Im Gazastreifen ist in der vergangenen Woche erneut ein Kind infolge von Regen und Kälte gestorben. Die UNICEF-Teams haben die Hilfe für Kinder im Gazastreifen seit Beginn der Waffenruhe ausgeweitet und erreichen mehr Kinder mit Spezialnahrung, Wasser, warmer Kleidung und Decken. Doch die humanitäre Lage ist weiterhin katastrophal.
«UNICEF ist zutiefst erschüttert über den vermeidbaren Tod des siebenjährigen Ata Mai, der am 27. Dezember bei schweren Überschwemmungen in einem provisorischen Camp für Binnenvertriebene in Sudaniyeh, nordwestlich von Gaza-Stadt, ums Leben kam. Er ist das jüngste Kind in Gaza, das aufgrund extremer Winterbedingungen und fehlender sicherer Unterkünfte gestorben ist », erklärte Edouard Beigbeder, UNICEF-Regionaldirektor für den Nahen Osten. Allein im Dezember kamen mindestens fünf weitere Kinder unter ähnlichen Umständen ums Leben.
«Ata wurde am 27. Dezember als vermisst gemeldet; trotz intensiver Rettungsmassnahmen konnte er erst Stunden später geborgen werden. Atas Geschwister sind alle unter zehn Jahre alt. Die Kinder haben aufgrund des Krieges bereits ihre Mutter verloren», so Beigbeder.
Entsetzliche Zustände in Camps im Gazastreifen
Die Tragödie verdeutlicht die extremen Risiken für Kinder in den am stärksten betroffenen Gebieten Gazas. Aufgrund der Zerstörung von Häusern und der Wasser- und Abwasserinfrastruktur sind sie den Elementen schutzlos ausgesetzt.
Heftige Regenfälle, starke Winde und eisige Temperaturen in dieser Woche haben rund 100 000 Familien in provisorischen Unterkünften ohne ausreichenden Schutz schwer getroffen. «Teams, die die Camps besuchen, berichten von entsetzlichen Zuständen. Kein Kind sollte das ertragen müssen», so Beigbeder.
Gemeinsam mit seinen Partnern leistet UNICEF lebensrettende Hilfe für betroffene Familien. Die Teams richten beispielsweise provisorische Wasserleitungen ein, verteilen Hygieneartikel, Planen und Decken und verbessern die Sanitärversorgung. Ausserdem arbeiten die Teams daran, Abwasserleitungen zu reinigen und wieder in Betrieb zu nehmen, Regenwasserabläufe zu säubern und Zelte vor Überschwemmungen zu schützen.
Die Kinder im Gazastreifen leiden ganz besonders unter der katastrophalen Lage. Sie haben ein Recht auf Schutz und eine sichere Unterkunft. Alle Massnahmen sollten darauf ausgerichtet sein.