Psychische Gesundheit: Was wünschen sich Jugendliche von ihren Bezugspersonen?

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Jana Breznik

In der Zeit des Erwachsenwerdens durchleben Jugendliche unterschiedliche Phasen. Sie versuchen, sich langsam in die Unabhängigkeit zu begeben und wollen ihr Leben Schritt für Schritt selbstständig gestalten. Dabei werden sie immer wieder mit verschiedenen Hürden und Problemen konfrontiert, die sie alleine nicht immer bewältigen können. Zusammen mit UNICEF haben Jugendliche einen Leitfaden entwickelt, wie Eltern und Betreuungspersonen ihren Kindern unterstützend zur Seite stehen können.

Image Credit Youth Mediathon

Wenn Kinder in die Pubertät kommen, werden sie mit unterschiedlichen Veränderungen konfrontiert. Der Wunsch nach Unabhängigkeit führt dazu, dass Jugendliche noch stärker ihre eigenen Entscheidungen treffen wollen. Damit einher geht ein grösserer Fokus auf die eigene Person, neue Interessen und das soziale Umfeld. In dieser Zeit des Erwachsenwerdens entwickeln Teenager eine einzigartige Persönlichkeit und suchen nach mehr Verantwortung.

Diese Suche ist nicht immer einfach für die Jugendlichen, da sie während dieses Prozesses häufig von Sorgen geplagt und mit Problemen konfrontiert werden. Zusätzlich verändert sich in der Entwicklungsphase ihr Körper zunehmend, und viele Teenager fühlen sich nicht nur emotional, sondern auch optisch nicht mehr wohl in ihrer Haut. In der Zeit des Erwachsenwerdens können sie launenhaft sein, erfahren Höhen und Tiefen, können ängstlich sein oder weisen mangelndes Selbstbewusstsein auf. 

In dieser Zeit des Wandels ist eine positive Beziehung zu Eltern und Betreuungspersonen von zentraler Bedeutung. Denn eine fürsorgliche und unterstützende Elternschaft wirkt als Schutzfaktor für das psychische Wohlbefinden von Jugendlichen.

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Liebe Erwachsene, hört uns zu!

Genau deshalb wollte UNICEF wissen, was junge Menschen sich von ihren Eltern und Betreuungspersonen wünschen, wenn sie sich über das Thema psychische Gesundheit austauschen wollen. Für diesen Zweck haben sich Mitglieder von «Voices of Youth», der internationalen UNICEF-Plattform von Jugendlichen für Jugendliche, mit der Ärztin Hina Talib zusammengesetzt. Herausgekommen ist ein Drei-Punkte-Leitfaden, der generationsübergreifende Gespräche über das Thema psychische Gesundheit erleichtern soll.

1. Kümmert euch um uns

Eltern und Bezugspersonen sollten uns spüren lassen, dass sie sich um unsere psychische Gesundheit sorgen. Meistens verbergen junge Menschen ihre wahren Gefühle vor ihren Eltern. Gerade deshalb ist es wichtig, sich aktiv nach unserem Wohlbefinden zu erkundigen. Das bedeutet nicht, dass Eltern jedes Detail unseres Lebens kennen müssen. Sie sollen unsere Privatsphäre respektieren; gleichzeitig müssen sie aber auch wissen, ob es uns gut geht. 
 

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2. Helft uns, eine gesunde Eltern-Kind-Beziehung aufzubauen

Wir wollen unseren Eltern und Betreuungspersonen vertrauen können. Hört uns zu. Schafft einen sicheren Ort, so dass eure Kinder sich auf euch verlassen können. Versucht, unsere Denkweise zu verstehen. Seid empathisch, damit wir uns öffnen und unsere Probleme mit euch teilen können. Nehmt uns wahr. Versucht zu verstehen, was uns belastet. Wenn ihr das Gefühl verspürt, dass wir unter psychischen Problemen leiden, dann fragt auf fürsorgliche Weise danach. Prüft, ob wir Hilfe brauchen und stellt sicher, dass wir merken, dass ihr es ernst meint. 

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3. Versucht, uns zu verstehen 

Eltern sollten wissen, dass wir unsere eigene Sichtweise und Persönlichkeit haben. Manchmal nehmen Eltern die Probleme von Teenagern nicht ernst. Sie sollten deshalb versuchen, einfühlsamer zu sein. Hört uns zu, ohne uns zu unterbrechen und versetzt euch in unsere Lage. Versucht zu verstehen, was wir gerade durchmachen. Wir erwarten nicht immer Ratschläge und Lösungen. Manchmal möchten wir einfach nur, dass ihr uns zuhört, während wir euch Dinge anvertrauen, die uns Sorgen bereiten. 

Gemeinsam die psychische Gesundheit fördern

Ein wichtiger Schritt zum Erhalt der eigenen psychischen Gesundheit besteht darin, dass sich Jugendliche mit ihrer Familie austauschen und ein sicherer Ort geschaffen wird, an dem sie sich öffnen können. Eltern und Betreuungspersonen sollten darauf achten, dass es für Kinder nicht immer einfach ist, über ihre eigenen Gefühle zu sprechen. Eine respektvolle, offene Kommunikation kann dazu beitragen, eine positive Eltern-Kind-Beziehung zu ermöglichen und dadurch die psychische Gesundheit zu fördern.

Den originalen Artikel von «Voices of Youth» finden Sie hier