame Herausforderungen zu besprechen und die Umsetzung der Kinderrechte auf kommunaler Ebene weiterzuentwickeln. «Wenn die Gemeinden Erfahrungen teilen und voneinander lernen, entstehen neue Impulse für mehr Kinderfreundlichkeit vor Ort. Auch wir bei UNICEF nehmen aus dem Austausch jedes Jahr neue Perspektiven und wertvolle Anregungen für unsere Arbeit mit.» sagt Alissa Brenn, Fachverantwortliche «Kinderfreundliche Gemeinde» bei UNICEF Schweiz und Liechtenstein.

Kinder in Planung und Bau beteiligen

Zu Beginn des Treffens berichteten die Gemeinden über ihren aktuellen Stand im Prozess, laufende Aktivitäten und bestehende Anliegen. Anschliessend tauschten sich die Teilnehmenden darüber aus, wie Kinder möglichst früh in Planungs- und Bauvorhaben einbezogen werden können. Dabei wurde deutlich, dass es dafür verlässliche Abläufe und eine gute Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Bau, Schule und weiteren Fachstellen braucht.

Reglemente, Stellenbeschriebe oder verbindliche Prüfschritte können helfen, die Kinderfreundlichkeit dauerhaft in den Gemeindestrukturen zu verankern. Ebenso wichtig sind ein gemeinsames Verständnis und die aktive Zusammenarbeit der beteiligten Personen. Auch die Umsetzung von Anliegen zu Schulwegen wurde diskutiert. Dabei zeigte sich, dass diese teilweise an baulichen, formalen oder zuständigkeitsbezogenen Rahmenbedingungen an Grenzen stossen. Die Teilnehmenden beschäftigten sich zudem mit der Frage, wie die Wirkung umgesetzter Massnahmen später überprüft werden kann.

Ressourcen, Zusammenarbeit und Frühbereich

Ein weiterer Themenschwerpunkt waren die personellen Ressourcen und die Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinden. Diskutiert wurde, wie Aufgaben zwischen Arbeitsgruppen, Kommissionen und Fachstellen besser verteilt und Doppelspurigkeiten vermieden werden können. Als wichtig wurde eine interdisziplinäre Zusammenarbeit beurteilt, damit die Kinderfreundlichkeit langfristig in den Abläufen der Gemeinden verankert werden kann.

Im Frühbereich ging es um Treffpunkte und Angebote für Familien. Die Gemeinden besprachen das Spannungsfeld zwischen wohnortnahen Angeboten, die dem lokalen Bedarf entsprechen, und möglichen gemeindeübergreifenden Synergien. Ein gemeinsames Anliegen ist zudem, Familien zu erreichen, die bestehende Angebote bisher nicht oder kaum nutzen. Als mögliche Ansätze wurden eine bessere Bündelung und Kommunikation der Angebote sowie niederschwellige und aufsuchende Zugänge genannt.

Mit der Initiative «Kinderfreundliche Gemeinde» bietet UNICEF Schweiz und Liechtenstein Gemeinden ein Instrument, um ihre Kinderfreundlichkeit nachhaltig zu stärken und die UN-Kinderrechtskonvention systematisch auf kommunaler Ebene umzusetzen. Im Rahmen des Prozesses analysieren die Gemeinden ihre Ausgangslage, bestimmen Handlungsfelder und halten konkrete Massnahmen in einem Aktionsplan fest. In Liechtenstein tragen aktuell sechs Gemeinden das Label «Kinderfreundliche Gemeinde»: Ruggell, Eschen-Nendeln, Mauren, Schaan, Triesen und Vaduz.